Per Knopfdruck.

Eine von drei Frauen weltweit ist nach Angaben der WHO schon einmal sexuell belästigt worden. Mit der "MeToo"-Debatte ist das Thema nun stärker in die Öffentlichkeit gerückt. Frauen melden sich zu Wort, schildern ihre Erfahrungen. 

Damit schafft sich sexuelle Belästigung leider nicht ab. Oder grundsätzlich die Tatsache, dass sich wahrscheinlich jede Frau schon einmal in einer bestimmten Situation unsicher gefühlt hat. Also haben sich die Entwickler Anu und Naveen Jain gefragt: 

Was können Frauen im Notfall tun, woher bekommen sie Hilfe?

Beide haben 2016 zu einem Wettbewerb aufgerufen, dem "Women's Safety Price". Er schreibt Preise für technische und wissenschaftliche Entwicklungen aus. (USA today

Die Aufgabe: Stellt ein unauffälliges Gerät her, das unabhängig von Internet-Empfang und Netz einen Notruf per Knopfdruck senden kann. 

Innerhalb von 90 Sekunden soll es die Information an ein Netzwerk von Menschen schicken können und unter 40 Dollar kosten.

Nun gibt es einen Gewinner aus Indien, der mit 1 Million Euro Preisgeld sein Projekt vorantreiben darf. Das Unternehmen heißt "Leaf Wearables", die Erfindung "Safer Pro". 

Wie haben ununterbrochen daran gearbeitet, das Sicherheitsproblem technologisch zu lösen. Es war unsere Mission, eine Milliarde Familien sicherer zu machen.
Manik Mehta, Erfinder

Der 24-jährige Manik Mehta hat einen kleinen Chip entwickelt, der einen Alarm und den Standort senden kann. Nebenbei nimmt er eine Audiodatei auf, um später Beweise zu haben. In Deutschland gelten solche Dateien vor Gericht übrigens nicht als Beweismittel. Die Aufnahme anderer Menschen ist illegal, wenn sie nicht abgesprochen ist.

Der Chip lässt sich zum Beispiel in einer Halskette verstecken. Oder in einem Ohrring.

  • Bei zweimaligem Drücken wird ein Notruf versendet.
  • Komplett aufgeladen und aktiviert, hält der Chip drei Tage lang durch. Im Standby-Modul sogar sieben Tage
  • 35 Dollar soll der Chip kosten. Das Team hofft aber, den Preis noch deutlich senken zu können. (Forbes)

Von derselben Firma gibt es ein Vorgängermodell: Eine Kette, deren Knopf sich auf der Rückseite des Amulettes befindet. Die Kette muss aber mit dem Handy verbunden werden, braucht dafür Netz, Bluetooth und Internet.

(Bild: Leaf Wearables)

Wann der Chip auf den Markt kommt, ist noch nicht klar. Mit dem Preisgeld geht es nun aber in die weitere Entwicklung.

Manik Mehta ist nicht der erste, der an Gadgets forscht, die Frauen besser vor Übergriffen schützen können. Es gibt Strohhalme gegen Drogen und BHs gegen Vergewaltigungen.


Today

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