Bild: Bileam Tschepe
Berufe so erklärt, dass auch deine Eltern sie verstehen

Berufe so erklärt, dass auch deine Eltern sie verstehen

Als wir klein waren, fragten unsere Eltern, was wir werden wollen. Feuerwehrmann vielleicht? Oder Lehrerin? Traditionsberufe, unter denen sich jeder etwas vorstellen kann. Nun haben wir Berufe mit Namen wie Data Scientist oder Junior SEO Analyst. Und unsere Eltern fragen ratlos: Was machst du eigentlich? In dieser Reihe erklären wir es ihnen.

Samuel Tschepe, 29, arbeitet als Design Thinking Coach an einem Institut für berufliche Weiterbildungen.

bento: Samuel, wie haben deine Eltern reagiert, als sie erfahren haben, dass du Design Thinking Coach wirst?

Samuel Tschepe: Den einen Moment, an dem ich es ihnen gesagt habe, gab es gar nicht. Ich bin in den Bereich Design Thinking eher reingewachsen: Während meines Studiums hatte ich schon einen Nebenjob an dem Institut, für das ich heute arbeite, und ich habe dort auch eine Zusatzausbildung gemacht. Das haben meine Eltern natürlich mitbekommen. Als ich dann den Job als Design Thinking Coach bekam, musste ich ihnen nicht mehr viel erklären. Wenn ich jetzt einen Menschen neu kennenlerne und ihm meinen Beruf beschreiben will, nenne ich mich meist eine Art Lehrer für Innovation. Das funktioniert ganz gut, so als Kurzform.

bento: Was ist Design Thinking genau?

Samuel: Design Thinking ist eine Denk- und Arbeitsweise, die bei kreativer Problemlösung helfen und zu neuen Ideen führen soll – zum Beispiel wenn man ein Produkt oder einen Service optimieren oder neu gestalten möchte. Dabei steht immer der Mensch im Mittelpunkt: Personen aus unterschiedlichen Disziplinen und mit unterschiedlichen Sichtweisen arbeiten zusammen und besprechen zunächst das Problem, um es wirklich zu verstehen – und auszuloten, welche Bedürfnisse und Ziele diejenigen haben, die das Produkt oder den Service nutzen. Anschließend entwickeln sie Ideen zur Problemlösung, die dann getestet und verfeinert werden.

bento: Und was machst du als Design Thinking Coach?

Samuel: Aktuell bilde ich hauptsächlich andere Design Thinking Coaches aus, die dann wiederum Design Thinking lehren oder Teams und Projekte begleiten. Aber ich gebe auch selbst Workshops in Unternehmen, damit die Mitarbeitenden die Methode bei ihrer Arbeit anwenden können.

Coaches können grundsätzlich auf zwei Arten arbeiten: In einer lehrenden Funktion, wo sie anderen die neue Arbeitsweise beibringen. Oder in einer prozessbegleitenden Funktion, wo sie Teams helfen, inhaltliche Ziele zu erreichen, zum Beispiel neue Ideen zu generieren und auszuarbeiten.

bento: Warum ist dein Job wichtig?

Samuel: Jeanne Liedtka, eine Professorin und Forscherin an der University of Virginia, nannte Design Thinking mal die "Demokratisierung von Innovation". Kreativität und Innovation ist nicht nur was für ausgewählte Personen wie Elon Musk oder Steve Jobs. Alle Menschen haben dieses Potenzial. Und Design Thinking hilft ihnen dabei, es zu entdecken. So kann sich jeder an der Weiterentwicklung seines Unternehmens beteiligen. 

bento: Was hast du gelernt, um Design Thinking Coach zu werden?

Samuel: Ursprünglich wollte ich Lehrer werden. Weil ich mich aber für kein Fach entscheiden konnte, absolvierte ich erstmal ein FSJ als Basketballtrainer. Danach studierte ich Soziologie, das enthält auch pädagogische Elemente, ist aber nicht fachbezogen.

