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In Deutschland gibt es rund 2,8 Millionen Studenten. Vier Prozent von ihnen bekommen ein Stipendium, sagt das Deutsche Studentenwerk. Es scheint, als ist die Förderung nur etwas für Überflieger. Wer sich nicht schon in der Schule ehrenamtlich engagiert hat, musiziert und drei Fremdsprachen spricht, hat keine Chance auf eine Förderung.

Ein großer Irrtum, findet Mira Maier. Für ihre eigene Doktorarbeit hat die 31-Jährige monatelang nach einem geeigneten Stipendium gesucht. Und bei ihrer Recherche festgestellt: "Es gibt unzählige Förderangebote, wahrscheinlich in Millionenhöhe, die jährlich ins Leere laufen." Das brachte die Betriebswirtin auf eine Idee: "Ich wollte es den Studenten in Zukunft erleichtern, eine Förderung zu finden", sagt Mira zu bento.

  • Die meisten Stipendien in Deutschland seien so unbekannt, dass niemand weiß, dass es sie gibt. "Mehr als 90 Prozent der Stipendiaten bewerben sich auf ein Prozent der Stipendien – eben nur bei den bekannten Stiftungen", sagt Mira. Dass da die Chancen schlecht stehen, sei klar.
Es gibt so viele Fördergelder, wahrscheinlich in Millionenhöhe, die jährlich ins Leere laufen.
Mira Maier
  • Viele Stiftungen seien so exotisch, dass niemand auf die Idee kommt, danach zu suchen, sagt Mira. So gebe es zum Beispiel eine Stiftung für bedürftige Töchter bayerischer Beamten. Aber danach zu googeln, wird wohl den wenigsten einfallen.
  • Und auch ein Reisestipendium klingt verlockend – und existiert tatsächlich. "Es gibt sogar mehrere Stiftungen, die Studenten für das Reisen bezahlen", sagt Mira. "Dadurch sollen junge Menschen zum Beispiel für die europäische Einigungsidee begeistert werden."

Um solche Angebote sichtbar zu machen, rief Mira zusammen mit Gründungspartner Alex Gassner 2010 die Plattform mystipendium.de ins Leben. Heute sind dort rund 2.500 deutsche Stipendien und weiter 12.000 Angebote im europäischen Ausland aufgelistet. Im vergangenen Jahr haben Mira und Alex rund 1,3 Millionen Euro an Fördergeldern vermittelt, – etwa 370.000 Stipendien

Wie genau finde ich ein passendes Stipendium auf der Webseite?

Das Team um Mira Maier hat dafür ein Verfahren entwickelt. Auf der Website legt man ein Profil an – auch wenn man kein Erstsemester mehr ist. "Je früher man sich um ein Stipendium bewirbt, desto besser stehen die Chancen. Aber auch später gibt es viele Möglichkeiten", sagt Mira.

Nur zwei Minuten soll es dann dauern, die 20 bis 30 Fragen rund um Abiturnote, Fachsemester und Beruf der Eltern zu beantworten. Anschließend schlägt das Programm durchschnittlich zehn bis 15 geeignete Stipendien vor. "Wir sind die einzige Plattform, die dieses Matching-Verfahren anbietet", sagt Mira. 

Das Besondere daran: Gerade Nischen-Angebote finden die Nutzer auf diese Weise. 

Kommt es also doch auf den Notendurchschnitt an? 

Nicht immer. Mittlerweile biete die Plattform selbst Förderungsprogramme an, bei denen es gerade nicht auf Bestleistungen ankomme. 

Das Start-Up will vor allem mehr Förderungen für die breite Masse schaffen, diese Stipendien finanziert die Plattform über externe Partner. "Wir gehen aktiv auf Akquise und versuchen, Partner für die Finanzierung zu finden", erklärt Mira. Vergangenes Jahr hat ihr Team bereits 470.000 Euro an eigenen Stipendien vergeben.

An die erste Stipendiums-Gewinnerin erinnert sich Mira noch gut: Sie hält beruflich Vorträge, obwohl sie nicht sprechen kann – mit einem augengesteuererten Sprachcomputer. "Wir möchten den wirklichen Exoten eine Förderung bieten", sagt Mira.

Aktuell sucht das Team um von mystipendium den sparsamten Studenten, um ihn zu unterstützen. Gute Noten seien auch hier nicht gefragt, nur die nötige Kreativität in der Lebensführung. Konkurrieren müssen die Bewerber bislang beispielsweise mit einem Studenten, der sein Studium fast ausschließlich mit Gratisproben und Gutscheinen finanziert und dadurch gerade mal 100 Euro im Monat braucht. 


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