Die Gründer des Golden Oak Coffee Bikes in Hamburg erzählen.

Die Kaffeekultur in Deutschland auf das nächste Level heben: Das ist das Ziel von Vincent von Thien (24) und Aaron von der Born (29). Die Kumpel sind seit einer gemeinsamen Australien-Reise eng befreundet. Genau dort verliebten sich die Kaffeefans in die weit verbreiteten Coffee Bikes und hochwertigen Kaffee. Schließlich jobbten sie selbst als Baristas und guckten sich die besten Kniffe ab.


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Die Gastro-Gründer


In Deutschland waren sie den weit verbreiteten Industriekaffee schließlich schnell leid. Neben ihren Hauptjobs als Model und Wirtschaftsingenieur machten sie deshalb ihre Leidenschaft zu Kaffee zum zweiten Standbein. Leicht finanzierbar, flexibel in den Arbeitszeiten und für die Zukunft ausbaubar sollte es sein.

(Bild: Lisa Knauer)

Seit Mai dieses Jahres verkaufen Vincent und Aaron Kaffee, frischgepressten Orangensaft und Snacks to go aus einem Café auf Rädern: Golden Oak Coffee Bike nennen sie sich. Sie werden gebucht für Messen, Unternehmensfeiern, Hochzeiten oder Sportevents wie den Surfcup auf Sylt. Wenn sie keinen Auftrag haben, stehen sie mit dem Bike in einer Shoppingmall in Hamburg. Oft schenken die Jungs selbst aus, manchmal bekommen sie Unterstützung von mittlerweile vier Aushilfskräften.

Um ihren Traum zu verwirklichen, investierten sie zunächst 50.000 Euro. „Da wir beide schon eine Weile berufstätig waren, konnten wir das von unserem Erspartem bezahlen“, erklärt Aaron. Das Rad kauften die Jungs fertig ausgestattet von der Firma Coffee Bike, von der sie aber unabhängig sind.

Mit der Suche nach Aufträgen hatten die beiden Baristas keine Schwierigkeiten, die größte Herausforderung war eine andere: Das Bike zum ersten Mal über eine längere Strecke zu transportieren. „Wir waren zuvor beide noch nie mit einem Anhänger gefahren“, erinnert sich Vincent, „da kamen wir auf der Autobahn ganz schön ins Schwitzen.“

Obwohl das Geschäft mit dem Qualitätskaffee von Anfang an gut lief, leben die Jungs noch immer von ihren Hauptberufen. Den Verdienst durch das Coffee Bike reinvestieren sie in den Ausbau des Projekts. „Unser Traum hört ja nicht mit dem Coffee Bike auf“, sagt Aaron, „wir möchten in Zukunft unsere eigenen Bohnen rösten und unseren Kaffee in einem Café servieren, das keine Räder hat.“

Der Anfang ist gemacht: Der Online-Shop „Barista Boys“ steht in den Startlöchern. Dort vertreiben Vincent und Aaron ihre liebsten High-End-Kaffeemaschinen sowie ausgewählte Kaffeebohnen. Später soll es für diesen Shop einen Showroom mit integriertem Café geben.