Deutschlands Banken lassen sich ihre Dienste immer häufiger extra bezahlen. Nach einer Auswertung der Zeitschrift "Finanztest" gibt es aber noch 23 Girokonten, die wirklich kostenlos sind.

Die Zeiten kostenloser Bankkonten neigen sich langsam dem Ende zu. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht eine weitere Bank neue Gebühren für ihre Dienstleistungen einführt. 

Damit die Gebührenerhöhungen nicht so auffallen, haben sich viele Banken und Sparkassen ein teilweise kompliziertes System aus verschiedenen Kontomodellen einfallen lassen: vom Premiumkonto mit allen Extras und hoher Grundgebühr bis zum Billigkonto ohne Grundgebühr, bei dem der Kunde aber für jede Überweisung extra zahlen muss.

Der Grund für den Preisanstieg: 
  • Durch die Niedrigzinsen können Banken derzeit kaum mit Kundenguthaben Geld verdienen. Traditionell leben die Institute vor allem vom sogenannten Zinsüberschuss, also der Differenz zwischen dem, was sie zum Beispiel für Kredite kassieren und auf der anderen Seite ihren Kunden als Sparzinsen zahlen. 
  • Da aber die EZB die Zinsen auf Null gesenkt hat und der Unterschied zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen so gering ist, brechen den Banken die Einnahmen weg.

Eine Auswertung der Zeitschrift "Finanztest" zeigt nun: In Deutschland gibt es derzeit noch 23 Banken, die Gratiskonten ohne Bedingungen anbieten. Dafür hat "Finanztest" 231 Kontomodelle von 104 Banken getestet. Bei diesen 23 Konten sind alle Onlinebuchungen inklusive, die Girocard kostenlos und der Kunde muss keine Bedingungen erfüllen. Es muss nur jeden Monat ein Gehalt oder eine Rente eingehen. Beleghafte Überweisungen, also Papier-Überweisungen, kosten bei manchen dieser Konten extra.

Kunden, denen eine Filiale wichtig ist, werden bei vier überregionalen Banken fündig. Regional bieten einige PSD Banken und die Sparda München ein Gratisgirokonto an. Kunden, die keinen Wert auf eine Filiale legen, finden außerdem bei neun Direktbanken ein kostenloses Girokonto.

(Bild: SPIEGEL ONLINE)
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Dieser Text ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen. 


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