Bild: privat
Das erzählt er in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?"

Als Bernd noch zur Schule ging, half er in den Sommerferien regelmäßig in der Metzgerei eines Supermarktes aus. Sein Taschengeld besserte er vor allem mit dem Stecken von Fleischspießen auf. Bezahlt wurde er von seinen Eltern. Denn die Familie Wilger handelt bereits seit 75 Jahren mit Lebensmitteln. Inzwischen gehören ihnen zwei Supermärkte und eine Getränkehandlung in Borken in Westfalen. Vor zwei Jahren hat Bernd den Familienbetrieb gemeinsam mit seinem Bruder übernommen.

Bernd Wilger, 28, ist Supermarktbetreiber.

Wie werde ich Supermarktbetreiber?

Es gibt viele unterschiedliche Karrierewege zum Supermarktbetreiber oder zur Supermarktbetreiberin: Dahin können ein Studium, beispielsweise in Betriebswirtschaftslehre, aber auch eine Ausbildung führen. 

Ein Anfang kann die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau oder -mann sein. Idealerweise hast du dafür mindestens einen Realschulabschluss. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet abwechselnd in einem Betrieb und in der Berufsschule statt. Bei erfolgreichem Abschluss der Ausbildung kann man sich schnell nach oben arbeiten. Wer genügend Berufserfahrung hat, kann zum Filialleiter aufsteigen oder mit einer Weiterbildung zum Handelsfachwirt auch Führungspositionen übernehmen. (azubi.de)

Das Gehalt variiert je nach Unternehmen und Tarif. Jedoch gilt seit Januar 2020 für alle Betriebe ohne Tarifvertrag der Mindestlohn für Azubis im Einzelhandel, der bei mindestens 515 Euro pro Monat liegt (azubi.de). Nach abgeschlossener Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt zwischen 1500 und 2200 Euro brutto im Monat. (ausbildung.de)

Bernd ist unter anderem dafür verantwortlich, dass die Regale in seinen Märkten immer gefüllt sind. Als durch die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland auch seine Kunden damit begannen, Lebensmittel zu hamstern, bereitete ihm das einige schlaflose Nächte. 

  • Wie ging er mit dem Druck um, als die regulären Lieferketten nicht mehr funktionierten?     
  • Wie ist es, die wenn die eigene Familie Kolleginnen und Kollegen sind?
  • Und was hält er vom "Containern"?

Das erzählt Bernd in "Und was machst du so?", dem Job-Podcast von bento:

„Ich bin mit meinen Mitarbeitern groß geworden.“
Supermarktbetreiber Bernd Wilger

Worum geht's im Podcast?

Wir wollen heute anders arbeiten als unsere Eltern. Wir wollen nicht blind die Karriereleiter hochklettern, sondern einen Job, der uns erfüllt. Dafür sind wir bereit, uns zu verausgaben. Im Mitarbeitergespräch fragen wir unsere Chefs eher nach einem Sabbatical als einer Gehaltserhöhung.

Carolina Torres und Sarah Klößer sprechen in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?" abwechselnd mit jungen Menschen über ihre Berufe. Was motiviert sie? Was bedeutet Erfolg für sie? Und wie wichtig ist ihnen ihre Work-Life-Balance?

Du kannst unseren Podcast kostenlos hören, wo und wann du willst. Du findest ihn auf bento und auf Plattformen wie Apple Podcasts und iTunesSpotifyDeezerSoundcloud oder Google Podcasts. Wenn du den Podcast abonnierst, verpasst du keine Folge mehr. 

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Fühlen

Was passiert, wenn wir lange nicht mit unseren Freunden kuscheln
Freundschaften und Körperkontakt sind gut für die Gesundheit.

Die Haustür öffnet sich. Da ist sie, meine Freundin Rose. Obwohl es noch kalt ist an diesem Aprilabend, sind wir zum Spazierengehen verabredet – was sonst in dieser Zeit. Ich komme ihr mit ausgebreiteten Armen entgegen. Dann bremse ich abrupt ab und lasse die Arme sinken. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen. Freundinnen umarmen: dank des Coronavirus verboten.

Körperkontakt ist nachweislich gut für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden (nature). Freundschaften auch (American Psychological Association). Beides reduziert Stress und stärkt das Immunsystem (National Institute of Health). Berührung kann Schmerzen lindern, enge Beziehungen können das Risiko einer koronaren Herzkrankheit mindern. Ein Mangel an engen Beziehungen ist sogar ein höheres Gesundheitsrisiko als Rauchen und kann zu einem frühen Tod beitragen. Auf biochemischer Ebene sind vor allem Oxytocin, Serotonin, Dopamin und Endorphine für Freundschaft relevant – auch Glückshormone genannt.

Wenn sowohl Freundschaften als auch Körperkontakt so wichtig für unseren Organismus sind, gibt es offenbar sogar eine biologische Erklärung dafür, dass ich es gerade so vermisse, meine Freundinnen zu umarmen. Aber wie hängt das genau miteinander zusammen?

Enge Beziehungen sind gut gegen Stress und Angst

Dass beides in Kombination – also Körperkontakt mit Freundinnen und Freunden – positive Auswirkungen hat, lassen die Beobachtungen vermuten, die ein Forschungsteam an Schimpansen machte: Wenn sich die Primaten gegenseitig lausten, stieg ihr Oxytocin-Wert – allerdings nur, wenn sie das mit einem Freund taten. Das Hormon ist auch beim Menschen vor allem für Bindung verantwortlich und reduziert Stress und Angst.

Jemand, der sich mit Hormonen und ihrer Wirkung auf Beziehungen besonders gut auskennt, ist Markus Heinrichs. Er ist Psychologieprofessor, Neurowissenschaftler und Psychotherapeut an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, seit 25 Jahren forscht er zu sozialer Interaktion. Oxytocin spielt dabei immer eine Rolle. Dass die Anwesenheit enger Bezugspersonen Stress mindert, konnte er in einem Experiment nachweisen. Er ließ Probanden einen Stresstest machen. Einige mussten allein kommen, andere durften die zehn Minuten davor mit ihren Partnerinnen und Partnern verbringen. Diejenigen, die allein zum Stresstest kamen, wiesen höhere Mengen des Stresshormons Cortisol auf.