Der Erfolg kommt mit der Berufserfahrung? Diese jungen Menschen zeigen, dass es auch anders geht: Sie sind jung, wurden befördert und tragen viel Verantwortung – auch über andere Mitarbeiter. Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, wie es ist, jung und Chef zu sein, wie sie es dorthin geschafft haben – und was ihnen als Führungskraft wichtig ist.

Alexander ist 24, kommt aus Karlsruhe und ist stellvertretender Marktleiter in einem Supermarkt

Als ich mit der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann fertig war, wurde ich direkt in eine neue Filiale versetzt, die ich dann auch leiten sollte. Nach einem halben Jahr war ich offizieller Marktleiter. 

Der Anfang war sehr schwer. Ich war gerade mal 20 und in der Filiale arbeiteten Mitarbeiter, die schon seit mehr als 20 Jahren dort angestellt waren. Es gab einige, die das gut aufnahmen und akzeptierten, ich war auch eher ein lockerer Chef. Es gab aber auch einige, denen das nicht passte, dass so ein junger Mann das Sagen hatte. 

Es gab Wochen, da arbeitete ich bis zu 60 Stunden. Irgendwann wurde mir das alles zu viel, meine Psyche litt sehr unter dem Job, nach einem Jahr kündigte ich. 

Ich fand einen neuen Job in einem Markt, in dem ich heute stellvertretender Marktleiter bin. Der Supermarkt ist keine Kette, er gehört meinem Chef, der zwei solcher Läden hat. 

Es dauerte nicht lang, dass ich zum stellvertretenden Marktleiter befördert wurde.

Wenn mein Chef mal nicht da ist, leite ich den Laden komplett selbst. Mein Chef vertraut mir. Ich denke, das liegt daran, dass ich sehr gut in dem bin, was ich mache. Ich kann gut mit Kunden umgehen, versuche, zuvorkommend und hilfsbereit zu sein. Im Einzelhandel ist es wichtig, dass man seine Angestellten versteht, aber auch Anweisungen geben kann. 

Als Marktleitung kommt es auch mal vor, dass man an einem Tag bis zu 13 Stunden arbeitet. Aber dann stehe ich nicht den ganzen Tag auf den Beinen, sondern kann mich auch mal auf einem Sofa im Büro ausruhen – und das ist dann okay. 

Maren ist 27, kommt ursprünglich aus Berlin und arbeitet heute als Unternehmensberaterin in Köln

Während meiner Masterarbeit fing ich bei einem Unternehmen als Projektassistentin an, noch vor meinem Abschluss wurde mir dort eine Vollzeitstelle angeboten. 

Sechs Monate später schlug mein Chef mich für eine freie Stelle im Projektmanagement vor. Heute verantworte ich dort als Strategieberaterin eigene Kundenprojekte. 

Das habe ich meinem Ehrgeiz zu verdanken und meinem Vertrauen in mich selbst, auch ungewohnte Situationen meistern zu können. 

Es ist mir wichtig, schnell weiterzukommen und möglichst viele Erfahrungen zu sammeln.

Ich merke immer wieder, dass das Thema "Frauen und Karriere" in Deutschland noch nicht so weit ist, wie ich es mir wünschen würde. Im Berufsalltag fallen mir immer wieder Situationen auf, in denen Titel, Position und eben auch das Geschlecht eine größere Rolle spielen als die Frage danach, wer ein Projekt tatsächlich leitet. 

Mir ist beispielsweise noch immer in Erinnerung, wie ich rein aufgrund meines Alters für die Assistentin anstatt für die Projektleitung gehalten wurde. Aber auch in solchen Situation wie überhaupt im Berufsleben, durchzuhalten und für seine Überzeugungen einzustehen, zahlt sich aus.

Tobias Gillen ist 25, lebt in Köln und ist Geschäftsführer einer Internetfirma

Ich habe schon während der Schulzeit frei für verschiedene Medien geschrieben und bin dann irgendwann durch eine Stellenausschreibung zu einem Online-Magazin gekommen, die neue Autoren suchten. Nachdem ich dort einige Zeit gearbeitet hatte, wurde ich zum Chefredakteur befördert. 2015 sollte die Firma verkauft werden. Ich war in die Verkaufsgespräche eingebunden und verstand mich mit einem der Kaufinteressenten so gut, dass wir vereinbarten, das Magazin gemeinsam weiterzuführen – er als Investor und ich als Geschäftsführer. So kam es dann auch. 

2016 gründeten wir dann ein Unternehmen. Als ich Geschäftsführer wurde, war ich 21 Jahre alt. Zu der Zeit war fast jeder – freie Mitarbeiter, Geschäftspartner oder Kunden – älter als ich. Am Anfang war das eine kleine Hürde für mich. 

Aber Reife hat nicht unbedingt etwas mit dem Alter zu tun.

Trotzdem war ich natürlich auf Vieles nicht vorbereitet. Ich musste viel Verantwortung übernehmen. Da gab es Phasen, in denen ich stark überfordert war. Ich hatte zwar BWL-Leitungskurs auf dem Wirtschaftsgymnasium, aber in der echten Geschäftswelt bringt dir das fast gar nichts. 

Ich musste Vieles neu lernen. Als Unternehmer bin ich dauerhaft mit der Firma beschäftigt, ich kann nicht so einfach nach Feierabend abschalten. Auch wenn der Laptop aus ist, geht es auf dem Handy oder im Kopf weiter. 

