Ein Queraufstieg
Was wolltest du werden, als du jünger warst?

Sozialpädagoge. In unserer Familie war es früher schwierig, meine Mutter war ihrer eigenen Lebensführung, und damit uns Kindern, nicht gewachsen. Deswegen hatten wir einen Familienhelfer, den ich ziemlich cool fand. Er hieß Sascha. 

Sascha wurde im Laufe meiner Kindheit und Jugend eine wichtige Bezugsperson für mich, er war für mehrere Tage in der Woche bei uns. Wir waren oft gemeinsam im Jugendzentrum, verbrachten die Freizeit zusammen. 


Ich habe damals meine Leidenschaft für PC-Spiele entdeckt, fürs Zocken. Er spielte auch gern und hat mir viele Spiele gezeigt, die er spannend fand. Wenn ich in einem Spiel nicht weiterkam, hat er im Internet für mich nach Tricks geguckt. Ich habe Saschas Beruf sehr bewundert und wollte auch so werden.

Queraufstieg

Irgendwann kommt sie, die Frage, bei manchen früher, bei anderen später, manche haben regelrecht Angst vor ihr: "Was willst du später mal werden?"

Es fällt schwer, das zu beantworten. Und wer eine Antwort gefunden hat, bereut sie manchmal hinterher. Weil der Arbeitsalltag in der Realität doch ganz anders aussieht. Und dann?

In dieser Reihe stellen wir Menschen vor, die sich beruflich umentschieden haben. Die sich getraut haben, noch mal von vorne anzufangen.

Wieso bist du es nicht?

Als Jugendlicher ging ich zunächst auf die Hauptschule. Ich hatte meistens schlechte Noten und hatte wenig Bock. 

Trotzdem habe ich einen Abschluss hinbekommen, anschließend auf einer Berufsschule noch einen Realschulabschluss gemacht – und wollte danach sogar Abi machen. Doch in dieser Phase schaffte ich es gar nicht mehr, mich fürs Lernen zu motivieren. Zweimal hintereinander brach ich den Versuch, die Abiphase zu bestehen, ab.

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Weil schnell eine Entscheidung getroffen werden musste, dachte ich: Mach doch einfach was, wo man in einem Büro sitzt, was Kaufmännisches. Das versprach Sicherheit. Also begann ich eine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann, der sich in Unternehmen um die Beschaffung von Personal kümmert.

Bis ich die Ausbildung abgeschlossen hatte, dachte ich: Der Beruf ist ganz spannend, aber auf Dauer will ich das wirklich nicht machen. 

Du bist auch ein Queraufsteiger?

Du hast einen Knick im Lebenslauf – und bist stolz darauf? Du hast dich noch mal beruflich umentschieden und machst etwas ganz anderes, als ursprünglich gedacht? Dann melde dich gern bei uns.

Wer oder was hat dir auf deinem Weg geholfen?

Ich habe mit Freunden darüber gesprochen. Mit einer Freundin, die ich schon länger kenne, besonders intensiv. Sie selbst ist hochbegabt.

Wir fragten uns: Woran kann es liegen, dass ich so selten Lust habe, etwas zu lernen, mich auf etwas zu konzentrieren? Und wie kann es sein, dass sich das von der Jugend bis ins Erwachsenenalter nicht geändert hat? Warum habe ich mich immer zurückgezogen, sobald mir etwas nicht einfach zuflog?

Mit 24 ging ich zu einem Verein für Hochbegabte und machte dort einen Test. Das Ergebnis: Ich habe einen IQ über 130. Ich bin hochbegabt.

Konrad, 28
Wie hat sich das angefühlt?

Ich habe total geflucht und kam mir wie ein Verlierer vor. Hätte ich das nur eher gewusst. Dann hätte ich als Heranwachsender mit der entsprechenden Förderung lernen können, damit umzugehen. Und vielleicht hätte ich dann das Abi geschafft. 

Aber zumindest wusste ich jetzt auch: Ich bin nicht doof. Ich brauche nur mehr Disziplin, mehr Antrieb. Erstmal sprach ich nur mit der Freundin darüber, die auch hochbegabt ist.

Ich kann 7282 durch 939 nicht im Kopf teilen
Konrad

Ich hatte Sorge, dass es komisch rüberkommt, weil dann alle denken: Der will angeben, der kann 7282 durch 939 im Kopf teilen. Ich kann das nicht – dafür kann ich mir Dinge sehr gut merken und Zusammenhänge herstellen.

Als Kind habe ich zum Beispiel viele Science-Fiction-Bücher gelesen. Auf Knopfdruck könnte ich Details über die Figuren der Geschichten aufsagen, die sich sonst kaum jemand merken könnte.

Konrad: "Das Leben ist einfacher geworden"
Wie hat sich dein Leben verändert, seit du weißt, dass du hochbegabt bist?

Es ist einfacher geworden. Ich weiß, wann genau ich durchhalten muss und nicht aufgeben darf – nur, weil das leichter wäre. Es gelingt mir, mich zu motivieren, weil ich weiß, woher meine Blockaden kommen.

Nach dem Testergebnis habe ich mein Fachabi nachgemacht. Das war ein Kampf. In Chemie hatte ich die Vornote 5, musste richtig reinhauen – doch ich hab durchgehalten und es geschafft. Danach wollte ich endlich dem alten Wunsch nachgehen: was Soziales studieren. Jetzt bin ich im zweiten Semester Soziale Arbeit und arbeite neben dem Studium bei einem Forschungsinstitut.

Und glücklich?

Glücklich, das klingt euphorisch. Ich bin zufrieden und froh. Dass es mir gelungen ist, das Fachabi zu schaffen. Dass ich einen Studienplatz bekommen habe, obwohl ich aus einer ganz anderen Branche kam. Aber ich weiß auch, dass ich viele verlorene Jahre hinter mir und noch sehr viel Arbeit vor mir habe.


Musik

Musik reicht ihnen nicht: Mit was machen deutsche Rapper sonst noch Geld?
Money, Boys!

Er hat Style. Und das meiste Geld. Sean Combs, auch bekannt als (P.) Diddy, ist der bestbezahlte Promi der Welt – noch vor Beyonce oder J.K. Rowling.

Wer in letzter Zeit mal in die Charts geschaut hat, weiß: An seiner Musikkarriere liegt das nicht. Stattdessen verdiente Combs im letzten Jahr Millionen mit anderen Dingen, zum Beispiel Wodka oder Klamotten. (Forbes)