Das erzählt er in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?"

Er hat sich getraut, worüber viele nachdenken: hinschmeißen und nochmal von vorn beginnen.

Wie werde ich Tattoo Artist?

Offizielle Zahlen zur Tattoo-Branche gibt es kaum: Schätzungsweise 20.000 Menschen arbeiten in Deutschland als Tattoo Artists – sowohl legal, als auch illegal. (brandeins) Das Problem: Theoretisch darf sich jeder, der eine Tattoo-Maschine und Farbe besitzt, Tätowierer nennen. Für ein Tattoo-Studio ist nur ein Gewerbeschein nötig. Tätowierstuben unterliegen bisher keiner offiziellen Hygiene-Richtlinie, was sich aber zukünftig ändern soll. (Hamburger Abendblatt)

Tätowieren kann man in professionellen Studios oder in speziellen Schulen lernen. Bestenfalls stehen neben der Kunst des Tätowierens auch wichtige Hygienestandards auf dem Lehrplan. Ein Nachteil der fehlenden Berufsrichtlinie: Wie viel die Ausbildung kostet, wie lange sie dauert – das ist überall unterschiedlich. (Pro Tattoo

Deshalb gibt es auch kein offizielles Einstiegsgehalt. Nach der Ausbildung gilt: Je mehr Kundinnen und Kunden, desto mehr Geld gibt es. 

Mit 31 Jahren hat Daniel Bauermeister aus Lüneburg sich zum Tätowierer ausbilden lassen. 

Heute, drei Jahre später, ist er Inhaber eines eigenen Tattoo-Studios.

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Dabei wollte er eigentlich nie Tätowierer werden. Doch sein alter Job hat ihn auch nicht mehr ausgefüllt: Daniel ist gelernter Siebdrucker, hat nebenbei als Grafiker gearbeitet, um die erste Tinte und Tätowiermaschine finanzieren zu können.

  • Wie war es, sich selbst zu tätowieren? 
  • Wie geht er mit Motivwünschen um, die ihm selbst nicht gefallen?
  • Und wie schwer ist es, einen eigenen Laden zu eröffnen?

Das erzählt Daniel in "Und was machst du so?", dem Job-Podcast von bento:

Ich hab mich hart prostituiert und ich hab allen Scheiß gestochen.
Tätowierer Daniel Bauermeister

Worum gehts im Podcast?

Diese jungen Leute wollen heute anders arbeiten als ihre Eltern: Wir fragen im Vorstellungsgespräch nicht mehr nach dem Dienstwagen, sondern nach der 4-Tage-Woche. Wir sind bereit, uns zu verausgaben – sofern der Job uns erfüllt

Nadin Rabaa und Carolina Torres reden in unserem Job-Podcast abwechselnd mit jungen Menschen über ihre Arbeit: Was treibt sie an? Was bedeutet Karriere und Work-Life-Balance für sie?  

Du kannst unseren Podcast kostenlos hören, wo und wann du willst. Du findest ihn immer Dienstags auf bento und auf Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify, Deezer, Soundcloud oder Google PodcastsAbonniere den Podcast und du verpasst keine Folge mehr.

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Gerechtigkeit

In Frankreich geben Lehrer ihren Schülern nur noch Bestnoten, um ihren Schulstreik zu unterstützen
Frankreich zeigt, dass es auch anders geht.

Seit Wochen gehen in ganz Europa jeden Freitag Schülerinnen und Schüler für mehr Klimaschutz auf die Straße – obwohl sie eigentlich Unterricht hätten. Durch die "Fridays for Future"-Proteste zeigen sie Woche für Woche, dass ihnen das Klima wichtiger ist, als die nächste Stunde Bio oder Mathe.

Lehrerinnen und Lehrer sind in dieser Situation oft in einem Zwiespalt: Unterstützen sie die Schüler, die den Unterricht schwänzen und somit eigentlich ihre Schulpflicht missachten, oder verbieten sie ihnen sich für eine eigentlich gute Sache einzusetzen?

In den nächsten Wochen könnte der aktuelle Schulstreik in Frankreich ein Vorbild für das Vorgehen von Lehrern werden.

Was ist in Frankreich los?

Die französische Regierung unter Präsident Emmanuel Macron will ab dem nächsten Jahr neue Regeln für das Baccalauréat ("Bac") einführen. Die Abschlussprüfung ist vergleichbar mit unserem Abitur. Wie der "Guardian" berichtet, protestieren immer mehr Schülerinnen gegen die geplanten Änderung ihrer Abschlussprüfung – und die Lehrer unterstützen sie dabei.

Was soll genau geändert werden?

Die Grundlagen der derzeitigen zentralen Abschlussprüfung in Frankreich stammen aus dem Jahr 1808. Die Schüler müssen insgesamt sechs Abschlussklausuren in mindestens fünf verschiedenen Themengebieten absolvieren. Die Ergebnisse sind dabei noch wichtiger als in Deutschland: Die meisten Studiengänge in Frankreich haben eine Zulassungsbeschränkung, den Numerus Clausus. Sprich: Wer zu schlecht in der Abschlussprüfung ist, kann später nicht studieren.

Grund genug, diese Regelungen zu ändern. Allerdings stoßen die von Macron geplanten Reformen auf Widerstand. Seine wirtschaftsliberale Regierung plant nämlich, die Anzahl der Prüfungen zu reduzieren und neue Spezialisierungsthemen einzuführen. So sollen die Schülerinnen schon früher an das Bewertungssystem von Universitäten herangeführt werden.

Viele französischen Schüler wehren sich gegen diese Reform, weil sie noch mehr soziale Ungerechtigkeit befürchten. Deshalb streiken sie oder blockieren den Unterricht, indem sie nicht mitmachen.

Anders als bei den Klimademos in Deutschland sind viele Lehrer auf ihrer Seite und unterstützen die Proteste. Viele sind der Meinung, die Reform würde Ungerechtigkeiten für die Schüler vergrößern. In Frankreich ist das Thema Chancengleichheit für Schüler ein wichtiges Thema. Schülerinnen und Schüler aus armen Elternhaus oder mit Migrationshintergrund bekommen wenig oder keine Unterstützung, um ihre Schulnoten zu verbessern und das "Bac" erfolgreich zu bestehen. 

Wie helfen die Lehrinnen die Schülern?

Besonders im Westen Frankreichs haben sich viele Lehrer zusammengeschlossen und verteilen nur noch die Bestnote an alle Schüler. "Wir tragen das so ein und sagen unseren Schülern dann ihre eigentliche Note", erklärt ein Lehrer der lokalen Zeitung "Ouest France" in einem Interview. Aber in der offiziellen Software würde bei allen die Note "20/20" eingetragen werden – vergleichbar mit einer 1+ in Deutschland.

Das System scheint offenbar zu funktionieren. Ein weiterer Lehrer berichtete in einem Radiointerview mit France Inter Radio: "Mit diesem Protest können wir das administrative System blockieren."

Ihre Schüler freuen sich über die Unterstützung. Sie hoffen, dass die Reformen noch einmal überarbeitet werden. Ein Pariser Schüler sagte laut Guardian: