Wie viel Rücksicht müssen die Mitbewohner nehmen?

Maria* schreibt:

"Meine Mitbewohnerin ist schwanger und bekommt im Mai ihr Baby. Mein Mitbewohner und ich freuen uns für sie, aber das Problem ist, dass sie sich jetzt noch weniger im Haushalt beteiligt als zuvor. Sie ist den ganzen Tag zu Hause und räumt nicht einmal die Spülmaschine aus oder ihr gekochtes Essen vom Herd, das dort dann verschimmelt. 

Mein Mitbewohner ist berufstätig und ich schreibe meine Bachelorarbeit in der Uni. Wir können und wollen nicht all ihre Aufgaben übernehmen.

Hast du auch Stress in deiner WG?

Wohngemeinschaften sind toll, wären da nicht die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner. Ihre Haare verstopfen den Abfluss, sie haben lauten Sex und lassen ihr Essen im Kühlschrank vergammeln. Oder braucht deine Zimmernachbarin deine Schulter zum Ausheulen, weil sie Liebeskummer hat? Ist dein Mitbewohner gerade in einer depressiven Phase und du fragst dich, wie du ihn unterstützen kannst? Bei WG-Kummer hilft Erziehungswissenschaftlerin Sabine Stiehler. Schick deine Fragen, Sorgen, Probleme an uniundarbeit@bento.de. Mit einer Einsendung erklärst du dich mit einer anonymen Veröffentlichung auf bento, SPIEGEL ONLINE und sämtlichen anderen Medien der SPIEGEL-Gruppe einverstanden.

Ich weiß, dass wir Rücksicht nehmen müssen, und das versuchen wir auch, aber wir haben uns die Schwangerschaft schließlich nicht ausgesucht. 

Wir wollen uns zusammensetzen und die Haushaltsaufgaben fair verteilen. Bevor das Baby kommt, ziehe ich zwar aus, aber die Schwangerschaft wird unser WG-Leben bis dahin sicherlich noch weiter beeinflussen. Wie viel Rücksicht müssen wir nehmen?" *Name geändert

Unsere WG-Therapeutin Sabine Stiehler

Sabine Stiehler kümmert sich um den WG-Kummer der bento-Leser. Stiehler ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und leitet die Psychosoziale Beratungsstelle im Studentenwerk Dresden.

(Bild: Amac Garbe)

Sabine Stiehler antwortet:

"Liebe Maria,

da es in Ihrer WG kein Regelwerk gibt, auf das Sie sich in diesem Fall beziehen können, empfehle ich Ihnen, mit Ihren Mitbewohnern zu sprechen und folgende Frage zu klären: Wie soll das Zusammenleben bis zur Geburt beziehungsweise bis zu Ihrem Auszug aussehen?

Sie fragen, wie viel Rücksicht Sie und Ihr Mitbewohner nehmen müssen. Zunächst einmal ist es schön, dass Sie Rücksicht nehmen wollen, und das können Sie gerne mitteilen. Eine Schwangerschaft ist aber keine Krankheit und auch kein Grund, das Essen nicht wegzuräumen. 

Es ist wichtig, dass Sie sich zu dritt nicht erst zusammensetzen, wenn wieder etwas vorgefallen ist, was Sie stört. Ich empfehle Ihnen, unabhängig davon einen Termin mit Ihren Mitbewohnern auszumachen, an dem über das Zusammenleben, die Aufgabenteilung und den Putzplan gesprochen wird. 

Im Gespräch können Sie zuerst mitteilen, dass Sie gerne Rücksicht nehmen wollen und dass Sie die Schwangerschaft ernst nehmen. Anschließend können Sie ansprechen, was Ihnen in der Vergangenheit aufgefallen ist und welche Veränderungen Sie sich wünschen würden – und auch die Mitbewohnerin nach ihren Wünschen fragen.

Sie können sich absprechen, wie viel Rücksicht Ihre schwangere Mitbewohnerin nehmen kann, wenn Sie zum Beispiel bei einer Party länger laut sein wollen und Sie können im Gegenzug anbieten, ihr beim Tragen zu helfen. Dafür kann Ihre Mitbewohnerin dann eine andere Aufgabe übernehmen, zum Beispiel den Einkauf koordinieren. Am besten wäre es, am Ende einmal aufzuschreiben, was Sie besprochen haben und woran Sie sich halten wollen. Schließlich hat das Aufräumen in der Vergangenheit meist nicht so gut geklappt. Das Regelwerk können Sie dann alle unterschreiben und gut sichtbar aufhängen."


Style

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Und das Jahr darauf.

Sich in der kalten Jahreszeit mit neuer Kleidung auszustatten ist teuer. Ein Strickpullover zum Beispiel kostet gut und gerne 40 Euro. Und das ist nur der Fast-Fashion-Preis. Wer eine nachhaltige Alternative will, muss mindestens doppelt so viel zahlen. Doch es lohnt sich. Denn an einem fair produzierten Strickpullover aus Bio-Baumwolle hat man länger Freude. Nicht zuletzt, weil er etwas mehr gekostet hat und man deswegen besser mit ihm umgeht. 

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