„Turbulenzen mag ich. Da merkt man erst, dass man sich bewegt.“

Es ist Donnerstagvormittag, als ich Juliane Schmitz auf dem Handy anrufe. Juliane – so steht es auf meinem Schmierzettel – ist dreißig Jahre alt, verheiratet, Mutter eines zehn Monate alten Kindes und arbeitet Vollzeit als Pilotin. Klingt stressig, denke ich mir gerade, als eine junge Frauenstimme mich gut gelaunt begrüßt.

Ob sie in Ruhe reden kann, frage ich, oder ob sie gleich zum Flieger müsse. Juliane lacht. Nein, nein, sie sitze in der Sonne und sie habe alle Zeit der Welt. „Das ist ja der Luxus meines Jobs, dass man auch mal unter der Woche frei hat.“

Wir sind also schon mitten im Thema.

Zu allererst: Wann bist du auf die Idee gekommen, Pilotin zu werden?

Das kam im Teenageralter. Meine Mutter ist Flugbegleiterin und sie hat mich früher, als ich noch nicht zur Schule ging, immer auf Flüge mitgenommen. Das fand ich schon damals immer toll. Später habe ich mir eben gedacht, dass ich das auch gerne machen möchte. Und ich habe dann auch eigentlich gar nichts anderes mehr in Erwägung gezogen.

Was genau hat dich gereizt?

Na, der Lifestyle. Jeden Tag die Sonne sehen und auch mal kurz auf den Eiffelturm gucken oder Luft in Spanien schnuppern. Und zusätzlich noch dieser mentale Anspruch des Piloten, was ja schon auch eine Herausforderung ist – vor allem die Technik hinter dem Fliegen fand ich schon immer spannend. 

Wie hast du dann darauf hingearbeitet?

In der Schule hatte ich sowieso schon Mathe und Erdkunde als LKs, das passte also. Und im letzten Schuljahr habe ich angefangen, mich intensiv auf die Einstellungstests vorzubereiten. 

Die sollen ja hart sein. 

Die Piloteneignungstests sind tatsächlich nicht ohne – aber durchaus machbar, wenn man mit Fleiß an die Sache herangeht und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hat. Es gibt ein paar Dinge, in denen man fit sein sollte, z.B. Multitasking, Englisch, Mathe… Aber es wird keine höhere Mathematik verlangt, sondern eher Prozentrechnen, Dreisatz und Ähnliches. 

Und wann durftest du dein erstes Flugzeug fliegen?

Die Ausbildung beginnt mit viel Theorie, aber wenn man das erste Mal in den Flieger steigt, ist das schon spannend. Und dann bin ich schon nach zehn Flugstunden das erste Mal ohne Lehrer mit einer kleinen Einpropeller-Maschine um den Flugplatz gekreist. Richtig aufregend war es aber erst, als ich zum ersten Mal zu einem anderen Flugplatz geflogen bin. Da fragt man sich nämlich: „Ist das jetzt wirklich die Stadt, für die ich sie halte?“ Diese Unsicherheit habe ich heute natürlich nicht mehr – ist ja auch was anderes im großen Flieger. (lacht)

Wie kam es dazu, dass du dir Eurowings als Arbeitgeber ausgesucht hast?

Für mich war es total wichtig, eine gute Work-Life-Balance zu haben. Gerade wegen meiner Familie. Eurowings ermöglicht es mir, dass ich jeden Abend wieder Zuhause bin und bei meinem Kind schlafen kann. Hier helfen mir auch die tollen Teilzeitmodelle der Firma, mit denen man Job und Familie unter einen Hut bringen kann. Außerdem wusste ich über Erzählungen von Freunden, dass es bei Eurowings ein gutes Betriebsklima gibt – das ist ja auch ziemlich wichtig. Mit diesen Insider-Infos fiel mir die Entscheidung dann nicht wirklich schwer...

Erzähl mal ein bisschen aus deinem Job: Wie sieht so ein Tag bei dir aus?


Also, morgens schaue ich mir den Flugplan, die Wetterunterlagen und die „Notice to Airman“ an, über welche wichtige Informationen über unsere Flughäfen bekanntgegeben werden. Anschließend tausche ich mich mit meinem Kapitän und der Kabinenbesatzung im Briefing aus. Unmittelbar vor dem Flug steht dann unser Outside-Check an, das heißt einer von uns – also entweder der Kapitän oder ich als First Officer – geht ums Flugzeug herum und überprüft, ob alles in Ordnung ist, bestellt den Sprit und überwacht die Beladung. Und derjenige, der fliegt, das ist der sogenannte „Pilot Flying“, sitzt im Cockpit und bereitet von dort alles weitere für den Flug vor.

Besonders cool finde ich die Abwechslung im Cockpit: Jeder Tag verläuft ein wenig anders, kein Flug ist genauso wie ein anderer. 


In der Regel haben wir zwei Flüge am Tag: einmal hin und zurück. Es kommt auch vor, dass ich nach Paris fliege und zurück nach Düsseldorf und dann noch mal eine Runde nach London. Aber am Abend bin ich in der Regel wieder zurück in Düsseldorf an meiner Heimatbasis bei meiner Familie. 

Wie viel Freizeit bleibt da?

