Bild: privat
Das erzählt er in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?"

Abitur, danach studieren, Jura, wie sein Vater. Das war lange Phillips Plan. Doch das Jurastudium machte ihn nicht glücklich. Er schmiss hin und fing an, vorübergehend bei der Post zu jobben. Das war vor drei Jahren. Heute arbeitet er immer noch dort und hat seine Entscheidung nie bereut.

Phillip Kottenberg, 28, ist Postbote in Bamberg.

Wie werde ich Postbote oder Postbotin?

Wer Briefe und Pakete ausliefern möchte, muss eine zweijährige Ausbildung abschließen. Für diese benötigt man mindestens einen Hauptschulabschluss. Die Theorie wird in der Berufsschule erlernt, die Praxis findet im Ausbildungsbetrieb, also in einem Logistikunternehmen statt. Außerdem ist es von Vorteil, wenn man zu Beginn der Ausbildung bereits einen Führerschein hat. Denn die Pakete werden mit dem Auto ausgeliefert, Briefe häufig mit dem Fahrrad.

Je nachdem in welchem Betrieb und Bundesland die Ausbildung stattfindet, ist das Gehalt möglicherweise tariflich geregelt. Nach der erfolgreichen Ausbildung kann man daher zwischen 1700 Euro – was unter den tariflichen Löhnen liegt – und 2600 Euro brutto im Monat verdienen. (ausbildung.de)

Ein Job, der Phillip körperlich viel abverlangt. Denn an nur einem Arbeitstag liefert Phillip bis zu 150 Pakete und zusätzlich noch Briefpost an etwa 1500 Haushalte aus. Das bedeutet an manchen Tagen bis zu 30.000 Schritte. 

  • Wie geht er mit dem Druck um, täglich so viele Pakete und Briefe ausliefern zu müssen?
  • Was denkt er über Menschen, die viel bestellen?
  • Und wie hat das Coronavirus seine Arbeit verändert?

Das erzählt Phillip in "Und was machst du so?", dem Job-Podcast von bento:

„Ich bestelle nichts, außer meiner Dienstkleidung.“
Postbote Phillip Kottenberg

Worum geht's im Podcast?

Wir wollen heute anders arbeiten als unsere Eltern. Wir wollen nicht blind die Karriereleiter hochklettern, sondern einen Job, der uns erfüllt. Dafür sind wir bereit, uns zu verausgaben. Im Mitarbeitergespräch fragen wir unsere Chefs eher nach einem Sabbatical als einer Gehaltserhöhung.

Carolina Torres und Sarah Klößer sprechen in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?" abwechselnd mit jungen Menschen über ihre Berufe. Was motiviert sie? Was bedeutet Erfolg für sie? Und wie wichtig ist ihnen ihre Work-Life-Balance?

Du kannst unseren Podcast kostenlos hören, wo und wann du willst. Du findest ihn auf bento und auf Plattformen wie Apple Podcasts und iTunesSpotifyDeezerSoundcloud oder Google Podcasts. Wenn du den Podcast abonnierst, verpasst du keine Folge mehr. 

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Art

Comics können mehr als toxische Männlichkeit
"Trubel mit Ted" ist dafür ein schönes Beispiel.

Ted ist ein großer Mann, der sich auf viel zu langen Beinen ungelenk durchs Leben bewegt. Seinen Kopf hält er versteckt zwischen seinen hochgezogenen Schultern. Man sieht der Figur an, dass sie sich nicht so richtig wohlfühlt. Ted hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus. Es fällt ihm schwer, sozial zu interagieren. So übt er Sarkasmus und lacht dann viel zu lang über seinen eigenen Witz. Oder er nimmt auf der Straße einen Flyer an, um sich gleich darauf zu ärgern: "Jetzt bin ich verpflichtet, hinzugehen!" und steht am Abend unbehaglich in der Ecke eines Konzertsaales herum. "Trubel mit Ted" lässt einen an vielen Stellen schmunzeln.

"Das könnte meinem Bruder auch passieren", sagt die Autorin Émilie Gleason, 28. Es ist seine Geschichte, die sie im Comic erzählt. Er hat ebenfalls das Asperger-Syndrom und kann selten nein sagen. "Immer, wenn er an einer Hilfsorganisation vorbeikommt, die Geld sammelt, endet es damit, dass er spendet. Er weiß sonst nicht, wie er aus der Situation herauskommen soll", sagt sie und lacht. Ihr Bruder sei es auch gewesen, der sie zu der Geschichte inspiriert habe. "Ich wollte einen Comic schreiben, der seine Welt zeigt."