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Es ist gar nicht so schwierig, wie man denkt.

Müll wird ein immer größeres Thema unserer Gesellschaft. Viele scheinen verstanden zu haben, dass die Menschheit irgendwann im Müll ertrinken wird – wenn sich nicht bald etwas ändert. 

  • Jede und jeder Deutsche produziert im Jahr durchschnittlich 37 Kilogramm Verpackungsmüll aus Plastik. (Zeit Online)
  • Eine Studie der europäischen Statistikbehörde Eurostat hat gezeigt, dass in der EU die Menge an Müll durch Plastikverpackungen zwischen 2005 und 2015 um etwa zwölf Prozent gewachsen ist. In Deutschland sind es sogar fast 30 Prozent. (Zeit Online)
  • Im Pazifik schwimmt ein Müllstrudel, der etwa 80.000 Tonnen Plastik umfasst. Würde man damit eine Fläche formen, wäre sie vier mal so groß wie Deutschland. (SPIEGEL ONLINE)
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Ein grundlegendes Problem ist: Ein großer Teil der Wirtschaft in unserer sogenannten Wegwerfgesellschaft ist nicht darauf ausgelegt, nachhaltig zu sein. 

Oftmals limitierte Ressourcen werden in Wertschöpfungsketten zu Endprodukten mit kurzer Lebensdauer und dann zu Müll – ein linearer Prozess. Das Gegenstück dazu ist eine zirkuläre Wirtschaft, auch Kreislaufwirtschaft genannt. 

Was ist eine Kreislaufwirtschaft?

Es geht darum, möglichst sparsam mit knappen Rohstoffen umzugehen und diese möglichst wirksam zu nutzen. Am besten ist es, wenn bei der Produktion möglichst wenig Abfall entsteht, und das Produkt oder Teile des Produkts nach dem Gebrauch noch verwertbar sind. (bpb)

Ein Beispiel wäre etwa das Fairphone, deren Entwickler das Handy so produziert haben, dass man Einzelteile austauschen und später weiterverwerten kann. Die Materialien fließen also wieder in den Wirtschaftskreislauf ein. 

Ein weiteres Beispiel für zirkuläres Wirtschaften ist das Projekt "Circular Economy House" (CRCLR HouseCRCLR House) in Berlin. Auf der re:publica, einer Digitalkonferenz in Berlin, haben nun zwei der Gründer, Alice Grindhammer und Simon Uh Choll Lee, ihr Projekt vorgestellt. 

"In Deutschland werden 60 Prozent des Mülls in der Baubranche produziert", erzählt Grindhammer. Das meiste davon wird nicht recycelt. Mit ihrem Team wollen die beiden nun einen Versuch wagen: Sie kauften eine alte Fabrikhalle und versuchen, das Haus als Ressourcenlager zu betrachten. 

Kann man Teile davon wieder herausnehmen und an anderen Stelle wiederverwenden? Ziegel, Schrauben, Metallteile? Kann man ein Haus so bauen, dass man es später einfach wieder auseinandernehmen kann?

Es gibt viele Möglichkeiten, um Müll nicht zu produzieren oder ihn anders zu denken.

Hier sind vier Tipps der beiden:

1.

Teilen statt besitzen

Ein gutes Beispiel ist Carsharing. Autos gelten oft als Statussymbol. In einer müllfreien Welt lautet das Motto laut CRCLR-House-Mitgründer Lee:

Weniger Besitz, mehr Funktionalität!

Nicht nur Autos können geteilt werden, sondern alle möglichen Gebrauchsgegenstände: Warum nicht auch die Waschmaschine oder Spülmaschine mit Nachbarn oder Freunden teilen? Das spart Energie und man braucht weniger Maschinen, die nachher meistens verschrottet werden.

Warum nicht auch sein Essen teilen? Foodsharing macht es möglich. Auch Bikesharing ist in vielen Großstädten nichts ungewöhnliches mehr.

2.

Reduzieren statt konsumieren

Weniger kaufen geht immer. Doch auch die Art, wie man einkauft, kann entscheidend sein. Einkaufskooperativen beispielsweise sind ein guter Weg, gezielter und bewusster einzukaufen. Dabei schließen Menschen sich zusammen, beziehen von einem Produzenten – etwa einem Bauern – direkt und genauer ihre Lebensmittel und teilen sie untereinander auf. Oder die Produzenten schließen sich zusammen und teilen sich die Kosten für die Herstellung. 

