Bild: bento
Penis-Witze, Sexpuppen-Test – und ein bisschen Mode.

Joko Winterscheidt gibt jetzt ein eigenes Magazin heraus. Es heißt "JWD"  kurz für "Joko Winterscheidts Druckerzeugnis". 

"JWD" verspricht 164 Seiten Text, Drugs und Rock’n Roll.

Gleichzeitig stellt das Cover dem Leser die Frage: "Würden Sie diesem Mann ein Magazin abkaufen?". Zu sehen ist Joko mit Fluppe im Mund.

Würden wir? Zeit, sich "JWD" einmal genauer anzuschauen. 

So sieht das Heft aus:

1/12

"JWD" hat ein sehr einfaches Konzept:

"Wir finden die Welt ist ein großartiger, merkwürdiger, aufregender und überhaupt einzigartiger Ort – da muss man unbedingt mal hin und ausprobieren."

Kurzum: "JWD" verspricht, eine Art Kindergeburtstag meets Abenteuerspielplatz meets Backpacking-Trip zu werden.

Gelingt das? Die wichtigsten Antworten:

1. Wie viel Joko steckt drin?

Joko gibt es wohldosiert. Er hat eine Kolumne, in der er sich an seinen letzten Hangover erinnert, hier und da sind Witze über seine Körpergröße versteckt. Auch bei Reportagen mischt er sich ein.

Ein Reporter besucht Deutschlands ersten Sexpuppen-Puff. Der Reporter schreibt die Geschichte aus Sicht einer Sexpuppe, Joko ist auch mit dabei. Auf großen Fotos guckt er irritiert in die Kamera, Puppen sitzen auf seinem Schoß. In einem kleinen Kasten schreibt Joko, was er so denkt.

Klar, Joko hat die Ich-Reportage nicht erfunden. In vielen anderen Magazinen stehen ähnliche Geschichten. Weil Joko Joko ist, geht es trotzdem gut. Er rückt sich und seine Empfindungen in den Mittelpunkt – und nimmt den Leser so immer wieder an die Hand.

Über seinen Besuch im Puppenpuff schreibt er zum Beispiel

"Insgeheim hoffe ich, dass hier noch irgendetwas passiert, damit der Termin sich in Luft auflöst. Dass der Freier, der gerade eine Puppe begattet, seinen Dödel nicht rausbekommt und die Polizei kommen muss. Der Puff würde vorübergehend geschlossen. Ich könnte heim."

Solche Szenen bleiben allerdings die Ausnahme. Insgesamt sehen wir von Joko in Jokos Magazin leider nicht so viel. Es wirkt, als sei er Mittel zum Zweck: Joko ist das Gesicht, das für den Verlag Gruner + Jahr ein neues Magazin verkaufen soll.

2. Wie viel Spaß steckt drin?

Wer sich nicht zu schade ist, den Tag mal wieder wie ein Zwölfjähriger zu starten, wird belohnt. Es gibt gagaeske Gedichte über die GroKo und Produktbesprechungen von Taschenmuschis, die wie Designerlampen aussehen. Eine Witzseite versammelt den besten Trash-Humor der Leser. Kostprobe:

Was macht ein Penis auf'm Thron?
Er regiert!

"JWD" ist wie "Circus HalliGalli", nur auf Papier.

3. Wie viel Abenteuer steckt drin?

Es gibt drei Rubriken im Heft:

  1. In "DAS BESTE VON WELT" begegnet einem eine wirre Mischung aus MenschKolumne und Witz
  2. Bei "PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS" lesen wir Reportagen
  3. Und "LIFESTYLE FÜR ROCKSTARS" werden Infos über Mode, Reisen und "Lieblingsteile" gesammelt.

Die ersten beiden Kategorien sind tatsächlich erfrischend, der "Lifestyle"-Teil hingegen ist tatsächlich nicht viel mehr als ein verlängertes Modeheft, nichts Neues also.

Bei den Reportagen immerhin beweisen die Autoren Mut, immerhin. Ein Autor schreibt über ein neues Nacktrestaurant in Paris. Er sucht via Tinder eine Begleitung und schreibt sich mit ihr durch den peinlichen Abend – es ist nämlich auch noch Karaoke-Night im Restaurant. Klar, schonungslose Fotos gibt's auch. Passt.

Und jetzt?

Wer "JWD" liest, ist am Ende nicht klüger – aber langweilt sich auch nicht. Joko ist Joko, auch wenn man ihn zwischen den Seiten hin und wieder suchen muss. 

Am Ende bleibt ein Magazin, mit dem man eine Zugfahrt lang gut schmunzeln kann. So schlecht ist das nicht – denn man kann ja nicht immer darauf vertrauen, dass ein Schaffner eine lustige Bahnansage durch die Lautsprecher nuschelt. Aber du solltest es nicht säuberlich nach außen falten und in die Außentasche deines Rucksacks stecken, um damit auf dem Uni-Campus unauffällig anzugeben.


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