Motivationstipps Masterarbeit Uni
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Du hast jahrelang studiert, Dutzende Vorlesungen besucht, Klausuren und Hausarbeiten geschrieben, mündliche Prüfungen bestanden – alles für diesen Moment, deinen Abschluss. Nur ein Hindernis ist da noch auf der Zielgeraden: die Masterarbeit.

Sie benötigt Wochen, sogar Monate deiner Aufmerksamkeit. Wie übersteht man diese Phase? 

Wir haben Motivationstipps für dich, wie du deine Masterarbeit bis zum Ende durchhältst.

Campus Coach

In der ersten Woche deines Studiums, der Orientierungswoche, lernst du allerlei Nützliches: Wie du deinen Stundenplan zusammenstellst, wo die Mensa ist oder wie du dir Bücher in der Bibliothek ausleihst. 

Am Campus findest du dich schnell zurecht, aber dann warten erst die richtigen Herausforderungen auf dich: Wie löst du Konflikte mit Dozentinnen oder Kommilitonen? Wie motivierst du dich über mehrere Wochen für die Hausarbeit? 

Wir unterstützen dich in deinem Studien-Alltag und reden mit Expertinnen und Experten über Tipps für jede noch so verfahrene Situation an der Uni.

Dafür haben wir mit Menschen gesprochen, die es wissen müssen:

7 Tipps, damit du deine Masterarbeit motiviert zu Ende schreibst:

1 Mach dir einen Zeitplan!

Und zwar so, dass du ihn auch einhalten kannst. 

"Zeitpläne sind sehr sinnvoll, weil sie eine Routine bringen, die wiederum Sicherheit und ein motivierendes Gefühl vermittelt", sagt Gleich. "Wie im Sport ist es unabdingbar, einem strukturiertem Trainingsplan zu folgen und nicht das Training irgendwie zu absolvieren."

Wenn du das Thema für deine Masterarbeit hast, empfiehlt Zaus als erstes zu überlegen, welche Elemente jetzt zum Schreibprozess gehören: Literatursuche, Lesen, Gliederung erstellen, Schreiben von Kapitel 1, Kapitel 2 und so weiter. Je nach Fach und Thema kommen vielleicht auch noch Laborzeit oder Umfrage-Auswertungen hinzu.

Am besten ist es also, wenn du von deinem Abgabetermin rückwärts rechnest, wie viel Zeit du dir für was geben willst. 

2 Denk aber auch an Auszeiten!

Sei bei deinem Zeitplan nicht zu streng: "Ganz wichtig ist es, auch Pufferzeiten einzuplanen. Denn es kann immer mal sein, dass man krank wird oder wichtige Familienfeiern dazwischen kommen", erklärt Zaus. 

Auch kleine regelmäßige Termine, die man braucht, um glücklich zu bleiben – und damit auch konzentriert – sind wichtig: Sonntags besuchst du gerne deine Eltern, dienstags und donnerstags muss Sport sein? Solche Auszeiten sind gut – solange es nicht zu viele werden.

3 Erfreue dich an den Etappenzielen.

Unter Marathonläufern gibt es den Durchhalte-Tipp, nicht an die Strecke zu denken, sondern immer nur an Etappen. "Bis zur nächsten Kreuzung" und danach "bis zu der Ampel" und so immer weiter. Personal Trainer Gleich sagt: "Wie im Sport sollte man sich auch in der Hausarbeit kleine Ziele setzen, um diese dann Schritt für Schritt zu erreichen, damit das große Meta-Ziel am Ende erreicht werden kann." 

Wer nur seine komplette Masterarbeit vor Augen habe und an den Berg an Arbeit denke, überfordere und demotiviere sich nur selbst. 

Erfolgserlebnisse schaffst du dir also mit machbaren Tageszielen, wie zum Beispiel: "Heute schreibe ich drei Seiten zum historischen Hintergrund des Themas." 

4 Hast du dich verrannt? So gewinnst du wieder einen Überblick:

Der rote Faden ist verschwunden? Frage dich: Worauf willst du eigentlich hinaus? Was ist die zentrale Fragestellung deiner Masterarbeit? Was steht später auf dem Deckblatt? Schreibe die Frage auf und hänge sie über deinen Schreibtisch. So führst du sie dir buchstäblich immer wieder vor Augen.

Was laut Zaus auch helfen kann, ist die Übung "Erklär's der Oma". Die geht so: Such dir einen Menschen, der nicht vom Fach ist, und erkläre in einfachen Worten, worum es bei deinem Schreibprojekt geht. Der ganze Denkprozess und das Herunterbrechen des Themas sortiert auch deine Gedanken. Und die Rückfragen der "Oma" können dir ganz neue Perspektiven bringen – oder dir zeigen, was an deiner Arbeit verwirrend ist.

5 Schreibblockade? Festgefahren? So kommst du wieder in Fahrt:

Es gibt verschiedene Techniken: Du kannst in einem Brainstroming erst mal alle Schlagworte aufschreiben, die dir in den Sinn kommen. Oder gleich in einer Mind Map die zentralen Begriffe sortieren und miteinander in Verbindung bringen. 

Oft liegt es an zu großem Perfektionismus, dass eine Schreibhemmung entsteht. Dann empfiehlt Zaus die Drei-Platz-Methode nach Gisbert Keseling: 

Teile dein Schreiben ein: Es gibt den Platz des Träumers, den Platz des Machers und den Platz des Kritikers.

