Mal Essen gehen inklusive Dessert oder Kaffee – das wäre schön. Oder feiern am Wochenende mit anschließender, sicherer Taxi-Fahrt nach Hause. Super wären auch ein Abo von Netflix, Amazon Video oder Sky. Einfach um mitreden zu können. Aber zuerst müssen noch die Bücher fürs nächste Semester gekauft werden.

Ein Studium kostet viel Geld. Nicht nur die Uni an sich sondern auch das Leben nach der Vorlesung. 

Doch was, wenn man finanziell nicht mit seinen Freundinnen und Kommilitonen mithalten kann? Ist man zum Außenseiter-Dasein verflucht? Oder welche Lösungen gibt es?

Campus Coach

In der ersten Woche deines Studiums, der Orientierungswoche, lernst du allerlei Nützliches: Wie du deinen Stundenplan zusammenstellst, wo die Mensa ist oder wie du dir Bücher in der Bibliothek ausleihst. 

Am Campus findest du dich schnell zurecht, aber dann warten erst die richtigen Herausforderungen auf dich: Wie löst du Konflikte mit Dozentinnen oder Kommilitonen? Wie motivierst du dich über mehrere Wochen für die Hausarbeit? 

Wir unterstützen dich in deinem Studien-Alltag und reden mit Expertinnen und Experten über Tipps für jede noch so verfahrene Situation an der Uni.

Wie man auch mit sehr wenig Geld ein gutes und glückliches Studierendenleben führen kann, haben wir zwei Experten gefragt.

1 Reden, reden, reden.

Wer nicht offen über seine finanzielle Lage spricht, wird immer wieder in die unangenehme Situation kommen, dass die Anderen Dinge unternehmen wollen, die man sich nicht leisten kann. Denn wer nichts von den Problemen weiß, kann auch keine Rücksicht nehmen.

"Wenn es echte Freunde sind, dann kann man mit ihnen darüber reden", sagt Stiehler. Man solle versuchen, Schamgefühle zu überwinden: Als Studentin oder Student sei es nicht ungewöhnlich, wenig Geld zu haben. 

"Ich habe in meiner Beratung noch nie gehört, dass jemand schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, mit seinen Freunden über seine Geldprobleme zu reden." Im Gegenteil: Die meisten seien überrascht gewesen, wie positiv ihre wohlhabeneren Freunde reagiert haben. "Und dass sie sogar hilfreiche Tipps hatten."

2 Suche Aktivitäten, die kein Geld kosten.

Statt für Dienstleistungen zu bezahlen, solle man selbst kreativ werden, rät Noelting. So könne man zum Beispiel mit seinen Freunden im Park Fußball spielen oder in einer kostenlosen, öffentlichen Anlage Skateboard fahren. Dafür müsse man sich vielleicht einmalig einen Ball und ein Skateboard kaufen, habe dafür aber ein jahrelanges Hobby, bei dem man immer wieder seine sozialen Kontakte pflegen könne. 

"Wer immer nur darüber nachdenkt, dass er sich eine Million Dinge, die Geld kosten, nicht leisten kann, blockiert seinen Blick für die zehn Millionen kostenlosen Dinge, die mindestens genauso viel Spaß machen", sagt Noelting.

3 Nicht immer nur Nein sagen, Gegenvorschläge machen.

"Wollen wir heute Abend was trinken gehen?" Diesen Satz hört man während des Studiums durchaus häufiger. Cocktails und Longdrinks schmecken schließlich echt lecker – sind aber auch richtig teuer. 

Wie wäre es, wenn stattdessen jeder ein paar Zutaten mitbringt und ihr bei einem von euch zu Hause Getränke selber mixt? "Wer wenig Geld hat, kann nicht immer mithalten. Da muss man dann proaktiv werden und Gegenvorschläge machen, um nicht den Anschluss zu verlieren", weiß Noelting.  

4 Hinterfrage Freundschaften.

Echte Freunde, die von deiner Situation wissen, nehmen Rücksicht. Dass du ab und zu Verabredungen absagen musst, kommt vor. Man kann ja auch nicht vom Gegenüber verlangen, immer zu verzichten. 

Wenn es sich aber extrem häuft und deine Freunde immer nur teure Dinge unternehmen wollen, frage dich ganz ehrlich: Haben wir vielleicht einfach zu unterschiedliche Interessen? Haben wir uns vielleicht auseinander entwickelt? 

