Alex, 22, erzählt, was du über den Job wissen solltest

Viele sehen Flugbegleiter als Traumberuf über den Wolken, bei dem man die Welt bereist. Aber stimmt das auch? Schließlich melden sich gerade bei der Airline TUIfly massenhaft Flugbegleiter und Piloten krank, um gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu protestieren. Was ist dran am Traumjob?

Wir haben einen Flugbegleiter gefragt, wie der Arbeitsalltag wirklich aussieht. Alex, 22, arbeitet seit vier Jahren als Flight Attendant bei einer großen Airline und verrät, was ihr wissen solltet, wenn ihr Flugbegleiter werden wollt.

1. Oft sieht man von fremden Städten nur das Hotelzimmer.

Wenn man nach einem langen Tag an einem fernen Flughafen landet, möchte man häufig nur noch eins sehen: das Hotelbett. Oft hat man auch überhaupt keine Zeit für eine ausgedehnte Stadterkundung, weil ein paar Stunden später schon der nächste Flieger wartet.

2. Man muss sich entscheiden: In der ganzen Welt unterwegs sein oder normale Arbeitszeiten.

Wer am liebsten Langstrecken fliegt und möglichst viele Orte kennenlernen möchte, entscheidet sich meistens für die "Flugkette". Bei diesem Modell fliegt man von einer Stadt zur nächsten und schläft die meiste Zeit im Hotel. Das bedeutet aber auch, dass man nur etwa zehn Tage im Monat zu Hause verbringt.

Für viele Kollegen mit Kindern ist das natürlich nichts. Die entscheiden sich dann eher für einen Dienstplan mit sogenannter Homebase. Da kommt man zwar jeden Tag am selben Flughafen an, fliegt dafür aber vielleicht vier Mal pro Tag dieselbe Kurzstrecke.

Im Reisefieber? Dann findest du hier unsere schönsten Travel-Geschichten:
1/12
3. In der Ausbildung zum Flugbegleiter muss man Rollenspiele bestehen und lernt, was man über Wein wissen muss.

"Wie reagieren Sie, wenn ein Passagier ausfällig wird?" In meiner Ausbildung sollte ich auf Situationen reagieren, die mich im Flugalltag erwarten. Oft gibt es nicht die eine richtige Reaktion. Man muss nur zeigen, dass man mit Stresssituationen souverän umgehen kann.

Der Umfang der Ausbildung ist von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft sehr unterschiedlich. Bei kleineren Airlines bekommt man vor allem Sicherheitstrainings. Die Ausbildung umfasst dann nur ein paar Wochen. Bei großen Gesellschaften wird man mehrere Monate ausgebildet, um auch in der First Class bestehen zu können. Dazu gehört zum Beispiel Grundwissen über verschiedene Weine.

4. Man lernt täglich neue Kollegen kennen.

Bei großen Fluggesellschaften arbeiten mehr als Tausend Flugbegleiter. Mit wem man wann zusammenarbeitet, entscheidet ein Computersystem. Die Bordbesatzungen ändern sich also von Flug zu Flug.

5. Schönheitsideale

Früher wurden Stewardessen gewogen. Diese Zeiten sind zwar vorbei, ein gepflegtes Äußeres wird aber immer noch vorausgesetzt. Wenn der Nagellack nicht zur Uniform passt oder man ungeschminkt zur Arbeit erscheint, riskiert man einen Rüffel vom Kabinenchef. Männer haben zwar weniger Vorgaben, aber mit zotteligen Bart würde ich mich nicht in die Kabine trauen.

6. Flugbegleiter bekommen Provision.

"Chanel N°5 und ein Schinken-Käse-Sandwich, bitte": Flugbegleiter verdienen bei jedem Bordverkauf. Gerade bei Billigfliegern kann also ein gewisses Verkaufsgeschick nicht schaden.

7. Zum Job gehören auch Aufgaben, die man ungern macht.

Bei kleineren Airlines müssen die Flugbegleiter das Flugzeug selbst aufräumen. Dazu gehört auch: Bordklo putzen.

8. Manchmal hilft nur noch Ruhe bewahren.

Obwohl wir auf vieles vorbereitet sind, kommt es immer wieder zu Situationen, wo wir nicht viel tun können. Als Flugbegleiter bekommt man eine Erste-Hilfe-Ausbildung, die man jährlich wiederholen muss. Trotzdem sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Wir dürfen zum Beispiel kaum Medikamente verabreichen. Dann kann man nur hoffen, dass ein Arzt unter den Passagieren ist. Wenn nicht, bleibt uns nichts anderes übrig, als Ruhe zu bewahren.

Bei technischen Defekten ist das ähnlich. Fällt mal etwas aus, ist das noch kein Grund zur Panik: Die wichtigsten Maschinensystemen gibt es doppelt. Ich selbst war noch nie bei einer Notlandung dabei. Evakuierungen sind auch immer ein Risiko, das der Pilot gründlich abwiegen muss.

9. Man muss sich hocharbeiten.

In Flugzeugen gibt es verschiedene Positionen. Besonders beliebt ist die First Class, Economy ist eher unbeliebt. Ist man neu dabei, bekommt man die Position, die übrig bleibt.

10. Flugbegleiter fliegen billiger.

Privat fliegen wir günstig. Ich liebe es, auch mal als Passagier zu reisen. Manche Kollegen sehen das anders und wollen nicht auch noch im Urlaub im Flugzeug sitzen. Trotzdem: Der Spaß am Reisen gehört zum Job dazu.

11. Immer weiter lächeln.

Trotz Jetlag, fünf Flügen in Folge und nervigen Passagieren: Gereiztheit ist keine Option. Immer weiter lächeln!


Today

Vergesst Donald Trump und Hillary Clinton. Pullover-Ken for President

Um in den USA gefeiert zu werden, muss man nicht viel tun: Eine Frage von einem Zettel ablesen, einen Schnurrbart tragen und einen roten Pullover anziehen. Ken Bone ist der neue Liebling der US-Amerikaner aus genau diesen Gründen.

Der Mann war Gast beim zweiten TV-Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton am Sonntagabend. Er kam als unentschlossener Wähler und stellte eine Frage zur Energiepolitik. Viel mehr fiel er hingegen mit seinem Kleidungsstil auf. Der rote Pullover, der bereits zu seinem Markenzeichen wurde, ist laut mehrerer US-Medien schon ausverkauft.