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Reduktion muss aber nicht nur bei direktem Konsum stattfinden. Das kann beispielsweise auch beim Wohnraum möglich sein. 

Das Umwelt Bundesamt hat festgestellt, dass die Anzahl an Quadratmetern, die pro Person in Deutschland beansprucht werden, steigt. Das liegt beispielsweise an den zunehmenden Single-Haushalten. Auch das wiederum hat Auswirkungen auf die Umwelt, auch das führt zu zunehmendem Konsum und letztlich zu mehr Müll. 

Eine Lösung dafür könnten wieder mehr Wohngemeinschaften sein. 

3.

Umdenken 

Eine Serviette muss nicht immer aus Papier sein – sie kann auch aus Stoff bestehen und nach dem Essen gewaschen werden. Ein Strohhalm muss nicht immer aus Plastik sein. Er kann auch aus Metall sein und nach dem Benutzen gespült werden. 

Was in Zero-Waste-Cafés schon üblich ist, kann auch im eigenen Haushalt mit nicht allzu viel Mühen umgesetzt werden. Und mit etwas Kreativität kann man schnell neue Möglichkeiten finden, wie man im Alltag Müll vermeiden kann: Schon mal daran gedacht, zum Abschminken Stoff- statt Einwegtücher zu benutzen?

4.

Auf die Industrie einwirken 

Oft denkt man, Unternehmen könnten kein Interesse daran haben, dass ein Produkt langlebig ist und nicht bald zu Müll wird. Denn: Sie wollen ja immer mehr davon verkaufen. 

Es gibt allerdings Geschäftsmodelle, bei denen Anbieter und Verbraucher beide ein Interesse daran haben, dass ein Produkt lange hält. 

Das zeigt beispielsweise ein Projekt in den Niederlanden: Ein Teil des Flughafens in Amsterdam bezieht von der Firma Philips, Anbieter für Gesundheitstechnologien und Haushaltsgeräte, sein Licht als Dienstleistung. Er zahlt also nur für den Verbrauch des Lichts. Das bedeutet, Philips besitzt, installiert, wartet und verwaltet die Beleuchtung des Flughafens, während der gesamten Nutzlebensdauer der Anlage. 

"Bei Modellen wie diesen haben beide – Anbieter und Verbraucher – ein Interesse daran, dass die Technik möglichst langlebig ist," erklärt Lee vom Projekt "CRCLR House".

Außerdem gilt immer noch: Die Industrie wird durch Nachfrage bestimmt – und wenn mehr Menschen nachhaltig produzierte Produkte kaufen, die weniger Müll produzieren, dann werden von diesen auch mehr hergestellt werden. 

Kann es eine Welt ohne Müll geben? Schwer zu sagen. Es kann aber ganz sicher eine Welt mit drastisch weniger Müll geben. Dafür braucht es die gebündelten Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Möglichkeit besteht. Und alle können einen Beitrag leisten. 


Gerechtigkeit

Zum ersten Mal in Trumps Präsidentschaft verlässt ein Häftling Guantanamo
Es könnten aber auch neue Einlieferungen geben.

In dem Lager Guantanamo auf Kuba inhaftieren die USA Terrorverdächtige. Auch ohne näheren Verdacht – weshalb viele die Praxis kritisieren. Das US-Verteidigungsministerium teilte nun mit, dass ein Gefangener Guantanamo verlassen wird. Es ist der erste in der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. (SPIEGEL ONLINE)

  • Der Gefangene Ahmed al-Darbi hat sich am 20. April 2014 dazu schuldig bekannt, für das Terrornetzwerk Al-Qaida gearbeitet zu haben.
  • Er habe dort geholfen Anschläge vorzubereiten. 
  • Al-Darbi war 2002 in Aserbaidschan festgenommen worden. 
  • Zunächst wurde er auf dem US-Militärstützpunkt Bagram in Afghanistan gefangen gehalten und noch im selben Jahr in das Gefangenenlager nach Guantanamo gebracht.
  • Nach eigener Aussage wurde er dort gefoltert.