  • Platz des Träumers: Gibt es Orte, von denen du weißt, dass dir da gute Ideen kommen? Bei vielen Leuten sind das Spaziergänge oder beim Sport. Suche diese Orte auf, wenn du gerade Ideen brauchst – und hab etwas zu Schreiben dabei, um dir Notizen zu machen.
  • Platz des Machers: Das ist dann dein Schreibtisch (oder die Bibliothek). Schreibe "einfach" drauf los. Dein Perfektionismus will wahrscheinlich alles, was du gerade schreibst, noch zehnmal überprüfen, löschen und überdenken, aber das ist hier der falsche Platz. Hier schreibst du.
  • Platz des Kritikers: Gehe mit deiner Arbeit weg vom Schreibtisch. Vielleicht auf eine Parkbank oder in ein Café? Hier kannst du mit etwas Abstand noch einmal kritisch drüberschauen, deinen Text verfeinern oder löschen, was wirklich Quatsch war. Aber du hast erst mal eine Blockade durchbrochen, und das ist immer gut.

6 SOS-Tipps, wenn die Konzentration zwischendurch nachlässt:

Du merkst, dass du mehr am Handy daddelst, als dass du schreibst? Dass du lieber zum dritten Mal staubsaugst, als weiter zu lesen? Diese Maßnahmen können dir helfen:

Rahmenbedingungen überprüfen: Zaus empfiehlt, dass du zuerst einmal schaust, ob du unter den gegebenen Umständen arbeiten kannst. Wie sollte dein Arbeitsplatz aussehen, damit du dich hier wohlfühlst? Wenn sich die Bücher und Notizblätter auf deinem Schreibtisch so hoch stapeln, dass du den Monitor deines PCs nicht mehr siehst, dann räum auf. Und wenn es in deiner WG zu laut ist, dann denke darüber nach, ob du in der Bibliothek nicht besser arbeiten könntest.

Pomodoro: Diese Übung heißt so, weil Küchenwecker oft die Form einer Tomate (italienisch "pomodoro") haben. Zaus erklärt sie so: Nimm dir einen Küchenwecker – oder auch einfach dein Handy – und stelle dir einen Intervall von zum Beispiel 20 Minuten ein. In diesen 20 Minuten schreibst du. Es gibt kein WhatsApp, du darfst dir keinen Kaffee holen, nicht mal auf Toilette. Wenn die 20 Minuten um sind, mach kurz, was du willst. Aber danach stell dir wieder einen Intervall von 20 Minuten ein. Setze dir ein Ziel wie: Wenn du es schaffst, fünf "Pomodori" lang konzentriert und effektiv zu arbeiten, dann belohnst du dich und gehst abends ins Kino. 

Kurze Sporteinheit: Fitness-Trainer Gleich empfiehlt körperliche Übungen, die den Herzschlag und auch den Stoffwechsel kurzzeitig wieder "hochfahren" lassen. "Ich selbst präferiere zum Beispiel das Seilspringen. Wenn das aber wegen der Umgebung (Bibliothek etc.) nicht möglich ist, machen es auch Kniebeuge oder Liegestütz." Grundsätzlich gilt: "Eine Minute volle Belastung für den Körper, und der Geist kann wieder arbeiten", sagt Gleich.

7 Wenn nichts hilft: Nutze die Angebote deiner Uni.

Eine Masterarbeit ist eine anspruchsvolle, ungewohnte Tätigkeit, die einen langen Zeitraum dauert. Natürlich wird es da Höhen und Tiefen geben, betont Zaus. 

Inzwischen sind die meisten Universitäten und Fachhochschulen darauf vorbereitet und bieten Hilfsangebote an. Es gibt Tutorium-Programme, Workshops, Lerngruppen oder auch Psychotherapeutische Beratungsstellen. Und es gibt spezielle Schreiblabore oder Writing Centers, die den Studierenden helfen können.


Grün

Warum reagiert die Politik bei der Klimakrise so langsam?
Wirtschaftswissenschaftler Fabian Lindner im Gespräch

Der Klimawandel ist die "größte Herausforderung", der sich die Menschheit derzeit stellen muss – das sagte der ehemalige Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon bereits vor fünf Jahren, und auch in der deutschen Gesellschaft hat sich laut Umfragen diese Erkenntnis festgesetzt. 

Doch noch immer bewegt sich in der Politik nicht viel – am Donnerstag tagte zum dritten Mal das neu eingesetzte Klimakabinett der Bundesregierung, doch entschieden wurde nichts. (SPIEGEL ONLINE)

Die größten Probleme, vor denen die Politik vor etwa zehn Jahren stand, hießen Finanz- und Eurokrise. Probleme, auf die die Regierungen rasch mit handfesten Entscheidungen reagierten. Indem sie Milliarden in die Hand nahmen, um Banken zu retten – oder gleich ganz Griechenland.

Weshalb scheint es im Gegensatz dazu so schwierig, bei der Bekämpfung des Klimawandels schnell zu handeln? Darüber haben wir mit dem Wirtschaftswissenschaftler Fabian Lindner gesprochen. 

Lindner ist Referatsleiter für Allgemeine Wirtschaftspolitik am Institut für Makro- und Konjunkturforschung (IMK) bei der Hans-Böckler-Stiftung und hat sich ausführlich mit der Eurokrise beschäftigt. Daneben tritt er auch als Experte für nachhaltige Wirtschaftspolitik auf.