Bild: imago / Kraehn
Wie die Fluggeräte bald unseren Alltag verändern – nicht zwingend zum Guten

"Der Luftraum ist das neue Internet" sagt Journalist und Drohnen-Experte Moritz Metz: Ein Raum, der nun für den Austausch von Informationen erschlossen wird.

Neun Jahre nachdem der erste "Quadrokopter" vorgestellt wurde, bleibt der Einsatz von zivilen Drohnen noch immer sehr begrenzt. Es gibt aber schon einige Pilotprojekte und mitunter verrückte Aktionen, die zeigen, wozu die Propellerflieger fähig sind. Auf der re:publica erzählt uns Metz, wofür sie schon alles eingesetzt werden.

Für politischen Aktivismus

Das Peng-Kollektiv warf im vergangenen Oktober Flugblätter über einer NSA-Zentrale bei Darmstadt ab. Diese sollten die Geheimdienstmitarbeiter überzeugen, ihren Dienst zu quittieren.

Abtreibungspillen sind in Polen verboten. Um dagegen zu demonstrieren, flogen Mitglieder der Frauenrechtsorganisation "Women on Waves" sie daher per Drohne über die deutsch-polnische Grenze und warfen sie anschließend ab.

Für Kunst

Neben Fotografen haben auch Graffity-Künstler wie Katsu das Potenzial der Fluggeräte entdeckt. Die Sprühdose beliebig hoch fliegen zu lassen, eröffnet völlig neue künstlerische Möglichkeiten:

Zum Musikmachen

Drohnen können ein ganzes Orchester ersetzen:

Als Postbote

Drohnen könnten bald die modernen Brieftauben sein. Amazon investiert schon ordentlich in den zukünftigen Paketversand per Drohne – wie folgendes Imagevideo zeigt:

Doch die neue Drohnenwelt ist nicht nur rosig

Natürlich können die Fähigkeiten der Fluggeräte auch missbraucht werden: den Nachbarn ausspionieren, Drogen schmuggeln, Waffen daran befestigen. Und die Vorstellung, dass in ein paar Jahren ganze Scharen an summenden Fluggeräten unseren Himmel bevölkern, ist nicht sehr attraktiv.

Drohnen sind die Demokratisierung des Blicks von oben.
Moritz Metz

Dennoch findet Metz, man müsse das ganze Thema "nüchterner betrachten“ – und vergleicht Drohnen mit Autos: Ähnlich wie diese vor Jahrzehnten die Erdoberfläche eroberten, würden Drohnen in Zukunft unseren Luftraum besiedeln, sagt er. Und müssten dann ähnlich wie die Fahrzeuge reguliert werden: die Registrierung der Geräte oder der Aufbau von "Luftstraßen" wären ein Anfang.

Doch je umfassender die Regulierungen, desto mehr würde der Luftraum auch zur umkämpften Zone. Das für Metz größte Potenzial der Drohnen – die "Demokratisierung des Blicks von oben" – wäre dann in Gefahr.

Am meisten schätzt Metz an den Fluggeräten, dass sie Zeit sparen. Impfstoffe und Medikamente können mit ihrer Hilfe auch weit abgelegene Gebiete erreichen.

Machen Drohnen unsere Welt also besser?

Es kommt darauf an, wie wir mit der neuen Technologie umgehen. Laut Metz überwiegen mehr Chancen als Risiken. Wie sich der Umgang mit den Quadrokoptern weiterentwickelt, zeigt sich womöglich schon bald: "Wir können gespannt sein, was in den nächsten Monaten passiert", prophezeit Metz. "Die meisten Drohnen-Aktionen finden im Sommer statt." Der Grund: Im Winter halten die Akkus nicht lange genug.


Tech

Sieht so das neue Facebook aus?
Eine Timeline ist nicht genug

Ein Newsfeed nur für Politik, für Essen oder Selfies: Facebook arbeitet an Alternativen zur vollgepackten Timeline. Wir konnten das zufällig schon mal ausprobieren: In der aktuell von mir auf Android genutzten Facebook-App gibt es seit Mittwoch deutlich mehr Möglichkeiten, das soziale Netzwerk den eigenen Interessen anzupassen. Per Wischbewegung kann man vom klassischen Newsfeed zu mehreren Themenkanälen wechseln.

Zu Oberbegriffen wie "Lustig", "Politik", "Games" und "Musik" existieren dort eigene Kanäle - selbst für Selfies, Feierlichkeiten und Essen gibt es Newsfeeds. Ganz links und damit der Standardreiter ist allerdings nach wie vor ein thematisch gemischter Nachrichtenstrom.