Sparen klingt langweilig, "conscious spending" schon besser.

Hier ein Kaffee, da ein Restauranbesuch und zum Monatswechsel der Spruch: "Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig?" – so lässt sich leider unser Verhältnis zu Geld oft beschreiben. Denn selbst in einem gewöhnlichen Monat, in dem außer der Miete keine großen Ausgaben anfallen, ist das Geld schnell weg. Wo ist es geblieben? Und wie könnte man sparen?

 "Führ doch mal ein Jahr lang ein Haushaltsbuch und trag alle Ein- und Ausgaben fein säuberlich ein", lautet der klassische, meist elterliche Rat. Manchmal noch ergänzt um ein "geht auch per App". 

Ja, geht, aber geht gar nicht. Denn es ist ziemlich nervig und droht, den Spaß beim Kaffee oder Bier trinken zu verderben, wenn die Ausgabe gleich registriert werden muss.

Zum Glück ist der Stress gar nicht notwendig. 

Denn es genügt völlig, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie leicht alltägliche kleinere Ausgaben ein Loch ins Budget fressen können. Dafür reicht schon Grundschulmathematik, nämlich simples addieren und multiplizieren. "Conscious spending", also "bewusst ausgeben" heißt dieser Trend, zu realisieren wo das Geld bleibt, um dann bewusster zu konsumieren.

Jetzt möchtest du wissen, was aus ein paar gesparten Euro am Tag über Jahre so werden kann? Dann spring einfach ein paar Klassen weiter – oder gehe ins Netz

Das simpelste Beispiel ist wohl der Kaffee. Kaffee ist nicht gleich Kaffee, das wissen wir alle. Aber im Café oder To Go kosten sie alle fast dasselbe. 


Dabei sind die besten doch fast immer jene, die man allein oder mit Freunden in Ruhe genießt. Während der hastig auf dem Weg gekaufte Kaffee aus dem Wegwerfbecher eher Gewohnheit als Genuss ist. Dennoch trinken viele von uns von denen mehr. Den ersten gibt es morgens auf dem Weg zur Arbeit oder Uni, den zweiten vielleicht, um die Zeit bis zum Mittagessen gut zu überstehen, und dann eventuell noch einen am Nachmittag auf dem Weg nach Hause. 

Nehmen wir mal an, ein Becher kostet zwei Euro. Bei ein bis zwei Stück addieren sich die Ausgaben schnell auf vier Euro am Tag. Multipliziert mit 20, weil der Monat mindestens so viele Wochentage hat, macht das im Monat 80 Euro. Rund 1000 Euro im Jahr.

Buch "Reich wie Norwegen"

Wer noch detaillierter wissen möchte, wie Geld für Rente und Spaß langfristig angelegt werden kann, dem sei das Buch von Clemens Bomsdorf empfohlen: "So werden Sie reich wie Norwegen – Genial einfach ein Vermögen aufbauen", erschienen bei Campus. (Wenn du über diesen Link kaufst, bekommen wir unter Umständen eine Provision.) Der Erfolg des norwegischen Ölfonds ist beeindruckend: Er hat mehr als 20 Jahre lang bei weniger Risiko eine höhere Rendite als der Dax erwirtschaftet.

Genauso lassen sich die monatlichen und jährlichen Kosten für Schokoriegel, Zigaretten oder die einmal gekauften, aber fast nie genutzten Klamotten-Schnäppchen hochrechnen. Ziemlich sicher kommen da 1000 oder 2000 Euro im Jahr zusammen. 

Nur zu, gebt sie aus! Aber bewusst. Denn: Das kann ein Grund sein, warum am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist. 

Das schöne Essen oder die Taxifahrt für 25 Euro – beides bei vielen verpönt – fällt da in der Summe oft weniger ins Gewicht. Schließlich bleiben diese Ausgaben eine Ausnahme. Trotzdem verzichten viele eher auf das Taxi ab und an als auf den täglichen Kaffee – ganz einfach, weil der weniger kostet. Aber das gilt eben nur pro Stück. 

Nächster Schritt: Was kosten die vielen Kaffees und andere Kleckerausgaben langfristig? 

Hier geht es nicht darum, einfach das jährlich gesparte Geld auf Jahrzehnte hochzurechnen, sondern um das, was in Ökonomendeutsch Opportunitätskosten heißt.  

Wir haben schon gesehen, dass man durch den täglichen Coffee-To-Go-Verzicht 80 Euro im Monat sparen kann. Die wiederum kann man ausgeben – oder sparen. Den Kaffee doch zu kaufen, "kostet" diese Möglichkeit (Opportunität), das Geld anders einzusetzen. Das kann langfristig ein ziemlich hoher Preis sein.

Das entscheidende ist der Zinssatz

Angenommen du verzichtest nur auf jeden zweiten oder dritten Kaffee (oder Schokoriegel), dann könntest du alle vier Wochen 50 Euro zur Seite legen. Wenn du dich entscheidest, langfristig in Aktien zu investieren, dann gilt eine Rendite zwischen 4 bis 8 Prozent pro Jahr als realistisch – sofern du tatsächlich Schwankungen aushältst.

Jetzt wird es ein bisschen komplizierter: 

Gehen wir von 6 Prozent aus: Mit einer solchen Performance hättest du nach 40 Jahren 95.000 Euro. Das wäre genug, um sich zehn Jahre lang jeden Monat 1000 Euro auszahlen lassen zu können – weil sich das Geld ständig weiter vermehrt.  

Ein Teil des Gewinns stammt übrigens aus Dividenden und dem Wertzuwachs. Um die zu berechnen, helfen dir entweder die Zinseszinsrechnung aus der Schule oder Portale

Da stehen die Chancen nicht schlecht, später am Ende des Monats noch Geld übrig zu haben. 

So wirst du reich wie Norwegen. Alle Artikel im Überblick

In einer fünfteiligen Serie erklärt der Journalist Clemens Bomsdorf bei bento, wie Kleinanleger nach norwegischem Vorbild erfolgreich investieren können. 

Teil 1: Ich habe mit 18 meine erste Aktie gekauft – das habe ich seitdem gelernt

Teil 2: Du willst reich werden, ohne zu arbeiten? Dann nimm dir Norwegen zum Vorbild

Teil 3: Du hast keine Ahnung von Aktien? So machen sie dir sogar Spaß

Teil 4: Erfolgreich Aktien kaufen: Diese fünf Dinge solltest du beachten

Teil 5: Ooops, aus Versehen in Schusswaffen investiert?



Grün

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