Bild: imago
Ist das Dorf die neue Stadt?

Manche Menschen sparen, um schon mit 40 Jahren in Rente gehen zu können. Andere erfüllen sich den Traum von der 4-Tage-Woche, verdienen weniger und leben entspannter. Oder sie werden Queraufsteiger und fangen noch mal neu an: Lehre statt Studium, Laden statt Agentur, Tagesvater statt Koch.

Damit die Arbeit nicht nervt. Die Mehrheit von uns jungen Leuten will nicht nur Geld verdienen. Unser Job soll außerdem sinnvoll erscheinen und Spaß machen. Wir wollen als Mitarbeiter ernst genommen werden. Wir wollen mitreden, wir wollen gefördert werden, wir wollen uns entwickeln.

Unsere Arbeitswelt verändert sich aber nicht nur, weil wir nach mehr Life und weniger Work suchen. Oder nach mehr Sinn und weniger Langeweile.

Denn viele Firmen klagen über einen Mangel an Fachkräften. Gleichzeitig gibt es zunehmend weniger junge Menschen in Deutschland. Arbeitgeber müssen reagieren – dazu gehört auch, dass sie sich endlich um die Karrieren von Frauen kümmern. Und Müttern einen echten Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen.

Unsere Ansprüche ändern sich, die Firmen ziehen nach – aber damit ist es nicht getan. Wie Arbeit in Zukunft aussieht, hängt ab von:

  • Der Digitalisierung, durch die wir schneller und unkomplizierter kommunizieren, aus großen Datenbergen Schlüsse ziehen und Routineaufgaben an Computer und Roboter delegieren können. (Ob hier mehr Jobs wegfallen als neue entstehen, darüber streiten Experten noch.)
  • Der Globalisierung und vor allem geringen Transportkosten, durch die es möglich ist, Produkte dort schnell herzustellen, wo es besonders günstig ist – und sie überall hin zu verschicken. Der weltweite Wettbewerb existiert zunehmend auch für Dienstleistungen.

Was bedeutet das für uns? Das wollen wir herausfinden, in unserem Themenschwerpunkt Future

Wir machen uns auf die Suche nach der Zukunft der Arbeit und fragen, was hinter Konzepten wie New Work steht. Ob bei aller Euphorie nicht doch wieder nur wenige sehr viel arbeiten. Und viele für sehr wenig in der Gig Economy, in der Selbstständige immer nur einzelne Aufträge erhalten. Wo die Nachhaltigkeit bleibt. Und was Karriere heute eigentlich bedeutet.

Als erstes schicken wir dazu Katharina Hölter in eine 8000-Einwohner-Gemeinde nach Niederbayern.

Lange galt die Stadt als das Nonplusultra: mehr Menschen, mehr Business, mehr Forschung, mehr Kultur, mehr Freiräume. Wer Karriere machen wollte oder auch nur sich selbst finden und ausprobieren, musste in die Stadt. Doch Freiräume gibt es in Städten längst nicht mehr, und Zeit für Zukunftsvisionen hat wegen der hohen Mieten auch kaum jemand.

Ganz anders auf dem Land: Hier gibt es Ruhe, viel Platz und durch die Digitalisierung ist man trotzdem nicht mehr ab vom Schuss – so zumindest die romantische Vorstellung.

Ist das wirklich so? Katharina Hölter verbringt eine Woche im Coworking-Space "Woidhub" in Viechtach im Bayerischen Wald, wo sich junge Pioniere Großstadtfeeling in die 8000-Einwohner-Gemeinde geholt haben. Was sie dort erfährt, teilt sie diese Woche auf bento.


Gerechtigkeit

Der Rechtspopulist Viktor Orbán hat die Wahl in Ungarn gewonnen
Erste Glückwünsche kamen von der AfD.

Deutlicher als erwartet hat die Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán die Parlamentswahl in Ungarn gewonnen. 48,5 Prozent der Stimmen erhielt seine nationalkonservative Partei Fidesz – der "Ungarische Bürgerbund". 

Bereits seit 2010 regiert der Politiker, der mit vor allem mit rechtspopulistischen Äußerungen Wahlkampf machte. In den vergangenen Jahren hatte sich Ungarn unter seiner Regierung immer mehr abgeschottet. Medien, Gerichte und Universitäten stehen heute unter dem Einfluss der Fidesz-Partei.