Bild: Unsplash/Christin Hume

Gerade wenn man abends mit Freundinnen und Freunden in gemütlicher Runde bei einem Bier sitzt, passiert es oft: Trotz Feierabend redet jemand die ganze Zeit nur über den Job. Die Kolleginnen und Kollegen nerven, das Essen in der Kantine schmeckt nicht und grundsätzlich ist sowieso alles einfach blöd auf Arbeit. Nach einem stressigen Tag oder einer anstrengenden Woche muss man manches loswerden.

Aber: Muss das wirklich sein?

Wie viel soll ich mit meinen Freundinnen und Freunden in der Freizeit über meinen Job sprechen?

Das haben wir unser Jobtrio gefragt:

Das bento-Jobtrio

Um Fragen im Berufsleben beantworten zu können, muss man kein Karrierecoach sein. Unser Jobtrio zeigt, dass sich Probleme in der Arbeitswelt auf vielen Wegen lösen lassen. Zusammen haben die drei 135 Jahre Lebenserfahrung: 

  • Sara Weber, 20, ist ausgebildete Malerin und Lackiererin und macht gerade den Meister zur Farb- und Lacktechnikerin. Sie hat sich für eine Ausbildung im Handwerk entschieden, weil sie zeigen wollte: Auch Frauen können das.
  • Lasse Rheingans, 38, ist Chef einer Agentur in Bielefeld, die Digital-Strategien für Unternehmen entwickelt – und bekannt für neue Wege ist. Seit einem Experiment arbeiten alle im Team nur noch fünf statt acht Stunden täglich.
  • Dagmar Prüter sitzt mit 77 noch an der Supermarktkasse. Freiwillig. Neben viel Lebenserfahrung hat die vermutlich älteste Kassiererin Hamburgs inzwischen auch eigene Autogrammkarten.

In unserer Kolumne beantworten die Drei Fragen, die sich besonders Berufseinsteiger stellen. Immer nach dem Motto: Eine Frage, drei Antworten.

Das sagt Malerin Sara Weber:

"Mittlerweile gehört es zum normalen Smalltalk, über den Job zu reden. Ein Gespräch mit Freundinnen fängt meist so an: 'Na, wie geht's? Wie läuft es in der Arbeit oder in der Schule?' Diese Frage stelle ich auch. Selbst erzähle ich allerdings nicht viel. Ich denke mir oft, dass es die anderen eigentlich gar nicht interessiert, welche Kleinigkeiten aus dem Job mich bewegen.

Wenn mich etwas von der Arbeit wirklich aufregt, dann bespreche ich das meistens nur zu Hause mit meinem Freund. Eigentlich aber nur für fünf Minuten. Oft reicht das schon, um mir alles kurz von der Seele zu reden und ein bisschen Feedback zu bekommen.

Grundsätzlich ist es schwierig, mit Freunden inhaltlich über Probleme im Job zu sprechen und ihnen wirklich weiterzuhelfen. Jeder arbeitet in einem bestimmten Berufsfeld, in dem die anderen meist keine Experten sind. Wenn, dann ziehe ich in solchen Fällen ehemalige Berufsschulkolleginnen und -kollegen zurate, mit denen ich noch in Kontakt stehe. Die sind dann in der Materie und haben selbst ähnliche Probleme."

Das denkt Chef Lasse Rheingans:

"Wenn es etwas gibt, das einen belastet oder etwas Besonderes im Job passiert ist, kann man sich natürlich Rat bei Freunden holen und mit ihnen über die Arbeit sprechen. Wenn aber alles so ist wie immer, sollte der Job keinen großen Anteil an den Gesprächen haben. Man sollte mit Freunden über schöne Dinge sprechen, sich ablenken und von der Arbeit erholen. Ständig an die Arbeit zu denken, macht nur krank.

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Ich glaube, dass das Thema Work-Life-Balance die Grenze zwischen dem privaten Bereich und der Arbeit auflösen wird. Wir leben in einer Zeit, in der viele ihre Leidenschaft im Job ausdrücken und Freude daraus ziehen. Viele Bekannte finden einfach spannend, was man macht. Dann redet man natürlich darüber. Man sollte nur beachten, dass nicht jeder die gleichen Dinge interessant findet und dass man nicht ständig die selben Geschichten erzählt.

Manchmal tut es mir selbst leid, wie viel ich privat über unser Konzept mit dem Fünf-Stunden-Tag spreche. Gelegentlich merke ich das selbst, dann sage ich 'du heiliger Strohsack, spreche ich viel von mir' und versuche, es dann zu vermeiden. Ab und zu sagt mir auch jemand, dass ich weniger von der Arbeit erzählen soll. Das finde ich gut. Wenn wir alle ehrlich zueinander sind, dann nehmen wir mehr Rücksicht auf die anderen."

Das meint Kassiererin Dagmar Prüter:

"Ich finde es schade, wenn man in der Freizeit nicht vom Job abschaltet. Dass Leute immer wieder von ihrer Arbeit erzählen, kann ich oft nicht verstehen. Wer einen sicheren Arbeitsplatz hat, kann und soll doch in erster Linie einfach zufrieden sein. Wenn trotzdem jemand ständig ein finsteres Gesicht zieht und meckert, finde ich das anstrengend. Dennoch bin ich natürlich für jeden da, der mit Problemen auf mich zukommt. Egal ob im Job oder privat.

Freizeit sollte die Zeit sein, in der man mit Freunden und Familie Spaß hat. Und nicht die Zeit, in der man miesepetrig diskutiert. Oft geht es ja auch um Sachen, die Außenstehende eigentlich gar nichts angehen sollten. So etwas sollte man eher mit dem Chef besprechen. Ich mag es, wenn Leute ehrlich und direkt auf ihre Vorgesetzten zugehen.

Selbst bei positiven Dingen sollte man überlegen, ob man sie im Freundeskreis herumerzählt. Nicht, dass Eifersucht entsteht. Vor ein paar Jahren hatte ich das mit einer Bekannten. Wir haben uns eigentlich super verstanden – irgendwann kamen aber Diskussionen um Geld, Gehaltserhöhungen und Arbeitszeit auf. Das hätte ich vermeiden können, wenn ich ein paar Details weniger von mir preisgegeben hätte."


Gerechtigkeit

Ein Prepper-Shop wirbt im TV für "Notpakete" – und eine neue Zielgruppe
Notfall-Rucksäcke gibt es jetzt auch vegan.

Das Werbevideo startet mit einer eindringlichen Stimme, sie spricht eine Warnung aus: "Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät: Essen und Trinken bevorraten!" Der Hinweis blinkt mehrmals auf, dann werden Konservendosen in schickem Design eingeblendet. "Bolo? Pasta!" heißt eine Sorte, "Kö-Ri? Wurst!" eine andere. 

Der Notvorrat sei zehn Jahre haltbar und jetzt im "Kennenlernpaket" besonders günstig. Dann verweist die Werbung auf "Ration1" – einen Onlineshop für Konserven, Survival-Equipment und Krisen-Gadgets.