Während des Studiums sah ich in der Soziologie-Facebookgruppe meiner Uni eine Stellenausschreibung: Ein Wissenschaftler an dem Institut, für das ich heute arbeite, brauchte Unterstützung beim Transkribieren von Interviews. Durch die Arbeit für ihn hörte ich zum ersten Mal von Design Thinking. Während meines letzten Bachelor- und ersten Master-Semesters machte ich am Institut einen Kurs in Design Thinking – das ist ein Zertifikat-Studium, das man in zwei Semestern neben dem Hauptstudium absolviert. Während meines Masters in Erwachsenenbildung stieg ich dann mehr und mehr in das Thema Coaching ein. Nach meinem Abschluss fing ich fest am Institut an.

bento: Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus? 

Samuel: Ich habe Büro- und Workshoptage. An Bürotagen komme ich morgens rein und bereite kommende Workshops und Programme vor, frage Kolleginnen und Kollegen, ob sie noch Feedback haben, oder reflektiere das letzte Projekt: Was lief nicht so gut, was kann ich besser machen?

bento: Die Workshops sind deine zentrale Aufgabe, sagtest du. Wie bereitest du sie vor – und wie laufen sie ab?

Samuel: Unsere Kunden sind sowohl größere Unternehmen aus ganz verschiedenen Branchen als auch einzelne Personen wie Freelancer oder Berater. Wenn wir für einen Workshop gebucht werden, telefoniere ich erst mal sehr viel mit den beteiligten Personen, um herauszubekommen was genau sie erreichen wollen und was der beste Weg dorthin ist. Daraus erarbeite ich die Workshop-Inhalte. Danach stelle ich ein Team aus Coaches zusammen, denn den eigentlichen Workshop mache ich selten allein. Je nach Ziel dauern die Workshops zwei oder mehr Tage und finden hier am Institut oder vor Ort in der Firma statt.

bento: Und was macht ihr inhaltlich?

Samuel: Ein Beispiel: Ein Flughafen hat uns mal gebucht, um die Sicherheitskontrollen zu verbessern. Design Thinking ist menschenzentriert, also schauen wir als erstes wie sich der Mensch in der Situation verhält. Entweder laden wir dafür Betroffene ein, also Fluggäste und Flughafen-Mitarbeitende. Oder wir fahren zum Flughafen, beobachten und sprechen mit den Menschen. Danach wird das Problem definiert: Woran hakt es überhaupt? Anschließend suchen wir mit verschiedenen Brainstorming-Methoden nach Lösungen. Aus den vielversprechendsten Ideen entwickeln wir einen Prototyp, also eine konkrete Maßnahme. Damit fahren wir zum Flughafen oder zu den Betroffenen und probieren sie aus. Dann beginnen wir wieder am Anfang, bei der Beobachtung und Problemdefinition – solange, bis die Lösung immer konkreter und besser wird.

bento: Du bildest ja Design Thinking Coaches aus. Wie sieht deren Arbeit in den Unternehmen aus? Gibt es da große Unterschiede?

Samuel: Es gibt angestellte Design Thinking Coaches, aber auch viele Freelancer. Die Freiberufler setzen sich oft Schwerpunkte, betreuen also zum Beispiel nur industrielle Unternehmen oder kombinieren Design Thinking mit agilen Arbeitsmethoden wie Scrum. Sie kommen – ähnlich wie ich – nur für einen bestimmten Zeitraum für Projekte oder Schulungen in die Unternehmen. Bei festangestellten Coaches kommt es darauf an, was sich das Unternehmen wünscht: Soll die Person Vollzeit als Design Thinking Coach arbeiten, zum Beispiel in einer extra Innovationsabteilung? Oder hat sie oder er noch eine andere Position im Haus und wird nur für Projekte dazugeholt? Das ist ganz unterschiedlich. 

bento: Welche besonderen Fähigkeiten braucht man als Design Thinking Coach?

