Bild: Witchsy

Als sie loslegten, dachten Kate Dwyer und Penelope Gazin nicht, dass es leicht werden würde. Sie dachten nur nicht, dass es so schwer werden würde – allein weil sie Frauen sind. Mit ihrem Start-up Witchsy verkaufen sie schräge Kunstwerke und verspielte Einrichtungsgegenstände. Doch auf dem Weg zum Online-Shop bekamen sie zunächst zahlreiche Absagen von angefragten Entwicklern und Webdesignern. Also erfanden sie Keith, ihren fiktiven männlichen Mitgründer.

Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Kate Dwyer, Gründerin von Witchsy

Was nach einem schlechten Aprilscherz klingt, war die Rettung in der Not für die beiden. "Ich musste tagelang auf eine Antwort warten, aber Keith bekam nicht nur Antworten, sondern wurde auch noch gefragt, ob es sonst etwas gebe, mit dem man ihm helfen könne", erzählt Kate Dwyer dem Onlinemagazin "Fast Company". 

Der erfundene Kollege zeigte den beiden, wie sie anders behandelt wurden, nur weil sie Frauen waren.

Im Kontakt mit einem Entwickler zeigte sich das besonders: "Wenn er mit Keith schrieb, verwendete er immer seinen Namen. Bei uns nie", sagt Gazin. Doch anstatt das Experiment zu beenden, trieben die beiden es noch weiter. "Wir fanden, dass das ein Teil der Welt ist, in der wir leben. Wir wollten das sehen und wir wollten, dass es so passiert", sagt Kate Dwyer.

Tatsächlich ist Sexismus in der Wirtschaft immer noch ein weit verbreitetes Problem. 

Erst vor kurzem erschien eine Studie, die zeigte, dass Frauen in Start-ups besonders oft sexuell belästigt oder attackiert werden. Demnach machten 54 Prozent der befragten Frauen allein in den letzten 12 Monaten Erfahrungen mit sexistischen Witzen oder Bemerkungen. 27 Prozent erhielten sexuell eindeutige Mails, jede fünfte Frau wurde gegen ihren Willen geküsst. (Golem)

Die beiden Gründerinnen haben Keith allerdings inzwischen in den Ruhestand geschickt. Ihren Shop betreiben sie jetzt ganz offiziell zu zweit – und mit Erfolg.

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