2015 – zum Zeitpunkt der Gründung – hatten wir noch keine festen Mitarbeiter, wir haben nur mit einigen freien Mitarbeitern gearbeitet. Inzwischen arbeiten sechs feste Mitarbeiter und viele freie Mitarbeiter für uns. Als Unternehmer ist es wichtig, dass man exakt versteht, was man tut und auch wirklich gut darin ist. Aber man muss natürlich auch mal Glück haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein – wie ich es war.

Marco ist 28 Jahre alt und arbeitet in München als Projektmanager bei einem Technologieanbieter 

Ich denke, in der IT liegt eine große Zukunft – deshalb habe ich Wirtschaftsinformatik studiert. Weniger, um klassischer Programmierer zu werden, mich interessierte eher, wie Menschen zusammenarbeiten und man die Kommunikation verbessern kann. Ich machte berufsbegleitend auch noch einen Master. Unter der Woche arbeitete ich Vollzeit bei einem großen Versicherungsunternehmen in Deutschland, am Wochenende studierte ich. 

Nach meinem Studium übernahm ich in der Versicherungsfirma eine Projektleitung im Bereich IT. So lernte ich das Unternehmen kennen, für das ich heute arbeite: Ich wechselte die Seite zu einem Technologieunternehmen, das Altersvorsorge für alle zugänglich machen will. Mittlerweile bin ich dort Projektmanager. 

Wie ich das geschafft habe? 

Die wichtigsten Dinge habe ich nicht im Studium oder auf der Arbeit aus Büchern oder aus Computern gelernt, sondern von Menschen, mit denen ich zusammen gearbeitet habe.

Man muss sich auf sie einlassen und bereit sein, Neues zu lernen. Auch mal leise sein, zuhören. Die richtigen Fragen stellen und sich nicht zu schade dafür sein – auch wenn man denkt, das müsste man ja eigentlich wissen. 

Julia ist 31 Jahre, lebt in Berlin und leitet die Digitalredaktion eines Wirtschaftsmagazins

Ich habe meinen Bachelor in Literatur, Kultur und Medienwissenschaften in Siegen gemacht und währenddessen schon als freie Redakteurin für viele Medien gearbeitet. Nach meinem Master arbeitete ich ein paar Jahre in einer Agentur, ich wusste aber immer, dass ich zurück in die Medienbranche wollte. Ich hatte viele Freunde dort, deshalb war der Weg zurück nicht schwer. Ein Kumpel machte mich auf die freie Redakteursstelle bei einem Magazin aufmerksam, und seit mehr als zwei Jahren arbeite ich dort. 

Seit diesem Jahr leite ich die Digitalredaktion – was nicht nur daran liegt, dass ich gute Arbeit leiste, sondern auch daran, dass ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war.

Für mich beruht Erfolg auf drei Faktoren. Erstens: das Netzwerk. Es ist wichtig, Leute in der Branche zu kennen. Der zweite Faktor: Talent und Ehrgeiz. Gerade Letzteres ist wichtig, um durchzuhalten: Man muss ein Team leiten, gleichzeitig die Finanzen im Blick behalten und hat eine enorme Verantwortung der Marke und dem Verlag gegenüber. Letztlich bringt dir aber all das Talent und das beste Netzwerk nichts, wenn du nicht einfach ein wenig Glück hast. Das ist der dritte Faktor: zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Als Führungskraft versuche ich, mein Team immer zu unterstützen und ihnen klarzumachen, dass es total okay ist, wenn nicht immer alles perfekt läuft. Bei der Praktikantin funktioniert beim ersten Interview das Aufnahmegerät nicht und es fällt erst im Nachhinein auf? So what! Das ist jedem schon mal passiert und kein Problem. Lieber ein Fehler zu viel, als eine Erfahrung zu wenig.

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Trip

Weißt du, wie spät es in New York ist? Zeig es im Zeitzonen-Quiz!

Zeit kann wie im Flug vergehen, aber sie kann sich auch ziehen. Zeit ist relativ. Du kannst dir Zeit nehmen, du kannst jemandem die Zeit stehlen, du kannst Zeit messen. So gesehen ist die Frage "Wie spät ist es?" eine geradezu philisophische. Und an verschiedenen Orten dieser Welt hast du natürlich verschiedene Uhrzeiten. 

Die Zeit wird weltweit nach der "Koordinierten Weltzeit", UTC (französisch: Temps universel coordonné) geregelt. Sie orientiert sich an den Längengraden der Erde. So hat Deutschland die selbe Zeit wie Namibia.

UTC Null ist unter anderem in Großbritannien. UTC +1 in Deutschland, also ist bei uns immer eine Stunde später, als in Großbritannien. Es gibt theoretisch 38 aktive Zeitzonen, aber einige Länder geben ihrer Zeitzone einen eigenen Namen, weswegen es noch viel mehr sind. (Wikipedia)

Und nicht alle Länder halten sich an die fein säuberlich kartographierten Zeitzonen. Aber generell gilt natürlich: Die Sonne bewegt sich von Ost nach West. Wenn in Australien die Sonne aufgeht, ist es in Europa noch tiefste Nacht - und in den USA neigt sich der Vortag dem Ende. Jetzt aber genug mit den Hilfestellungen: 

In diesem Quiz kannst du beweisen, wie gut du dich mit den Zeitzonen auf der Welt auskennst - und wie gut du rechnen kannst.