Bild: Madeleine Hofmann

So viel ist für Manuel sicher: „Alleine würde ich es nicht machen. Aber auch mit niemand anderem als Steffen.“ Kein Wunder, dass sich die beiden Gründer für den Namen Veggie Bros entschieden haben. Sie sind zwar keine Brüder, aber beste Kumpel. Im August 2014 eröffneten sie in Würzburg ein vegetarisches Schnellrestaurant. Auf der Speisekarte: Hauptsächlich Falafel und Salate.


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Die Gastro-Gründer


Eigentlich hat Manuel Häußler Lehramt studiert, Steffen Jakel Geschichte und Ethnologie. „Für mich war schon länger klar, dass ich nicht als Lehrer arbeiten will“, erinnert sich Manuel, „Ich mochte meine Nebenjobs in der Gastronomie, war selbst gerne Gastgeber, also hatte ich schon länger den Wunsch, mich in diesem Bereich selbstständig zu machen.“ Mit seinen Ideen begeisterte er auch Kumpel Steffen, gemeinsam überlegten sie nach dem Studienabschluss, welche davon sie umsetzen wollen.

Bald war klar: Vegetarisch muss es sein, und eher ein schneller Imbiss als ein Restaurant. „Um Miete zu sparen, konnten wir keine große Fläche mieten, mussten aber trotzdem irgendwie auf einen angemessenen Umsatz kommen: Also gibt es alle Speisen auch „to go“, erklärt Manuel, „und etwas rein Vegetarisches gab es in Würzburg bis dahin noch nicht, obwohl die Nachfrage groß war.“

(Bild: Madeleine Hofmann)

Eigentlich sind Manuel und Steffen gar keine Vegetarier – und keine Köche. Zur Vorbereitung kochten sie deshalb tagelang Probe und fuhren zur Recherche in vegetarische Bistros in anderen Städten. Schließlich entschieden sie sich für das Falafel- und Salatkonzept.

In einem Selbstständigkeitsseminar der IHK lernten die Freunde Kalkulationen zu erstellen. „Wir haben uns tagelang in vergleichbare Würzburger Läden gesetzt, um abzuschätzen, wie viele Gäste wir haben werden, und was diese bei uns ausgeben.“

Das Startkapital liehen sich die Jungs von Familie und Freunden: „Natürlich muss man das Geld auch zurück zahlen“, weiß Manuel, „aber es ist zinsfrei und ohne den Druck einer Bank.“ Auch wenn die Eltern anfangs nicht begeistert von der Idee ihrer Söhne waren: „Wenn es schief gegangen wäre, hätten wir eben auf einen Teil unseres Erbes verzichten müssen“, sagt Manuel scherzhaft.

Die größten Herausforderungen kamen für die Bros erst nach der Geldbeschaffung: „Als unerfahrene Gründer mit 28 Jahren haben wir bei Maklern wenig Gehör gefunden. Wir waren froh, als wir endlich eine Immobilie gemietet hatten“, erinnert sich Manuel, „außerdem haben wir sehr viel Zeit in die Beschaffung von Genehmigungen stecken müssen.“

Etwa ein halbes Jahr nach dem Ende des Studiums eröffneten die Veggie Bros ihren Imbiss im August 2014. „In den ersten Tagen wurden wir völlig überrannt“, erinnert sich Manuel. Nach einigen Social-Media-Ankündigungen kamen so viele Gäste, dass Manuel und Steffen sich Unterstützung aus Familie und Freundeskreis holen mussten. „Wir dachten anfangs, wir schaffen das alles zu zweit“, sagt Manuel.

Ein Jahr später haben die Veggie Bros schon zehn Mitarbeiter, der Laden läuft noch immer gut: „Wir haben mehr Ausgaben, aber auch viel mehr Einnahmen, als am Anfang kalkuliert.“ Mit einem Einstiegsgehalt in den klassischen Berufen ihrer Studienfächer seien ihre aktuellen Einnahmen durchaus vergleichbar.

Und das Risiko? „Natürlich haben wir mehr Verantwortung als jemand, der festangestellt ist“, erzählt Manuel, „aber wir können dafür unsere eigenen Idee umsetzen und sind unabhängig.“ Hätte man dafür studieren müssen? „Das Studium hat mir auf jeden Fall sehr dabei geholfen, meine Arbeit zu strukturieren und gezielt an Aufgaben heranzugehen. Ich würde es jederzeit wieder so machen.“