Fünf, zehn oder sogar 20 Minuten?

Gemütlich in Bikini oder Badehose in die Sonne gelegt, kurz eingenickt, und: verbrannt. Irgendwie überschätzt man jeden Sommer erneut, was die eigene Haut so verträgt – und was eben nicht.

Deshalb haben wir mal nachgefragt: Ab welcher Dauer wird es für welchen Hauttyp kritisch? Und was kann passieren, wenn man sich regelmäßig verbrennt? Percy Lehmann, Direktor des Zentrums für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie am Helios-Universitätsklinikum Wuppertal, antwortet. 

Ist denn jeder Sonnenbrand dramatisch?

Leider ja. "Jeder Sonnenbrand schadet unserer DNA und unseren Zellen", erklärt Lehmann. Der Dermatologe vergleich die Haut mit einem Computer: "Sie merkt sich jeden Schaden und spuckt ihn nach Jahrzehnten wieder aus." Der größte Schaden, der langfristig entstehen kann, ist Hautkrebs. 

Sollte man also besser vor der Sonne flüchten?

Nein. Unser Körper braucht sie, um Vitamin D zu bilden. "Für viele Stoffwechselprozesse spielt Sonne eine große Rolle“, sagt Lehmann. Es gehe also nicht darum, die Sonne zu meiden, sondern um einen vernünftigen Umgang mit ihr. 

Jeder Sonnenbrand schädigt unserer DNA und unseren Zellen.
Percy Lehmann

Und wer verträgt was? 

Es gibt sechs unterschiedliche Hauttypen: 

  • Typ 1 hat sehr helle Haut, häufig Sommersprossen, rötliches Haar. Die Eigenschutzzeit liegt nur bei etwa einer Viertelstunde. 
  • Menschen mit Hauttyp 2 haben ebenfalls helle Haut, manchmal Sommersprossen, helles Haar. Menschen dieses Hauttyps können etwa 20 Minuten ohne zusätzlichen Schutz in der Sonne verbringen.
  • Menschen mit Hauttyp 3 haben meist dunkle Haare und Augen und mittelhelle Haut. Die Eigenschutzzeit der Personen dieses Hauttyps beträgt 30 Minuten. 
  • Menschen mit Hauttyp 4 haben bräunliche Haut und dunkelbraunes bis schwarzes Haar. Menschen dieses Hauttyps können etwa 40 Minuten ungeschützt in der Sonne verbringen. 
  • Zu Typ 5 gehören Menschen mit dunkelbrauner Haut, sie haben häufig schwarzes Haar. Dieser Hauttyp verträgt Sonne ohne zusätzlichen Schutz bis zu 60 Minuten lang. 
  • Zu Typ 6 zählen Menschen mit dunkelbrauner bis schwarzer Haut, die Eigenschutzzeit der Haut liegt bei bis zu 80 Minuten.

 (Bundesamt für Strahlenschutz)

Wie viele Minuten man ohne Hautschäden in der Sonne verbringen kann, hängt aber auch von der Jahreszeit und der Vorbereitung ab: "Im Frühjahr gewöhnen wir uns langsam an die Sonne", erklärt Lehmann. "Die Haut wird etwas dicker und bekommt einen leichten Pigmentschutz." Besonders vorsichtig sollten Urlauber sein: "Ganz katastrophal ist es, wenn man im März nach einem langen Winter nach Südafrika fliegt – dann ist die Haut überhaupt nicht vorbereitet und hat einen sehr geringen Eigenschutz", sagt Lehmann. 

Außerdem hängt es auch von der Region ab, in der man sich aufhält: Während Menschen mit sehr heller Haut früher vor allem in Irland oder anderen regenreichen und weniger sonnigen Ländern lebten, zieht es die Menschen heute zum Leben und Arbeiten überall hin. Das heißt aber auch: Sie bekommen möglicherweise eine völlig andere Dosis Sonne ab, als eigentlich für ihre Haut in Ordnung wäre. 

