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Dabei sind Aktien genau die richtige Geldanlage für Mittzwanziger.

Als Anfang Februar die Börsen weltweit abrauschten, bekam ich eine WhatsApp-Nachricht eines wütenden Freundes. Der Aktienfonds, ein ETF, den ich ihm vor ein paar Monaten empfohlen hatte, sei ein paar Prozent im Minus.

"Das Ding läuft nicht. Ich verkaufe die Krücke jetzt!!!"

Dieses Erlebnis zeigte mir mal wieder, dass viele meiner Freunde viel zu ungeduldig sind, wenn es um ihre Geldanlage geht und damit für Aktienfonds wie ETFs nicht geeignet zu sein scheinen. 

Dabei sind ETFs, die einfach stumpf einen Index wie den deutschen Leitindex Dax abbilden, für Anleger sehr empfehlenswert. Denn sie sind kostengünstig und haben in der Vergangenheit gute Renditen erzielt. Anleger können sie bequem in ihrem Onlinedepot steuern.

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Und genau darin liegt für viele offenbar das Problem.

Heutzutage daddeln viele am Smartphone herum, checken ständig die Kursstände und werden panisch, wenn es an der Börse mal nach unten geht. Doch das ist bei Aktien ganz normal und gehört dazu. Mein Bekannter ist Mitte Zwanzig und hat genug Zeit, solche Krisen auszusitzen. Auf sein gespartes Geld wird er frühestens in 15 bis 20 Jahren zurückgreifen. Das ist perfekt für eine langfristige Anlagestrategie.

Am besten sollte er bis dahin gar nicht ins Depot schauen - und einfach abwarten. 

Wer Geld in Aktien steckt, sollte keinen Bedarf haben, darauf schnell zugreifen zu müssen. Denn typischerweise verkaufen Privatanleger gerade dann, wenn es besonders schlimm aussieht. Und wenn sie aussteigen, müssen sie irgendwann wieder den richtigen Einstiegszeitpunkt erwischen.

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Das ist aber verdammt schwer: Sind nämlich die Aktienkurse bereits über längere Zeit gestiegen, fürchten Anleger, in einen überteuerten Markt einzusteigen. Fallen die Aktienkurse hingegen schon länger, fürchten sie, dass es noch weiter nach unten gehen könnte - und trauen sich dann nicht zu kaufen.

Fakt ist: Wir können den richtigen Zeitpunkt nicht bestimmen. Niemand kann es.

Dem Zeitpunkt des Aktienkaufs sollte man deshalb nicht so viel Bedeutung beimessen. Wichtig ist es, auf Dauer investiert zu sein und Aktien immer im Depot zu haben. Und wenn es mal wie im Februar bergab geht, sollten Privatanleger am besten gar nicht reagieren.

Bitte versteht mich nicht falsch. Damit meine ich nicht, dass Aktien definitiv immer nur steigen werden. Im Gegenteil: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Anleger auch mal einen richtigen Crash wegstecken müssen. Der Börsenboom hält nun schon neun Jahre an, bald wird es sicher auch mal wieder zu einer heftigen Korrektur kommen.

Ich mache mir ernsthaft Sorgen, was mir meine Freunde dann für Nachrichten schicken.

Aber wir können Börsencrashs aushalten. Denn langfristig lohnen sich Aktien, auch wenn es zwischendurch zu heftigen Abschwungphasen kommt. In den vergangenen 100 Jahren haben Aktien durchschnittlich eine Rendite von 5 Prozent erzielt, trotz Weltkriegen und großen Finanzkrisen.

Ein heute 25-Jähriger, der Monat für Monat 100 Euro breit in den Aktienmarkt investiert und Jahr für Jahr diese Rendite erzielt, kann sich im Alter von 60 auf ein Vermögen von 111.320 Euro freuen. Er muss aber auch bereit sein, 35 Jahre lang die Hände von seinem Depot zu lassen.

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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