Bild: Pixabay

Frisch von der Uni und her mit der Karriere: Eine Studie zeigt, dass junge Akademiker im Bewerbungsgespräch häufig zu ehrgeizig auftreten – und damit Arbeitgeber verprellen.

"Zeig dich selbstbewusst und ehrgeizig!" und "Verkauf dich nicht unter Wert!" Mit solchen gut gemeinten Tipps von Vätern, Freunden, Karriereberatern gehen viele junge Menschen ins Vorstellungsgespräch bei ihrer Traumfirma.

Eine Studie zeigt: Das kann auch nach hinten losgehen. Denn ginge es nach vielen Unternehmen, sollten Hochschulabsolventen lieber etwas bescheidener auftreten.

Als häufigste Schwäche von jungen Akademikern im Einstellungsverfahren nannten 39 Prozent: "unrealistische Karriereerwartungen". Fast ebenso viele monierten fehlende Kenntnisse über das Unternehmen und unrealistische Gehaltsvorstellungen.

(Bild: Jobware / Hochschule Konstanz)
Das Fazit der Auswertung:
"Studierende sollten ihre Ansprüche hinterfragen und weniger fordernd im Vorstellungsgespräch auftreten."

Für die "Hochschul-Recruiting-Studie 2016" befragte die Onlinestellenbörse "Jobware" in Zusammenarbeit mit der Hochschule Koblenz bundesweit 84 Unternehmen, vor allem aus den Bereichen IT, Ingenieurswesen, Finanzen, Vertrieb und Recht.

Personaler und Firmenmitarbeiter mit Personalverantwortung füllten einen Fragebogen aus, in dem verschiedene Antworten vorgegeben waren.

Darin wurde auch abgefragt, mit welchen Dingen Bewerber bei künftigen Arbeitgebern zusätzlich punkten können. So ist es 92 Prozent der Befragten wichtig, dass die Kandidaten schon als Praktikant oder Werkstudent fürs Unternehmen gearbeitet und dabei einen guten Eindruck gemacht haben.

Für rund ein Drittel der Arbeitgeber sind Fremdsprachenkenntnisse und die Studiendauer besonders relevant.

Fast acht von zehn Arbeitgebern schauen sich an, ob Bewerber im Studium den richtigen Schwerpunkt gesetzt haben. Etwa die Hälfte liest sich frühere Arbeits- und Praktikumszeugnisse besonders aufmerksam durch und legt Wert auf eine gute Uni-Abschlussnote.

Für rund ein Drittel der Arbeitgeber sind Fremdsprachenkenntnisse und die Studiendauer besonders relevant. Nur für zwölf Prozent der Befragten ist Auslandserfahrung ein zusätzliches Plus. In der letzten Studie vor zwei Jahren hielten das noch 39 Prozent der Befragten für besonders wichtig.

Ob das daran liegt, dass Arbeitgeber Auslandserfahrung heute als weniger wichtig einschätzen – oder ob ein Aufenthalt im Ausland bereits zu den Kriterien gehört, die Firmenchefs als selbstverständlich voraussetzen, verraten die Studiendaten nicht.

Dieser Beitrag ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.

Noch mehr Job und Bewerbung auf bento:


Streaming

Marlon Brando, Fotografie, Hemingway: Die Streamingtipps zum Wochenende
Marlon Brando - Der Harte und der Zarte | Doku arte