Ich sage mal so: Ich mache im Moment nebenbei eine Yogalehrer-Ausbildung. Wenn man mit Spaß dabei ist, dann kann man sich das auch ruhig zumuten. Verglichen mit Freunden, die in „normalen“ Jobs arbeiten, habe ich gefühlt mehr Freizeit. Ich habe zum Beispiel um die zehn Tage im Monat frei. Und ich nehme so gut wie keine Arbeit mit nachhause: Ich kann nach Feierabend im Kopf komplett abschalten – was aus meiner Sicht auch ein großes Plus als Pilotin ist.

Noch so ein seltener Luxus! Aber unter uns: Wie ist die Bezahlung?

Ich habe den Job ja gewählt, weil ich Bock drauf hatte und das Fliegen mich schon sehr früh fasziniert hat. Das Geld kam dann als Bonbon noch dazu. Man kann damit also sehr gut leben, würde ich sagen. Und wir bekommen jedes Jahr eine Gehaltserhöhung – ohne Diskussion.

In deinem Beruf bist du als Frau schon in der Minderheit, oder?

Auf jeden Fall. Das naturwissenschaftliche Interesse ist bei Frauen oftmals nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei Männern. Und das braucht man in der Ausbildung und im Alltag schon. Es ist also generell immer noch eine eher männliche Domäne und das bemerke ich im Alltag definitiv. Aber ich bin auch immer wieder überrascht, wie viele Kolleginnen ich doch habe. Gerade bei Eurowings habe ich das Gefühl, dass ich jeden Tag mindestens zwei Pilotinnen begegne. Finde ich persönlich toll.


Insgesamt habe ich sehr wenige schlechte Erfahrungen gemacht. Das Einzige: Es wird schon oft kommentiert, auch von den Passagieren. Dafür bekomme ich aber nach der Landung viel mehr positives Feedback als meine männlichen Kollegen. Das fühlt sich auf jeden Fall gut an (lacht). Und Kollegen freuen sich mitunter auch, mal mit einer Frau arbeiten zu dürfen.

Was würdest du jungen Leuten, die sich für diesen Beruf interessieren, heute raten?

Wer als junger Mensch Pilot oder Pilotin bei Eurowings werden möchte, macht seine Ausbildung heute an der European Flight Academy. Das ist die Flugschule für die gesamte Lufthansa Group. In knapp zwei Jahren wird man dort fit für’s Cockpit gemacht – an verschiedenen Ausbildungsstationen in Deutschland und den USA. Auf der Website der European Flight Academy kann man aber auch alle Infos nachlesen. Oder man schaut auf einem der regelmäßigen Infoevents vorbei. Da berichten Piloten aus ihrem Alltag und die Ausbildung wird im Detail vorgestellt.


Ich kann allen, die vom Fliegen träumen, nur raten: Probiert es einfach aus! Die Bewerbung an der European Flight Academy kostet nichts und das Auswahlverfahren ist auf jeden Fall machbar. 

Zum Schluss eine ganz persönliche Frage: Verliert der Himmel mit der Zeit seinen Zauber?

Nein. Überhaupt nicht. Es gibt so viele Momente, in denen ich mit Kollegen im Cockpit sitze und einen Sonnenuntergang angucke und wir uns sagen: „Was haben wir für einen coolen Job!" Und das ist kein Witz: Das passiert mir dreimal die Woche. Gerade, wenn es hier im Winter so verhangen und regnerisch ist: Du siehst halt jeden Tag die Sonne – und Mondaufgänge und Sternformationen… und fliegst dieses Hightech Gerät.



Selbst Kollegen, die den Job seit dreißig Jahren machen, reden noch genauso begeistert. Das ist eben einfach ein großartiger Job, ich würde ihn immer wieder wählen!


Berufseinstieg für Piloten

Eurowings ist eine Fluggesellschaft der Lufthansa Group und damit Teil einer der international größten Aviation Konzerne. Mit derzeit mehr als 210 Destinationen in über 50 Ländern weltweit bietet Eurowings für jeden Anlass den richtigen Flug. Und für jedes Talent den passenden Job – so bietet die Airline zum Beispiel im Cockpit spannende Herausforderungen und den passenden Berufseinstieg für Piloten.


Erfahre mehr zu deinen Karrieremöglichkeiten unter pilot-check.com/eurowings .


Today

Im thüringischen Ilmenau regiert jetzt ein Bockwurst-Bürgermeister. Ja.
Drei Fragen und Antworten, was Dr. Daniel Schultheiß mit Bockwürsten zu tun hat

Dr. Daniel Schultheiß ist seit vergangenem Sonntag der neue Oberbürgermeister im thüringischen Ilmenau. Der 38-Jährige gehört aber nicht irgendeiner gängigen Partei an – er ist Mitglied bei "Pro Bockwurst", einer offenen Wahlgemeinschaft. 

1 "Pro Bockwurst" – echt jetzt?

Ja. Nachdem Schultheiss an der technischen Uni in Ilmenau studiert und promoviert hatte, gründete er 2009 gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen eine Wählervereinigung. Am Mensatisch diskutierten sie über einen Namen, auf der Karte stand an diesem Tag: Bockwurst. So wurde die Wählergemeinschaft also "Pro Bockwurst" getauft.