"Wirtschaftsprüfung" – schon das Wort lässt Bilder kleiner, stickiger Arbeitszimmer vor dem inneren Auge entstehen, in denen ältere Herren über halb vergilbte Rechnungsstapel gebeugt sind. Bis auf gelegentliches Hüsteln, das Knarzen alter Aktenordner und das Geräusch, wenn jemand ein hartgekochtes Lunch-Ei gegen eine Schreibtischkante klopft, ist es absolut still. Alle kämpfen damit, nicht einzuschlafen.

(Bild: Giphy )

Aber so düster die Assoziationen mit diesem Begriff bei vielen Menschen sind – der Job selbst ist vielseitig, fordernd und erfüllend.

Das behauptet zumindest Ilko Trenn, der seit einigen Monaten als Prüfungsassistent bei KPMG arbeitet. Ilko ist 25, hat seinen Master in Wirtschaftswissenschaften und auch schon ein Praktikum in der Unternehmensberatung gemacht. Seine Sommer verbringt er weiterhin an der Uni, wo er an seiner Promotion arbeitet.

Heute versucht er sich aber an etwas noch Schwierigerem: Euch für den Job des Wirtschaftsprüfers zu begeistern.

Ilko, die Wikipedia-Definition deines Jobs habe ich ganz ehrlich nicht verstanden. Irgendwas mit "Konzernlageberichten" und "Rechnungslegungsgrundsätzen". Willst du uns das mal verständlich machen?

Ganz einfach: Ich prüfe, ob die Daten, die ein Unternehmen am Ende des Jahres veröffentlicht, auch der Realität entsprechen. So soll verhindert werden, dass das Unternehmen seine Zahlen fälscht und Investoren ihr Geld verlieren.

Das heißt, ihr geht durch die Bücher eurer Mandanten und macht kleine Häkchen neben die Zahlen?

Das ist das Bild, das man von früher noch im Kopf hat: Von den Wirtschaftsprüfern in grauen Anzügen, die sich morgens 10.000 Rechnungen abholen und dann bis abends Zahlen abhaken.

(Bild: Giphy )

Das stimmt so aber natürlich nicht!

Ich habe mir den Job ausgesucht, gerade weil ich keinen starren Büroalltag haben wollte. Ich wollte lieber ein bisschen rumkommen. In der Busy-Season – den Wintermonaten, in denen am meisten Arbeit anfällt – bin ich eigentlich die ganze Zeit bei Mandanten und rede mit ihnen. Ich hole Infos, helfe ihnen bei ihren Prozessen und Ähnliches. Das ist ein großer Teil unserer täglichen Arbeit.

Dann prüfe ich, ob die Infos, die ich bekomme, zu dem passen, was ich erwarten würde. Klar müssen wir auch viel dokumentieren. Das gehört schon dazu: Wir sitzen auch oft an Excel-Tabellen. Aber diese reine Papierarbeit, dass man sich hinsetzt und stupide Zahlen abhakt, die wird immer weniger.

Du bist also viel allein unterwegs?

Nein, wir arbeiten grundsätzlich im Team, wobei man bei jedem Mandanten mit einem anderen Team zusammenarbeitet. So kommt man schnell mit vielen Leuten in Kontakt und lernt sich auch gut kennen: Wir essen mittags zusammen, und wenn wir in einer anderen Stadt sind, gehen wir abends noch gemeinsam aus. Das Durchschnittsalter der Prüfungsassistenten ist ja echt jung – da kommt man schnell zusammen.

Wir Wirtschaftsprüfer arbeiten außerdem viel mit anderen Abteilungen zusammen: Mit den Tax-Kollegen zum Beispiel, der IT und den Beratern. Ganz verschieden also.

Wo liegt für dich der Unterschied zur Unternehmensberatung?

Bei der Unternehmensberatung ist man sehr viel international unterwegs: Langstreckenflüge, mit dem Taxi durch Shanghai, Hotel-Lobbys. Bei uns ist das nicht ganz so, weil wir auf die deutschen Gesetze festgelegt sind. Wir kommen auch rum, aber eben vor allem in Deutschland. Auslandseinsätze sind dann im Rahmen sogenannter Secondments möglich, für die man sich ganz bewusst entscheidet.

Und wir haben das mehr selbst in der Hand: Wenn ich nicht so viel reisen möchte, dann kann ich das mit dem Manager absprechen. Wir sind ja sowieso in den wichtigsten Großstädten vertreten: Frankfurt, München, Berlin. Da findet man auch vor Ort genug Arbeit – darum können wir an diesen Standorten auch immer neue Leute gebrauchen.

Und was sind die Unterschiede bei der Arbeit selbst?

Naja, ich sehe das so: Unternehmensberater sind oft für kürzere Zeiträume als wir Wirtschaftsprüfer direkt beim Kunden vor Ort. Wir begleiten Unternehmen dagegen über einen längeren Zeitraum – manchmal über viele Jahre hinweg. Ich persönlich finde das so viel interessanter, weil man die Mandanten besser kennenlernt und auch die Entwicklung mitbekommt.

Bei uns geht es außerdem sehr in die Tiefe: Darum sollte man auch eine gewisse Liebe zum analytischen Arbeiten mitbringen. Sachverhalte auf Herz und Nieren zu prüfen, das muss einen schon interessieren.

Ist das der Grund, warum du dich für die Wirtschaftsprüfung entschieden hast?

Auch. Aber da gab es mehrere Gründe. Zum Beispiel kommst du schon in jungen Jahren mit Leuten in Kontakt, die bei den Unternehmen in Führungspositionen sitzen. Das war für mich sehr wichtig, weil das natürlich spannend ist und man sich da persönlich entwickeln kann. Man lernt auch Fachliches dazu.

Außerdem ist das heutzutage ein krisensicherer Job. Dass man als Wirtschaftsprüfer langfristig keine Arbeit findet, das kommt eher nicht vor.

Zum Schluss ein kleiner Aufrichtigkeits-Test: Was wärst du noch lieber als Wirtschaftsprüfer?

Ganz ehrlich? Nichts. Ich fühle mich damit pudelwohl, das ist meine Leidenschaft. Aber: Wenn ich das hier nicht machen könnte, dann hätte ich gern ein Steak-Restaurant. So eins mit Club-Atmosphäre, wo man auch Party machen kann. Da hätte ich auch Lust drauf.

Ja, klingt auch nicht schlecht! Danke für das Gespräch. Wir gehen dann mal essen.
(Bild: Giphy )

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