Die Roboter-Apokalypse lässt wohl noch auf sich warten.

Man muss nicht zu viel Terminator oder Matrix geguckt haben, um beim Thema „künstliche Intelligenz“ unruhig auf dem Stuhl hin und her zu rutschen. Die Vorstellung, dass Maschinen in nicht allzu ferner Zukunft selbst werden denken und Entscheidungen treffen können, kann auch Technologie-affinen Menschen Sorgen bereiten. 

Und es ist ja sogar gut, wenn wir behutsam dabei vorgehen, Maschinen zu erschaffen, die uns in vielerlei Hinsicht überlegen sind. Wenn wir als Gesellschaft jedoch weiter wachsen und dazulernen wollen, dann kommen wir ohne solche Innovationen nicht aus.

Das behauptet zumindest Kai Wurm, der als „Principal Key Expert for Autonomous Systems“ für Siemens an der Entwicklung intelligenter Fertigungsroboter forscht. Die Diskussion über die Gefahren neuer Technologien „führt die Menschheit schon seit Jahrhunderten“, sagt Kai. „Vielleicht sogar schon seit der Einführung der ersten Dampfmaschine.“ Und das nicht zu Unrecht. Denn natürlich muss man als Entwickler immer daran denken, was für Auswirkung eine Innovation auf die Welt, die Industrie und den einzelnen Menschen haben wird. 

Aber genau das ist es ja: Wir haben es selbst in der Hand, wie wir künstliche Intelligenz in unserer Welt einsetzen wollen, welche Fähigkeiten wir ihnen geben und welche Aufgaben wir ihnen anvertrauen. 

Kai begeistert sich für eine Automatisierung, die die Menschen unterstützt und nicht ersetzt. „Es ist schön und gut, Roboter zu entwickeln“, sagt er. „Aber wenn sie nicht mit uns zusammenarbeiten, sind sie nutzlos. Roboterarme beispielsweise können sich um 360 Grad drehen, sind unglaublich schnell und so viel stärker als wir. Darauf muss man achten, wenn Maschinen und Menschen zusammenarbeiten sollen.“ 

Rücksichtsvolle Roboter, die mit Menschen kooperieren – das ist eine Zukunft, mit der wohl die meisten von uns sehr gut leben könnten. Laut Kai müssen wir uns allerdings noch gedulden: Bis autonome Roboter alltäglich seien, dauere es nämlich noch eine ganze Weile.

So lange vielleicht aber nun auch wieder nicht. Denn beim Innovationstag 2017 konnten Kai und sein Team bereits Roboterarme präsentieren, die Dinge ohne Anleitung zusammenbauen können. Das war eine kleine Sensation. In die Handgelenke des Roboters waren Kameras eingebaut. So konnte das Publikum auf einem großen Bildschirm mitverfolgen, was der Roboter wahrnahm – und ihm quasi beim Denken zusehen. 

Dieser Prototyp eines Fertigungsroboters ist ein großer Schritt vorwärts. Das Ziel sind Maschinen, die selbst logische und sinnvolle Entscheidungen treffen. Dafür arbeitet Kais Münchner Forscherteam eng mit Kollegen in den USA und China zusammen. Denn wer smarte Maschinen bauen möchte, der muss sicherstellen, dass alle Einzelteile zusammen ein funktionierendes Ganzes bilden – und das gilt schon für die Zusammenarbeit im Team.

Kai verbringt die meiste Zeit damit, die Denkweisen von Menschen und Roboter zu vergleichen. Menschen können sich zum Beispiel nur wenige Schritte eines Handlungsablaufs gleichzeitig vorstellen. Computer dagegen haben den Prozess vom Anfang bis zum Ende im Blick.

Wenn wir Menschen also Computer wären, wüssten wir vielleicht heute schon, wohin die Reise bei künstlicher Intelligenz gehen wird – und wie wir am besten dahin kommen. So bleibt uns nichts, als immerzu weiter zu forschen und uns unentwegt zu fragen, welche Technologien uns Menschen am besten dabei helfen können, das Leben einfacher und schöner zu machen.


Wenn auch du dich für Zukunftsthemen begeisterst, solltest du vielleicht über eine Karriere bei Siemens nachdenken. Auf dieser Seite kannst du dich über die vielseitigen Karrierechancen in unserem Unternehmen informieren. 



Trip

Dieses Café in Seoul versetzt seine Gäste in einen Cartoon
Die schönsten Fotos wie aus dem Comic-Heft.

Du wolltest schon immer mal durch einen Comic spazieren?

In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul könntest du einfach einen Kaffee im "Cafe Yeonnam-dong 239-2" trinken gehen und dich dabei fühlen, als wärst du in einem Cartoon gelandet.