Bild: Pixar
Aber er zeigt auch, dass es Hoffnung gibt

Purl ist ein rosa Wollknäuel, sie mag Blumen und Stricken. Sie ist die Heldin eines neuen Kurzfilms von Pixar, den das Animationsstudio diese Woche auf Youtube veröffentlicht hat. Und in diesem Film geht es nicht um lebendiges Spielzeug oder verlorene Fische – sondern um ein echtes Erwachsenenproblem: Denn Purl hat einen neuen Job in der Investment-Abteilung der B.R.O. Capital. In dieser Firma ist der Name Programm: Dort arbeiten nur Männer in identischen Anzügen, zwischen den Meetings werden die Sportergebnisse gecheckt und schmutzige Witze erzählt. 

Purl passt in diese Welt nicht hinein – ihre Schreibtischdeko wird kritisch beäugt, ihre Vorschläge im Meeting ignoriert und über ihre Witze lacht niemand. Damit thematisiert der Kurzfilm eine Situation, in der sich viele Frauen im Berufsleben wiederfinden: Eine Arbeitswelt, in der "Erfolg" männlich besetzt ist. Je weiter man in der Karriereleiter nach oben klettert, desto schlimmer wird es – denn spätestens die Führungsebenen sind dann Männer-Territorium. (SPIEGEL ONLINE)

Hier der komplette Kurzfilm "Purl":

Im weiteren Verlauf des Films wird auch gezeigt, wie Frauen häufig mit dieser Situation umgehen: Weil es so mühsam ist, ständig um Anerkennung zu kämpfen, passen sie sich den Männern an, um von ihnen respektiert zu werden. Und so sehen wir Purl, die sich einen Anzug strickt und im Meeting laut brüllt, anstatt vernünftige Vorschläge zu machen.

Im Film ist das lustig – in der wahren Welt aber ziemlich traurig. Und vor allem problematisch. Denn Studien zeigen, dass Teams am besten funktionieren, wenn sowohl Männer als auch Frauen Teil davon sind. (SPIEGEL ONLINE) Absurderweise gibt es inzwischen sogar Karriere-Ratgeber, die Frauen beibringen wollen, möglichst maskulin rüberzukommen, um beruflichen Erfolg zu haben. 

Kristen Lester, die das Drehbuch zu "Purl" geschrieben und Regie geführt hat, hat diese Erfahrung selbst gemacht. Der Film basiere auf ihrem ersten Job als Trickfilm-Zeichnerin, erzählt sie in einem Behind the Scenes-Video. Damals sei sie die einzige Frau in einem Raum voller Männer gewesen. "Um das tun zu können, was ich liebe, wurde ich einer von ihnen." Erst als sie bei Pixar mit Frauen in ein Team kam, habe sie gemerkt, wie sehr sie vorher ihre weibliche Seite versteckt habe.

Und tatsächlich ist Solidarität unter Frauen dann auch die Lösung in "Purl": Denn als eine neue Kollegin bei B.R.O. Capital anfängt, wird Anzugträgerin-Purl auf einmal bewusst, wie sehr sie sich bisher verstellt hat. So schafft es der Film – wie wir es von Pixar auch erwartet hätten – doch noch zu einem Happy End

Und vielleicht klappt es so ja auch im echten Leben: Indem Frauen zusammenhalten – und allen klarmachen: weiblich zu sein ist keine Schwäche. Schon gar nicht im Beruf.


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