Videoreihe "Durchgemacht": tagsüber studieren, nachts arbeiten

Für Stella* ist es genauso ein Nebenjob wie der ihrer Kommilitonen oder Kommilitoninnen. Escort-Dame zu sein, mache ihr einfach Spaß, sagt sie. So wie anderen das Kellnern oder ein Werkstudierendenjob in einem Unternehmen. "Ich mag sehr gern flirten, ich mag sehr gern Sex, ich lerne gern neue Leute kennen", sagt Stella.

Tagsüber studiert sie Soziologie und Gender Studies an der Goethe-Universität in Frankfurt, abends und nachts flirtet sie mit Männern – für Geld. Geld, das sie braucht, um ihr Studium ganz allein zu finanzieren. Dank ihres Jobs kommt sie ohne weitere Unterstützung aus.

Durchgemacht

Die Mietpreise steigen stetig, Bafög bekommt nur jeder dritte Student – wer sich sein Studium selbst finanzieren muss oder nicht nur auf seine Eltern verlassen kann oder will, braucht einen Nebenjob. In Deutschland arbeiten zwei Drittel der Studierenden neben der Uni - manche von ihnen nachts. Während ihre Kommilitonen feiern oder für den nächsten Vorlesungstag schlafen – verdienen sie ihren Lebensunterhalt. Was die Nachtarbeit mit ihnen macht, erzählen sie in unserer Videoreihe "Durchgemacht".

Als Escort zu arbeiten, ist aber nun mal kein alltäglicher Nebenjob. Und er birgt Risiken. Darüber haben wir mit Julia Buntenbach-Henke gesprochen. Sie arbeitet in der Fachberatungsstelle Prostitution der Diakonie Hamburg.

Im Video erzählt Stella, wie sie auf Vorurteile reagiert, warum ihr Nebenjob und ihr Studium "Gender Studies" super zusammenpassen – und wie sie sich nach einer Arbeitsnacht wieder auf die Vorlesung konzentrieren kann.

*Der richtige Name ist der Redaktion bekannt.


Gerechtigkeit

Wie Marco, 22, Dealer, über sein Leben denkt: "Ich bin nur in gewissen Momenten kriminell"
Eine neue Folge "Akteneinsicht - Alltag vor Gericht"

Seine wohl wichtigsten Worte spricht Richter Volker Köhler, als das Urteil bereits gefallen ist. Er beugt sich nach vorne, stützt die Ellenbogen auf den Tisch und fixiert eindringlich die Augen von Marco M. Dann sagt er: "Es wird Zeit, dass Sie Verantwortung für Ihr Leben übernehmen."

Marco* nickt. Der Angeklagte, 22, ist offensichtlich noch mitten im Reifeprozess, muss aber dringend erwachsen werden.