Mit unseren Freunden sprechen wir über vieles: unsere größten Sorgen, Zukunftsängste, Familienstreits, unser Liebesleben – aber wenn es ums Geld geht: Schweigen.

Wer verdient was? Wie viel liegt noch bei der Bank? All das geben die meisten Menschen nur ungern preis. Aber warum eigentlich?

Wir haben mit vier jungen Menschen über ihr Gehalt, ihre Ersparnisse und Ausgaben gesprochen. Sie verraten uns ihren Kontostand und warum es so schwerfällt, über Geld zu reden.

Alena, 25, Verwaltungsbeamtin, Stuttgart

Ich arbeite seit mehr als drei Jahren im öffentlichen Dienst als Verwaltungsbeamtin und bin damit absolut zufrieden. Ich habe Spaß am Arbeitsplatz, ein regelmäßiges Einkommen und eine ausgewogene Work-Life-Balance – all das war mir bei der Berufswahl wichtig. Da ich mir meine 41 Arbeitsstunden in der Woche flexibel einteilen kann, lassen sich private Termine, zum Beispiel das Fußballtraining meiner Mannschaft, gut mit meinem Job vereinbaren. 

  • Mein aktuelles Gehalt liegt bei 2.800 Euro brutto, was in meinem Fall 2.200 Euro netto entspricht. Als Beamtin zahle ich keine Sozialabgaben. 
  • Meine Fixkosten sind relativ hoch: Für Lebensmittel gebe ich etwa 300 Euro monatlich aus, daneben verschlingen Miete, Versicherungen, Monatskarte, Auto und Handyvertrag zusammen rund 1.150 Euro. 
  • Es bleiben also ungefähr 750 Euro für die Freizeit: fürs Essen oder etwas trinken gehen, Feiern, Klamotten, Kino, Urlaub. Es ist mir wichtig, an diesen Stellen nicht sparen zu müssen. 
  • Trotzdem bleibt am Ende des Monats immer etwas übrig: Insgesamt habe ich über die Jahre Rücklagen in Höhe von 15.000 Euro aufgebaut.

Dieses finanzielle Polster beruhigt mich, es verschafft eine gewisse Sicherheit. Mit meinem Lebensstandard bin ich zufrieden. 

Leider wird der Verdienst häufig mit der Leistung und dem gesellschaftlichen Rang einer Person gleichgesetzt – dabei sind gerade Menschen in sozialen Berufen, die einen großen gesellschaftlichen Beitrag leisten, oft schlecht bezahlt. Ich versuche deshalb, mir diese Denkweise nicht zu eigen zu machen. Geld ist natürlich angenehm, es erleichtert Vieles. Aber es sollte einen nicht definieren. 

Der Mensch ist wichtig, nicht das, was er leistet oder verdient.

Moritz, 24, Bauingenieur, Augsburg

Bis vor knapp einem halben Jahr habe ich noch studiert, seitdem bin ich berufstätig. An meinem Lebensstil hat sich dadurch aber nichts geändert. Daher kann ich zurzeit etwa 1000 Euro im Monat zur Seite legen.

In einem Bauunternehmen werde ich zurzeit als Bauleiter angelernt. Es ist nicht so, dass ich mich jeden Morgen auf den Job freue, aber wer geht schon wirklich gern zur Arbeit? Man arbeitet, um Geld zu verdienen.

  • Aktuell liegt mein Gehalt bei 3.850 Euro brutto pro Monat. 
  • Neben Steuern und Sozialabgaben gehen davon monatlich 250 Euro für die Miete ab, etwa 150 Euro für Lebensmittel und 200 bis 300 Euro für mein Auto
  • Hinzu kommen hier und da einige Kleinigkeiten und etwas Geld für die Reisekasse, den Rest lege ich zurück. 
  • Neben meinen eigenen Ersparnissen haben auch meine Eltern Geld für mich zur Seite gelegt, mittlerweile komme ich auf 15.000 Euro Rücklagen.

Mein Ziel ist es, irgendwann ausreichend Kapital für ein passives Einkommen angespart zu haben – also Geld, das quasi selbst für einen arbeitet, zum Beispiel durch Zinsen und Dividenden. Dann könnte ich weniger arbeiten, vielleicht auch gar nicht mehr. Dafür lebe ich gerne sparsam – und außerdem hat man neben dem Job sowieso wenig Zeit, sein Geld auszugeben.

Mit meiner finanziellen Situation bin ich zufrieden. Wäre sie schlechter, würde es mir schwerer fallen, darüber zu reden. Trotzdem sprechen meine Freunde und ich nur selten über Geld: Das ist nunmal ein Thema, bei dem Menschen in Schubladen geschoben werden. Man will einfach nicht schlechter dastehen als andere.

Thomas, 23, Online Marketing Manager, München

Seit sieben Monaten bin ich im Online Marketing eines Münchner Unternehmens angestellt. Wirklich zufrieden bin ich dort nicht – weder mit den Arbeitsverhältnissen noch mit meinem Gehalt: 

  • Ich verdiene 2.790 Euro brutto, nach Abzügen bleiben mir 1.790 Euro. 
  • Für Münchner Verhältnisse ist das eher wenig, schließlich zahle ich allein für mein WG-Zimmer knapp 600 Euro. 
  • Für Fixkosten, wie Versicherungen, Handy, Internet, Netflix und so weiter, geht die Hälfte meines Gehalts drauf. 
  • Ansonsten sind mir gute, hochwertige Lebensmittel wichtig, daran will ich nicht sparen. 
  • Hinzu kommen unregelmäßige Kosten für Klamotten, Urlaub oder Freizeitbeschäftigungen. Am Ende des Monats bleiben noch etwa 500 Euro auf meinem Konto liegen. Etwa 100 Euro lege ich jeweils zur Seite für Urlaube oder größere Anschaffungen. 

