Für das Geld muss man gar nicht viel können. Aber wochenlang ohne WLAN auskommen.

In Deckung, der Chef kommt! Viele Arbeitnehmer halten ihr Berufsleben für ein Schlachtfeld. Wer als COB arbeitet, kann sicher sein: Das stimmt.

Gerade nämlich werden wieder COBs gesucht. Das Kürzel steht für "Civilians on the Battlefield", etwa: "Zivilist am Kampfschauplatz". Wer sich bewirbt, hat gute Chancen, Deutschlands größten Truppenübungsplatz als Laiendarsteller kennenzulernen. Stellenbeschreibung: Kanonenfutter.

Laut Ausschreibung ist das weitgehend ungefährlich. Auf dem Nato-Gelände Hohenfels zwischen Nürnberg und Regensburg kommen nur Platzpatronen zum Einsatz. Kleine umgeschnallte Sender verraten dem COB, ob er getroffen wurde und so tun muss, als sei er verletzt oder tot.

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Darum geht es nämlich: Drei Wochen lang, auch an den Wochenenden, so tun, als sei man normale Bevölkerung – schwierig genug. Allerdings lebt man in irgendeinem fiktiven Krisengebiet. Welchen Landstrich es darstellen soll, ist nicht so wichtig, irgendwo ist ja immer Krise.

Der Job ist wie eins dieser Live-Rollenspiele, die mancher als Hobby am Wochenende macht. Nur dass man sich hier nicht in eine Elfe, einen Ritter oder eine Hexe verwandelt, sondern in Farmer, Gemüsehändler oder Bürgermeister.

Als Bürgermeister muss man dann zum Beispiel mit ansehen, wie sich die Soldaten im eigenen Dorf verschanzen. Und besser in Deckung gehen. "Dorf" ist hier wörtlich gemeint. Auf dem Gelände in Hohenfels gibt es diverse Dörfer, die aus zehn bis 30 fest gebauten Häusern bestehen.

Leben im Schlafsaal

Verglichen mit einem Fantasy-Rollenspiel hat der Job einige Vorteile. Es gibt nämlich Geld dafür, zwischen 88 und 120 Euro pro Tag. Das Ganze ist sogar sozialversichert. Sie bekommen Einblick in ein Gelände, das eigentlich streng geheim ist. Und machen Erfahrungen, die man sonst nur als Bundeswehrsoldat machen kann.

Im Unterschied zum lebensgefährlichen Auslandseinsatz sind die Aussichten hier besser: Wenn Schluss ist, ist Schluss. Allerdings gibt's hier auch keine Aufstiegsmöglichkeiten oder so was. Heute Bürgermeister, morgen Taxifahrer – Sie müssen spielen, was die Chefs Ihnen sagen. Also wie ein ganz normales Büropraktikum.

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Fantasy-Rollen haben aber auch so ihre Vorteile gegenüber COBs. Zum Beispiel, dass man nicht mit besonders realistischen Kriegssituationen konfrontiert wird. Oder auch, dass sie relativ schnell vorüber sind und man dann wieder im eigenen Bett schlafen kann.

Die drei Wochen als Kanonenfutter können sich ganz schön ziehen: Untergebracht ist man in Baracken oder Zelten, oft in Schlafsälen mit zehn Doppelstockbetten. Charmant der Hinweis in der Ausschreibung: Toiletten und Waschräume sind vorhanden. Das ist doch schön.

Kein WLAN, keinen Alkohol

Mobilfunk gibt es auf dem Gelände nicht. Wozu auch, Handys und Computer sind sowieso verboten, aus Gründen der Geheimhaltung und Sicherheit. Während der ganzen Zeit darf man diesen Ort der Datensparsamkeit nicht verlassen. Wem das nicht öde genug ist: Alkohol ist auch tabu.

Insgesamt geht es sehr militärisch zu, das kann ein Problem für Pazifisten sein. Oder für Gourmets - es gibt drei Feldrationen pro Tag, Fertigessen nach Nato-Standard. Oder für Langschläfer - 5 Uhr aufstehen, 6 Uhr Frühstück, 7 Uhr Einsatz. Man kann das natürlich auch als Vorteil sehen: Sie bekommen einen geregelten Tagesablauf und keinerlei Gelegenheit, das verdiente Geld gleich wieder zu verpulvern.

Wer jetzt noch Lust aufs Nato-Rollenspiel hat: Der nächste Termin ist Ende April, Bewerbungen werden noch angenommen.

Die Voraussetzungen sind: Deutsch und Englisch fließend, eine Fremdsprache wie Russisch oder Afghanisch ist willkommen, aber kein Muss. Sie müssen drei Wochen am Stück Zeit haben und kurzfristig planen können, die Zusage gibt's erst vier Wochen vor dem Start.

Und sie müssen einen detaillierten Sicherheitscheck über sich ergehen lassen.

Dem Vernehmen nach werden trainierte Islamisten trotz ihrer einschlägigen Erfahrung nicht genommen.

Gerechtigkeit

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