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Und worauf gerade Frauen achten sollten

In fast jedem Bewerbungsgespräch kommt irgendwann die Frage: Und, wie sieht Ihre Gehaltsvorstellung aus? Wie viel kann man fordern? Wie viel verdienen andere in der Branche? Gerade beim ersten Job ist das schwierig einzuschätzen. 

Eine Gehaltstabelle schafft Orientierung. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat uns mithilfe ihres "Lohnspiegels" einen Einblick in die typischen Einstiegsgehälter in verschiedenen Berufen zusammengestellt.

Wie kommen die Zahlen zustande?

Die Daten des Portals beruhen auf einer seit 2004 kontinuierlich laufenden Online-Umfrage, an der bisher schon mehr als 350.000 Menschen teilgenommen haben. Die Nutzerinnen und Nutzer geben anonym an, wie hoch ihr Gehalt ist – zusammen mit dem Bundesland, in dem sie wohnen, ihrem Alter, Geschlecht, der Unternehmensgröße, und ihrer Berufserfahrung.

Die Umfrage erlaubt aufgrund der hohen Fallzahlen detaillierte Einblicke in die tatsächlich gezahlten Entgelte. So kann man sein eigenes Gehalt mit den üblichen Gehältern vergleichen.

Mit was für einem Gehalt du bei deinem Berufseinstieg rechnen kannst, siehst du hier:

Angaben beziehen sich auf die mittleren Löhne und Gehälter ohne Sonderzahlungen und Überstundenvergütung bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38 Stunden. Einstiegsgehälter beziehen sich auf Beschäftigte mit einem Jahr Berufserfahrung.

(Bild: bento)

Die Zahlen zeigen, dass Frauen in den allermeisten Berufen schon beim Einstieg im Schnitt weniger verdienen als Männer. Wie kommt das?

Den Gender-Pay-Gap begründen Experten meist damit, dass Frauen häufig in schlechter bezahlten Berufen oder in Teilzeit arbeiten. Doch bei dieser Untersuchung kommen diese Faktoren nicht zum Tragen. Denn in der Auswertung werden Männer und Frauen im gleichen Beruf mit der gleichen Wochenarbeitszeit und der gleichen Berufserfahrung gegenübergestellt. Der Unterschied bei den Gehältern liegt hier bereits bei etwa sechs Prozent. Woran liegt das?

Malte Lübker ist Referatsleiter für Tarif- und Einkommensanalysen am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Er hat die Zahlen für uns zusammengestellt. "Wenn sich etwas nicht gut erklären lässt, argumentieren Ökonomen häufig, dass es irgendwelche, nicht messbaren Unterschiede geben muss – etwa, dass Frauen doch nicht so gut ausgebildet seien wie Männer und weniger effizient arbeiten. Daran glaube ich aber nicht", sagt Lübker. "Der Gehaltsunterschied beruht auch auf Diskriminierung – oft stecken einfach Willkür und Vorurteile dahinter." 

Zahlreiche Arbeitgeber investierten weniger in die weiblichen Angestellten, weil sie zum Beispiel befürchten, sie könnten vielleicht schwanger werden. Oft werde ihnen auch nicht so viel zugetraut. "Anders lässt sich nicht erklären, dass Frauen in fast allen Berufen schlechter gestellt sind."

Auch später wird es nicht besser.

Es ist deutlich zu erkennen: Männer bekommen auf ihr ohnehin schon höheres Einstiegsgehalt oft auch noch höhere Lohnerhöhungen. Das zeigt sich bei der Auswertung, die die ersten fünf Jahre im Beruf betrachtet. 

(Bild: bento)

Aber was kann man dagegen tun? Härter verhandeln?

"Jeder, egal ob Mann oder Frau, sollte sich vor seinen Gehaltsverhandlungen gut darüber informieren, was in der Branche gezahlt wird", sagt Lübker. Gehaltsverhandlungen seien oft keine echten Verhandlungen. Während der Chef zwischen verschiedenen Bewerbern wählen könne, hat der Berufseinsteiger meist nicht viele weitere Optionen. "Außerdem verhandelt ein Arbeitgeber regelmäßig, ein Berufsanfänger ist nun mal Anfänger", sagt Lübker.

Er sei für Transparenz in Sachen Gehalt. Gerade junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten im Freundeskreis offener werden oder sich zumindest auf Internetseiten über übliche Gehälter informieren – "und sich dann in der Gehaltsverhandlung darauf beziehen."

Wo kann ich noch nachsehen, welches Gehalt ich in meinem Beruf erwarten kann?

In den Listen oben konnten wir nur eine Auswahl an Einstiegsgehältern darstellen.

  • Beim Lohnspiegel gibt es die durchschnittlichen Gehälter von 430 Berufen.
  • Auf den Seiten von Gerwerkschaften wie ver.di, GEW oder IG Metall steht, welche Tarife für verschiedene Berufsgruppen ausgehandelt wurden. Selbst wenn das Unternehmen nicht tarifgebunden zahlen sollte, kann man sich an den Tarifverträgen dennoch orientieren.
  • Weitere Anbieter von Gehaltsvergleichen sind zum Beispiel Gehalt.de und Gehaltsvergleich.com.

Gerechtigkeit

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Die Verantwortung liegt mal wieder bei den Frauen.

Es gibt für Frauen viele Möglichkeiten, sich gegen Übergriffe und sexualisierte Gewalt von Männern zu wehren: Einen Drachen haben, eine Waffe haben, Kung Fu Meisterin sein, usw. usw., alles möglich, bloß hat man das Schwert dann leider doch immer im entscheidenden Moment nicht dabei, schade.

Das ist natürlich zynisch. Es ist ja klar, dass wir Frauen versuchen, uns zu wehren: Wir machen Selbstverteidigungskurse und kaufen Pfefferspray, klemmen Schlüssel auf dem Heimweg zwischen Finger und solidarisieren und in Clubs mit fremden Frauen, wenn die Männer zu aufdringlich werden, kurz, wir versuchen, uns nicht einschüchtern zu lassen in einer Gesellschaft, die uns immer noch ständig zu Opfern macht, die unsere Bedürfnisse nicht ernst nimmt und es nicht schafft, uns ausreichend zu schützen.