Ich leiste mindestens zehn Überstunden pro Woche, die ich nicht ausgeglichen bekomme – im Gegensatz zu einigen besser bezahlten Kollegen. Ich fühle mich unterbezahlt. 

Solche Ungerechtigkeiten gehören aus meiner Sicht zu den Gründen, warum das Thema Geld unter Arbeitskolleginnen und -kollegen stark tabuisiert ist. Ich habe selbst erlebt, wie Gespräche über Gehalt und Vermögen zu einer unangenehmen Atmosphäre geführt haben: Auf einmal herrschte betretenes Schweigen, nachdem beispielsweise einer bemerkte, dass er locker doppelt so viel verdient wie sein Gegenüber. 

Ich selbst betrachte Geld als etwas Notwendiges. Ich fühle mich nicht besser oder schlechter, weil ich etwas besitze oder eben nicht. Trotzdem weiß ich, dass ich in einem anderen Unternehmen mit demselben Job deutlich mehr verdienen könnte. Mit 3.500 Euro brutto wäre ich zufrieden.

Aber im Großen und Ganzen muss ich sagen: Natürlich geht es meinem Umfeld und mir sehr, sehr gut. Dank eines Bausparvertrags und einigen Fondanlagen kann ich auf knapp 10.000 Euro Kapital zurückgreifen. Da jammere ich natürlich auf höchstem Niveau.

Rebecca, 24, Physiotherapeutin

(Bild: Privat)

Ich arbeite seit knapp einem Jahr als Physiotherapeutin in einer Praxis. Hätte ich meinen Beruf nach dem Verdienst ausgesucht, wäre ich woanders gelandet – aber mein Job macht mir Spaß, das ist mir wichtiger.

  • Ich verdiene 2.200 Euro brutto, netto komme ich auf 1.500 Euro. 
  • Das meiste Geld gebe ich für Lebensmittel und mein Auto aus. 
  • Ich zahle keine Miete, da ich noch bei meinen Eltern lebe.
  • Am Ende des Monats bleibt deshalb meistens ein ordentlicher Betrag übrig, um die 700 Euro. Dadurch konnte ich trotz meines überschaubaren Gehalts etwa 11.000 Euro ansparen.

Momentan reicht mir dieses Gehalt. Ich definiere mich nicht über meinen Verdienst, auf Luxus lege ich keinen großen Wert. Aber ich finde, dass ich für meine Qualifikation und geleistete Arbeit zu wenig verdiene. 

Aktuell sind es 13,20 Euro pro Stunde. Bald ziehe ich mit meinem Freund zusammen und muss Miete zahlen, da dürfte das Gehalt gerne etwas üppiger ausfallen. Vielleicht um die 15 Euro die Stunde. Aber der geringe Verdienst ist ein generelles Problem in der Physiotherapie.

Im Vergleich zu meinen berufstätigen Freunden habe ich weniger Geld zur Verfügung, schätze ich. Sicher bin ich mir nicht, ich spreche mit ihnen sehr selten über das Thema. Man vergleicht sich in der heutigen Zeit eben sehr stark – und schlechter dastehen will vermutlich keiner. Was ich auf dem Konto habe, weiß niemand.

Wie viel verdienst du? Und wofür gibst du dein Geld aus?

Lasst uns mehr über Geld sprechen! Schreib an fuehlen@bento.de, was du verdienst und wofür du dein Geld ausgibst.

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Sport

Ist Joggen bei Kälte ungesund?
Ein Experte verrät, wie du dein Sportprogramm durch den Winter kriegst.

Plötzlich ist es kalt. Wir wollen nicht mehr ohne Mütze und Handschuhe vor die Tür. Trotzdem soll unser Sportprogramm nicht leiden. Schließlich waren wir gerade so gut im Lauftraining, außerdem rollt jetzt die Adventszeit an, mit Glühwein, Lebkuchen und all den anderen Leckereien.

Aber kann man auch bei Kälte weiterhin draußen joggen oder sollte man lieber aufs Laufband umsteigen?

Das haben wir Prof. Dr. Kuno Hottenrott gefragt, Direktor des Instituts für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Was ist die beste Temperatur zum Joggen?

"Optimale Temperaturen für das Laufen liegen im Bereich von 8 bis 27 Grad Celsius", sagt Hottenrott. Wenn es kälter ist, kommt es dem Experten zufolge zu einer Gefäßverengung und geringeren Durchblutung der Körperteile, die wir der Kälte aussetzen – also vor allem Hände, Nase und Ohren. 

Trifft zusätzlich noch kalter Wind auf die nicht geschützte Haut, könne es bereits bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu lokalen Kälteschäden kommen, also kleinen Erfrierungen auf der Haut: An diesen Stellen spürt man kaum noch etwas, die Haut wird härter, manchmal wird sie auch blass oder verfärbt sich.

Wie warm sollten wir uns anziehen?

Hottenrott empfiehlt ein Zwiebelschalensystem mit schweißtransportierender Funktionsunterwäsche – kein Baumwollshirt! Darüber am besten einen wärmenden Pullover oder ein Longsleeve, zuletzt eine windundurchlässige Laufjacke. Außerdem Mütze, einen Sportschal für den Hals und Handschuhe. Auf jeden Fall sollte die Kleidung für genau diesen Zweck gemacht sein. 

Zu dick sollte sie dabei nicht sein: "Wer sich zu warm und atmungsundurchlässig anzieht, riskiert eine Überhitzung", sagt Hottenrott. "Die Körpertemperatur steigt an, eine frühzeitige Erschöpfung ist die Folge."