Samuel: Da man viel mit Menschen zusammenarbeitet, ist ein aufrichtiges Interesse an ihnen wichtig. Außerdem braucht man viel Empathie und Flexibilität, denn was bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des einen Workshops gut ankam, muss beim nächsten Workshop nicht gleichermaßen gut ankommen ­– dafür sollte man sensibel sein. Und eine gesunde Selbstreflexion und Kritikfähigkeit ist wichtig. Man kann sich stetig verbessern und wachsen, gerade wenn man mit immer neuen Menschen zusammenarbeitet.

bento: Wie viel verdient man als Design Thinking Coach?

Samuel: Als Angestellte in einem Unternehmen sind 40.000 bis 120.000 Euro brutto im Jahr möglich, habe ich gehört – je nach Branche, Unternehmensgröße und Berufserfahrung. Bei Freiberuflern weiß ich von Tagessätzen zwischen 500 und 2.000 Euro.

bento: Welcher Aspekt in deinem Job macht dir am meisten Freude?

Samuel: Wenn ich Lernerfolge sehe. Momentan begleite ich vor allem Menschen über einen längeren Zeitraum. Wenn sich jemand zu Beginn schwertut, in schwierigen Situationen Sicherheit auszustrahlen oder flexibel auf Situationen zu reagieren, ist es toll zu sehen, wenn sich dieselbe Person nach ein paar Monaten viel selbstbewusster und souveräner verhält. Anderen dabei zu helfen, selbst besser helfen zu können – das ist schön. Und es macht mich hier und da auch ein bisschen stolz.


Uni und Arbeit

Coronakrise: Wie Studierende versuchen, das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren

Die Mühlen der Bürokratie mahlen schnell in diesen Tagen. Eine Stunde nachdem Anna Kurzeck ihre Bewerbung per Mail abgeschickt hat, läutet ihr Telefon, eine Frau von der Bezirksregierung ist dran: Wann sie denn anfangen könne?

Am selben Nachmittag, so erzählt die 25-jährige Medizinstudentin am Telefon, habe sie sich ins Auto gesetzt und sei von ihrem Elternhaus im oberpfälzischen Tirschenreuth zum Landratsamt gefahren, um ihren Vertrag zu unterschreiben. Gleich am nächsten Tag, es ist der Donnerstag vergangener Woche, habe sie mit der Arbeit im Gesundheitsamt begonnen: Kontaktpersonen von Coronavirus-Infizierten anrufen, zu Symptomen befragen und anhand eines Leitfadens entscheiden, ob sie in Quarantäne müssen und getestet werden. Zehn Stunden habe sie gearbeitet, sagt Anna. Am Freitag nochmal zehn. Zehn am Samstag, zehn am Montag, zehn am Dienstag.

Etwa ein Dutzend reguläre Mitarbeiter habe das Gesundheitsamt, schätzt Anna, aktuell seien sie schon 20 oder 25 Leute, täglich kämen mehr dazu. Und trotzdem kämen sie mit der Arbeit nicht hinterher.

Studierende sollen helfen

Gesundheitsämter und Kliniken sind derzeit stark gefordert, manche sind überlastet, das System droht in der Coronakrise an seine Grenzen zu stoßen (SPIEGEL). Am Montag vor einer Woche haben der bayerische Wissenschaftsminister und die Ärztlichen Direktoren der sechs bayerischen Unikliniken deshalb Medizinstudierende zu freiwilligen Einsätzen aufgerufen (Bayerisches Wissenschaftsministerium). Andere Krankenhäuser und Gesundheitsämter veröffentlichten ähnliche Gesuche. Und auch in einem Notfallplan, auf den Bund und Länder sich Mitte März geeinigt haben, heißt es, die Kliniken sollten Konzepte für den Einsatz von Medizinstudierenden höherer Semester entwickeln (SPIEGEL). 

Studierende sollen helfen, das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren – kann das funktionieren?

