"Wir haben bereits eine Frau"

Die britische Regierung will daran arbeiten, dass eines Tages genauso viele Frauen in Führungspositionen arbeiten wie Männer. Um das zu erreichen, wollte sie zunächst von Topmanagern britischer Unternehmen wissen, warum es bislang kaum Frauen in den Vorständen gibt.

Konkret hat das britische Department for Business Energy and Industrial Strategy (BEIS) nachgefragt, und zwar bei Vorstandsmitgliedern von britischen Unternehmen, die an der Börse notiert sind. (UK Government )

Die Aussagen sind – rather unfortunate.

Diese 10 peinlichen Antworten haben die britischen Chefs gegeben auf die Frage, warum es in ihren Unternehmen keine oder kaum Frauen in Führungspositionen gibt:

"Die meisten Frauen wollen den Ärger und den Druck des Vorstands gar nicht."
"Es gibt nicht so viele Frauen mit den richtigen Referenzen und der nötigen Erfahrung für den Vorstand – die Themen, um die es da geht, sind sehr komplex."
"Wir haben schon eine Frau im Vorstand, also sind wir fertig – jetzt ist jemand anderes an der Reihe."
"Meine anderen Vorstandskollegen würden keine Frau ernennen wollen."
"Ich glaube nicht, dass Frauen gut in die Vorstandsumgebung passen."
"Anleger interessieren sich nicht für die Zusammensetzung des Vorstands, also wieso sollen wir uns dafür interessieren?"
"All die ‚guten‘ Frauen sind doch schon vergeben."
"Es gibt keine freien Stellen – aber wenn es eine gäbe, dann würde ich über eine Frau nachdenken."
"Wir müssen hier grundlegend rangehen – und da sind einfach nicht genug Frauen mit Erfahrung."
"Ich kann doch keine Frau einstellen, nur weil mir danach ist."
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Das BEIS-Department hat es nicht bei der Aufzählung der Sprücheklopfer belassen, sondern auch eine Frau zu Wort kommen lassen. Nämlich Amanda Mackenzie, Chefin einer großen britischen Nichtregierungsorganisation. Sie sagt:

"Wenn man diese Liste von Ausreden liest, könnte man denken, es sei 1918 und nicht 2018. Es liest sich wie das Drehbuch einer Komödie, aber es ist wahr. Da müssen wir jetzt ran. Vielleicht sind die, die diese Ausreden akzeptieren, diejenigen, die nicht in den Vorständen sitzen und ihre Plätze räumen sollten: Wir sind schließlich im 21. Jahrhundert." 

 Und auf Twitter hat das Department einige Ausreden noch mal auf ihre Halbwertszeit hin dargestellt:

Auch Politiker äußern sich dazu. Der schottische Abgeordnete Ian Duncan nennt die Antworten "schockierende und peinliche Ausreden". Sie zeigten, wie wichtig es sei, noch mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Die Regierung möchte erreichen, dass Unternehmen in Großbritannien bis 2020 mindestens ein Drittel ihrer Führungsetage mit Frauen besetzen. 

Tatsächlich hatten die Anstrengungen bislang Erfolg:

  • Von allen 350 börsennotierten Unternehmen waren 2011 noch 152 nur mit Männern besetzt.
  • Jetzt gibt es nur noch zehn rein männlich geführte Unternehmen. 

In Deutschland sieht es deutlich schlechter aus. Nur etwa zwölf Prozent in den Vorstandsgremien der 30 größten Dax-Konzerne sind laut einer neuen Untersuchung der gemeinnützigen Allbright-Stiftung weiblich (Tagesschau). Etwas besser sieht es in den Aufsichtsräten aus, immerhin beträgt der Frauenanteil dort 30 Prozent (bento).

Was die Vorstände angeht, liegt Deutschland trotzdem deutlich hinter den USA, Schweden, Frankreich und Großbritannien – und auf einer Stufe mit Ländern wie Indien und der Türkei.


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