Noelting: "Gerade als Student ist man für gewöhnlich unverschuldet in der Situation, dass man wenig Geld besitzt. Da kann man schon mal Rücksicht einfordern. Wenn man die aber so gar nicht bekommt, sind das dann wirklich Freunde?"

5 Nutze Tauschringe.

In vielen Städten und einigen Unis gibt es Tauschringe. "Da bietet zum Beispiel ein Student mit einer besonderen Begabung fürs Haareschneiden einen Haarschnitt gegen eine Stunde Mathe-Nachhilfe", berichtet Stiehler über den Tauschring in Dresden.

Hier sind Zeit und Können die Währung, mit der man zahlt – und Geld kann gespart werden.

Auch online gibt es einige Tauschbörsen, wie nebenan.de, Bambali oder Ebay-Kleinanzeigen. Außerdem gibt es Facebook-Gruppen wie FairTeiler oder auch regional organisierte Bücherbasare und Schwarze Bretter.

6 Konsumiere aufmerksam.

"Ich trage sehr viele Markenklamotten – habe sie aber nie neu gekauft", erzählt Noelting. Gute, hochwertige Produkte halten lange und sind deshalb sehr viel auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. "Ob Kleidung oder Einrichtungsgegenstände – ich nutze sehr viel Kleiderkreisel oder Ebay Kleinanzeigen." Auch Flohmärkte sind nicht zu verachten.

"Bei der Ernährung ist es da schon schwieriger", fährt Noelting fort. Gutes Biofleisch zum Beispiel, das man mit gutem Gewissen essen könne, sei teuer. "Luxus und Genuss lassen sich nur erreichen, wenn man gleichzeitig auch verzichtet." Soll heißen: Wenn man jeden Tag ein gutes Steak esse, sei es nichts Besonderes mehr. "Stattdessen kann man sich am Montag ja schon auf den Fleisch-Freitag freuen." So spart man, ohne komplett zu verzichten.

7 Wenn die Eltern nicht unterstützen können – vielleicht jemand anderes?

"Ich gehe mit Studierenden manchmal die komplette Verwandtschaft durch, ob es nicht irgendwo jemanden gibt, die oder der etwas geben kann", erzählt Stiehler. "Und wenn es nur 20 Euro pro Monat von der Oma sind – auch die können schon helfen."

Man kann auch zur Rechts- und Sozialberatung in den Studentenwerken gehen. Die haben (neben vielen anderen Finanzierungstipps) zum Beispiel Vorlagen für private Darlehensverträge mit Freunden oder Verwandten, damit alles mit der Oma geregelt ist und sie sich auch abgesichert fühlt. In diesen Verträgen kann man genau schriftlich festhalten, wann und in welchen Raten das Geld an Oma zurückgezahlt wird – wenn sie es überhaupt wieder haben will.

Wie du Sparziele mit einem simplen Tagesgeldkonto erreichst, erklärt im folgenden Text Finanzexpertin Madame Moneypenny:



Gerechtigkeit

"Die Menschen lassen sich nicht so einfach täuschen": Wie es mit den Protesten in Hongkong weitergeht

Angela Merkel hat abgesagt. Die Bundeskanzlerin wird sich während ihrer dreitägigen China-Reise nicht mit den Aktivistinnen und Aktivisten in Hongkong treffen, die seit Monaten für mehr Demokratie auf die Straße gehen.

In einem Brief hatte sich Joshua Wong, ein Anführer der Proteste, gemeinsam mit in Deutschland lebenden Hongkongern an die Bundeskanzlerin gewandt. Darin baten die Aktivisten Merkel um ein Treffen und um ihre Hilfe im Kampf für die Freiheit. Den Brief hatte die "Bild"-Zeitung veröffentlicht. In Peking mahnte Merkel eine friedliche Lösung an, es müsse alles daran gesetzt werden, Gewalt zu vermeiden. (SPIEGEL)

Wir haben mit Joshua Wong über die Zukunft des Protests gesprochen. Und darüber, wie er trotz Angela Merkels Absage mit ihr ins Gespräch kommen will. 

Eine persönliche Antwort auf den Brief hat Joshua von der Bundesregierung nicht erhalten, sagt der 22-Jährige bento. Er habe lediglich aus den Medien von der Antwort von Regierungssprecher Steffen Seibert erfahren. Seibert hatte mitgeteilt, dass sich an Merkels Reiseprogramm nichts geändert hätte. (SPIEGEL)