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Das erzählt sie in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?"

Als Alina während ihrer Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten eine Exkursion ins Gefängnis machte, wusste sie, dass sie an diesem Ort arbeiten möchte. Lieber acht Stunden am Tag von Gittern umgeben, als am Schreibtisch im Anwaltsbüro. 

Heute ist Alina Gey, 31, Justizvollzugsbeamtin in der JVA Hagen.

Wie wird man Justizvollzugsbeamter oder Justizvollzugsbeamtin?

In Deutschland gibt es rund 38.000 Bedienstete im Justizvollzug. Der Frauenanteil liegt bei etwa 20 Prozent. Aktuell gibt es in Deutschland 2.000 unbesetzte Stellen. (Gewerkschaft Strafvollzug

Da der Strafvollzug Ländersache ist, varriert die Ausbildung und das Gehalt je nach Bundesland. Für die Beamtenausbildung im Justizvollzugsdienst brauchst du mindestens einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder eine Realschulabschluss oder Abitur. Außerdem musst du in den meisten Bundesländern mindestens 21 Jahre alt sein und die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Staates besitzen. (ausbildung.de)

Die Bewerber müssen sich zudem einem Zulassungsverfahren stellen. Das Auswahlverfahren besteht aus einem Diktat, einem psychologischen Test, sowie einem Sport- und Allgemeinwissenstest.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre und das Einstiegsgehalt liegt bei 2.300 bis 2.600 Euro brutto plus Zuschlägen.

Im Gefängnis zu arbeiten, bedeutet für sie nicht einfach nur Türen auf- und zuzuschließen. Alina mag die Abwechslung: Sie muss Menschen gut einschätzen und in Notsituationen schnell reagieren können. 

  • Sie arbeitet als Frau in einem Männerknast – was bedeutet das für ihren Alltag?
  • Wie geht sie mit Menschen um, die schwere Verbrechen begangen haben?
  • Was erfüllt sie in ihrem Job?

Das erzählt Alina in "Und was machst du so?", dem Job-Podcast von bento:

„Als Frau muss man schlagfertig sein und so ein bisschen was an Sprüchen abkönnen.“
Justizvollzugsbeamtin Alina Gey

Worum geht's im Podcast?

Wir wollen heute anders arbeiten als unsere Eltern. Wir wollen nicht blind die Karriereleiter hochklettern, sondern einen Job, der uns erfüllt. Dafür sind wir bereit, uns zu verausgaben. Im Mitarbeitergespräch fragen wir unsere Chefs eher nach einem Sabbatical als einer Gehaltserhöhung.

Carolina Torres und Sarah Klößer sprechen in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?" abwechselnd mit jungen Menschen über ihre Berufe. Was motiviert sie? Was bedeutet Erfolg für sie? Und wie wichtig ist ihnen ihre Work-Life-Balance?

Du kannst unseren Podcast kostenlos hören, wo und wann du willst. Du findest ihn auf bento und auf Plattformen wie Apple Podcasts und iTunesSpotifyDeezerSoundcloud oder Google Podcasts. Wenn du den Podcast abonnierst, verpasst du keine Folge mehr. 

Für alle weiteren Podcatcher und Podcast-Apps findest du hier den RSS-Feed des Podcasts.

Du hast Fragen? Lob? Oder Kritik? Vielleicht möchtest du auch selbst mit uns über deinen Beruf sprechen? Dann maile uns an undwasmachstduso@bento.de. Oder schreib uns gerne eine Podcast-Review auf iTunes! 


Fühlen

Menschen in Deutschland haben immer seltener Sex – gut so!
Eine Expertin und ein Experte zeigen, worauf es wirklich ankommt.

Wir tindern, wir matchen, wir daten, wir lieben. Durch das Internet ist Sex quasi immer nur einen Klick entfernt. Als Teil der Generation Y sind wir aufgeklärt, potenzielle Sexpartnerinnen und -partner gibt es überall. Wir können so viel über Sex reden wie wir möchten und alles tun, was wir wollen – wenn es beide wollen. Trotzdem sagt man jungen Menschen immer wieder nach, sie hätten deutlich weniger Sex als die Generation ihrer Eltern. Das geht zum Beispiel aus mehreren US-amerikanischen Studien hervor. (Archives of Sexual Behaviour, Vol. 46, 8Archives of Sexual Behaviour, Vol. 46, 2The Atlantic

Obwohl es solche umfangreichen Studien für junge Menschen in Deutschland nicht gibt, titeln Medien hier ähnlich. Die Bild schreibt zum Beispiel: "Millenials haben so wenig Sex wie seit fast 100 Jahren nicht". 

Die aktuelle und repräsentative Studie "Freizeit-Monitor 2019" legt nahe, dass es sich dabei um ein gesamtgesellschaftliches Phänomen handeln könnte. Alle Menschen in Deutschland hätten demnach weniger Sex als noch vor fünf Jahren. 52 Prozent der Deutschen hätten mindestens einmal pro Monat Sex – vor fünf Jahren seien es noch 56 Prozent gewesen, vor neun Jahren 57 Prozent. (Freizeit Monitor, FAZ). 

Und wieder wird der Untergang des Sex prophezeit.

"Deutsche verlernen das Genießen" (MDR), "Tote Hose in Deutschlands Betten" (Ärzte Zeitung). Ob es sich hierbei aber tatsächlich um einen Langzeittrend handelt und wir wirklich immer seltener miteinander schlafen, ist nicht klar erkennbar. Und auch nicht, was es aussagt, wenn sich der Unterschied auf wenige Prozentpunkte beläuft.

Aber wäre es überhaupt schlimm, wenn wir seltener miteinander schlafen? Und wäre es etwas Schlechtes, wenn wir weniger Sex hätten als die Generation unserer Eltern?

Aus dem Unterschied von vier Prozent innerhalb der Studie des "Freizeit-Monitor 2019" seit 2014 solle man jedenfalls keine zu großen Schlüsse ziehen, meint die Diplom-Psychologin Nele Sehrt. Außerdem spiele die Qualität von Sex eine viel größere Rolle als die Quantität. Ist vielleicht die Zufriedenheit größer geworden? Das sei doch die viel wichtigere Frage, findet Nele.