Zwei, drei, fünf?

Ohne Kaffee geht morgens für viele nichts. Genau wie mittags, nachmittags – und immer wieder zwischendurch. Wir fahren zu Freunden für einen Cappuccino oder trinken zur Erfrischung einen Cold Brew im Hipster-Café. Und irgendwann fragt man sich: Ist das noch okay? Oder gibt es eine Koffein-Grenze? Muss man Angst vor Bluthochdruck, Schlafstörungen oder nervösem Zittern haben? Die Diplom-Ökotrophologin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt Antwort. 

Wie viele Tassen Kaffee sind unbedenklich? 

"Bei der Berechnung ist die reine Koffeinmenge entscheidend", sagt die Expertin. "Bis zu 400 Milligramm am Tag gelten für gesunde Erwachsene als unbedenklich.“ Wie schnell dieses Level erreicht ist, hängt von der Stärke des Kaffees und von der Tassengröße ab. In einen durchschnittlichen Becher passen etwas 200 Milliliter – so viel Filterkaffee enthält normalerweise etwa 80 bis 90 Milligramm Koffein, wenn pro Tasse etwa ein  gehäufter Teelöffel gemahlener Kaffee verwendet wird. Das bedeutet: Vier bis fünf Tassen wären okay – wenn man dabei ein paar Dinge beachtet.

Erwachsenwerden für Anfänger

Irgendwie dachten wir früher immer, Leute in unserem Alter hätten das Leben besser im Griff: Finanzen geregelt, Kühlschrank gefüllt. Heute wissen wir: Sachen im Griff haben ist schwerer als gedacht. Also googlen wir unsere Probleme. Die Antworten der Suchmaschine sind nur leider manchmal unbefriedigend. Deshalb klären wir mit Hilfe von echten Experten Fragen, die Google uns vorschlägt, wenn wir bestimmte Begriffe eingeben. Zum Beispiel Plastikflaschen – oder Kopfhörer.

Was macht Kaffee denn überhaupt mit uns? 

Wir wissen alle: Koffein macht wach – zumindest für kurze Zeit. Laut Brockhaus-Lexikon regt es "Atem-, Kreislauf- und Zentralnervensystem an, erhöht die Herzfrequenz und stimuliert die Harnproduktion." Wie stark ein Körper reagiert, ist ganz unterschiedlich und nicht an Faktoren wie Geschlecht oder Größe festzumachen. "Manche Menschen vertragen Koffein besser, andere sind sehr empfindlich", sagt Gahl. Wer merkt, dass er schon nach zwei Tassen am Tag Herzrasen bekommt, gehört wohl zur zweiten Gruppe – und sollte den Konsum runterfahren. 

Was passiert, wenn wir übertreiben? 

"Koffein hat Auswirkungen aufs zentrale Nervensystem. Kurzfristig macht eine hohe Dosis nervös, sie kann neben Herzrasen zu dauerhafter Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen führen", sagt die Ernährungswissenschaftlerin. Und auch langfristig richtet übermäßiger Koffein-Konsum etwas im Körper an: "Es können Herz-Kreislauf-Probleme auftreten und bei Schwangeren kann das Wachstum des Ungeborenen vermindert werden."

Wie schnell wirkt das Koffein? 

Ein schneller Espresso hilft leider nicht gegen akute Müdigkeit: "Es dauert 15 bis 30 Minuten, bis die Wirkung des Koffeins einsetzt", sagt Antje Gahl. "Wer zum Beispiel müde Auto fährt und durch Kaffee sofort wieder wach werden will, sollte das bedenken." Grundsätzlich gilt allerdings sowieso: Wer müde ist, der sollte sich beim Autofahren nicht auf einen Koffein-Kick verlassen. Besser: anhalten und Pause machen.

Wie lange hält die Wachmach-Wirkung von Kaffee an? 

Antje Gahl spricht von der Halbwertszeit des Koffeins: "Sie beschreibt die Dauer, die der Körper braucht, um die Hälfte wieder auszuschneiden – und liegt im Schnitt bei etwa vier Stunden." Allerdings kann das zwischen zwei und acht Stunden schwanken und hängt vom Alter, vom Gesundheitszustand oder von aktuellen Krankheiten und Medikamenteneinnahmen ab. Fest steht: Ein paar Stunden lang hält sich das Koffein noch im Körper – und hat entsprechende Auswirkungen. 

Es dauert 15 bis 30 Minuten, bis die Wirkung des Koffeins einsetzt.
Antje Gahl, Ökotrophologin

Gilt das alles denn nur für Kaffee? 

Wir reden die ganze Zeit über Koffein – und das ist nicht nur in Kaffee. 200 Milliliter Club Mate enthalten 40 Milligramm, Coca-Cola kommt bei der gleichen Menge auf 20 Milligramm, Fritz-Kola erreicht sogar 50 Milligramm Koffein. Kurz gerechnet: An den Koffeingehalt von Kaffee reicht das alles nicht heran – trotzdem sollte man auch hier nicht übertreiben. Bei spätestens zwei Liter Club Mate ist Schluss (was allerdings schon echt viel ist.) Und auch bei schwarzem Tee raten Experten nicht zur Flatrate: Eine Tasse enthält etwa 40 bis 45 Milligramm Koffein – immerhin halb so viel wie Kaffee.

Aber es gibt doch Kaffeearten, die man besser vertragen soll…? 

Cold Brew ist nicht nur lecker und derzeit ziemlich angesagt, angeblich ist diese Version des kalten Kaffees auch viel besser verträglich als Filterkaffee oder Cappuccino. Stimmt auch: Cold Brew enthält durch die schonende Zubereitung weniger Säure. Auf den Koffeingehalt hat das allerdings keinen Einfluss: Auch Cold Brew kann superstark oder eher schwach zubereitet werden – und davon hängt ab, wie viel wir uns davon gönnen können. 

Eine gute Info zum Schluss: Auch wer literweise Kaffee am Tag trinkt, hat noch keine tödliche Dosis intus. Die würde bei elf Gramm reinem Koffein liegen - auf diese Menge kommt aber niemand, der einfach nur viel Kaffee trinkt. 


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