Ganz katastrophal ist es, wenn man im März nach einem langen Winter nach Südafrika fliegt.
Percy Lehmann

Was muss man bei der Sonnencreme beachten?

Solange die Haut sich noch nicht an die Sonne gewöhnt hat, sollte unbedingt Sonnencreme benutzt werden – und zwar nicht nur, wenn man in der Sonne liegt. Auch, wer mit dem Rad durch die Stadt fährt oder im Park spaziert sollte aufpassen – die Sonne kommt auch dann an die Haut und es droht Sonnenbrand. Dann kann Sonnencreme den Eigenschutz der Haut verlängern. "Wichtig ist dabei aber auch die Menge – man sollte nicht zu wenig benutzen", sagt Lehmann. 

Der Lichtschutzfaktor auf der Tube sagt aus, um wie viel Zeit sich der Eigenschutz der Haut verlängert: Gehört man zu Hauttyp 1 und hält es deshalb etwa 15 Minuten ohne Sonnenbrand aus, sind es mit Lichtschutzfaktor 20 immerhin 300 Minuten – also fünf Stunden. 

Sonnencreme-Fakten

  • Die richtige Menge Sonnencreme ist wichtig, damit die Haut wirklich geschützt ist. Viele Menschen benutzen viel zu wenig davon: Ein Erwachsener benötigt etwa sechs Esslöffel Sonnencreme, um den gesamten Körper einzucremen (circa 30 bis 40 Milliliter). 
  • Ebenfalls wichtig: regelmäßiges Nachschmieren, etwa alle zwei Stunden. Außerdem muss, wer Sport getrieben und geschwitzt oder im Wasser war, ebenfalls nachschmieren – die Sonnencreme könnte abgetragen worden sein.
  • Wer erneut Sonnencreme aufträgt, verlängert allerdings nicht die Schutzzeit - er oder sie erhält sie nur aufrecht. (Apotheken-Umschau)

Wenn man genug eincremt, ist also alles okay? 

Fast. Auch dann sollte man nicht ewig in der Sonne liegen bleiben. "Auch das fügt der Haut Schäden zu, die später Hautkrebs begünstigen können“, sagt Lehmann. "Außerdem ist da auch der kosmetische Aspekt: Wenn man zu viel in der Sonne ist, altert die Haut schneller." Und wer will das schon.

Und wie ist es mit Sonnenallergie? 

Eine fiese Angelegenheit: Sobald man in die Sonne geht, wird die Haut rot und juckt. Diagnose: Sonnenallergie. Das hatte man doch vor ein paar Jahren noch nicht...? "Sonnenallergie entwickeln Menschen erst mit der Zeit“, sagt Lehmann. Die genaue Ursache habe man noch nicht herausgefunden. 

Worin sich Mediziner aber einig sind: Sonnenallergie tritt vor allem dann auf, wenn man unvorbereitet in die Sonne geht. Am besten ist es, die Haut ganz langsam an die Sonne zu gewöhnen und zusätzlich gut einzucremen – dann gibt es keine Verbrennungen und auch keine juckenden Stellen. 


Haha

Dieses Meme macht Heiko Maas zum Grundgesetz-Bachelor
Die SPD weiß, wie man junge Menschen gewinnt.

Manche Memes sind Spätzünder. Dieses zum Beispiel: Das Foto zeigt Heiko Maas mit einer kommentierten Ausgabe des Grundgesetzes und roten Rosen in der Hand. 2014 war das. Maas war recht neu im Amt des Justizministers, als er als Erster ein Gesetz zur Frauenquote vorlegen wollte. Hat er dann auch. Wurde durchgesetzt. 

Seit März ist er Außenminister. Und trotzdem ist es derselbe Mensch, Ministerium hin oder her, der Rosen in seiner Hand hält. Was für ein Typ. Selten sahen 150 Jahre Sozialdemokratie so frisch aufgestanden aus. Aber ist das noch seriös? 

Klar. Schließlich war Heiko Maas schon immer ein Anwalt für die Frauen in Deutschland