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Zehn-Finger-System war gestern.

Du hast in der Schule nie einen Kurs in Maschinenschreiben belegt? Kein Problem: Menschen, die das Zehn-Finger-System beherrschen, tippen nicht zwangsläufig schneller als andere. Das hat jetzt eine Studie der Aalto-Universität in Helsinki herausgefunden. Wer sich ein eigenes System mit weniger Fingern beigebracht hat, tippt im Schnitt genauso effizient. Das heißt: Eigentlich ist es egal, wie viele Finger du zum Tippen verwendest. (Zusammenfassung der Studie, Volltext)

"Die meisten Leute glauben, dass man das Zehn-Finger-System lernen muss, um schnell tippen zu können", sagt Anna Maria Feit, eine der Autorinnen der Studie. "Stattdessen haben wir herausgefunden, dass die Anzahl der Finger die Tippgeschwindigkeit gar nicht beeinflusst. Mit nur ein oder zwei Fingern pro Hand kann man trotzdem schnell sein."

(Bild: Aalto-Universität)

Die Forscher stellten fest, dass sich Menschen von Zwei-Finger-Systemen bis hin zu modifizierten Varianten des klassischen Zehn-Finger-Systems alles antrainieren. Trotzdem suchten sie nach Gemeinsamkeiten – und erkannten vier verschiedene Strategien für die linke und sechs für die rechte Hand. Aber egal wie getippt wird: Für jede Strategie gab es sowohl schnelle wie langsame Tipper.

Für die Analyse benutzten die Wissenschaftler ein sogenanntes Motion Capture System: Hände und Finger der Probanden wurden mit je 52 reflektierenden Markern versehen, Hochgeschwindigkeits-Kameras hielten die Bewegungen beim Tippen fest. Insgesamt nahmen 30 Probanden an der Studie teil.

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