Bereit zu helfen sind jedenfalls viele. Allein im Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München hätten sich bereits 300 Medizinstudierende gemeldet, sagt der Ärztliche Direktor Karl-Walter Jauch. Die ersten 100 würden gerade geschult, sie sollen an der Telefonhotline arbeiten oder auf den Stationen aushelfen. Die anderen 200 werde man kontaktieren, wenn die Personalnot größer werde. Je nachdem, wie weit im Studium sie seien, würden sie als wissenschaftliche Hilfskräfte angestellt oder bekämen ihren Einsatz als Famulatur angerechnet.

Eine Facebook-Gruppe für die Helfer

Auch Amandeep Grewal, 25, wollte etwas tun. An dem Tag, an dem die bayerischen Kliniken ihren Aufruf veröffentlichten, saß er in seinem ehemaligen Kinderzimmer in Reutlingen und googelte nach Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren – so erzählt er es später am Telefon. Amandeep studiert im zwölften Semester Medizin an der Comenius-Universität in Bratislava, doch die ist derzeit wegen Corona geschlossen. Weil er im Internet nichts fand, gründete er schließlich eine Facebook-Gruppe, um sich mit Kommilitoninnen und Kommilitonen zu vernetzen: "Medizinstudierende vs. Covid-19".

Schon nach einem Tag habe die Mitgliederzahl die Tausendergrenze überschritten, sagt Amandeep, also habe er sich Unterstützung geholt. Sein Kommilitone Andreas Zehetner legte eine Website an, auf der Amandeep und sein Team die Jobangebote, die in der Facebook-Gruppe gepostet wurden, nach Bundesländern sortiert veröffentlichten. Ein weiterer Kommilitone, Ahmed Abdel Rahman, pflegte Facebook und die Website, die befreundeten österreichischen Studierenden Alexandra Diendorfer und Michael Neulinger starteten eine Gruppe für Österreich. Bald waren auf der Website über 200 Kliniken gelistet, die Mitarbeitende suchten.

Aus seinem ursprünglichem Plan, selbst in einer Klinik auszuhelfen, sei bisher nichts geworden, sagt Amandeep. Stattdessen habe er auf dem Dachboden seiner Eltern ein paar Kisten weggeräumt und sich ein provisorisches Büro eingerichtet, um ungestört telefonieren zu können. "Im Moment sind wir alle Vollzeit mit der Facebook-Gruppe und der Website beschäftigt, auch am Wochenende." 

Die Reaktionen auf ihre Initiativen seien durchweg positiv gewesen, das sagen sowohl Amandeep Grewal als auch Karl-Walter Jauch. Die Pflegekammer Niedersachsen allerdings äußerte Kritik an einem Aufruf des niedersächsischen Wissenschaftsministers. Aber auch Nora Wehrstedt, die stellvertretende Kammerpräsidentin, sagt: "Wir brauchen jede helfende Hand, keine Frage." Ihre Kritik entzündete sich daran, dass der Minister davon gesprochen habe, Studierende als Pflegekräfte einzusetzen. "Pflege kann nicht jeder", sagt Wehrstedt, "es hat einen Grund, dass es dafür eine dreijährige Ausbildung gibt." In anderen Bereichen könnten Studierende sehr wohl einen wichtigen Beitrag leisten: Essen austeilen, Wäschewägen auffüllen, Blutproben ins Labor bringen.

"Nur wenige hier sind Ärzte"

Anna Kurzeck steht kurz vor dem dritten Staatsexamen und dürfte damit im Gesundheitsamt Tirschenreuth zu den Helfern mit dem größten Fachwissen zählen. "Nur wenige hier sind Ärzte", sagt sie, "viele kommen aus dem Landratsamt oder aus der Kreismusikschule, die jetzt geschlossen ist." Medizinische Fachkenntnisse sind für ihre Arbeit auch nur bedingt nötig: Sie verbringe die meiste Zeit mit Excel-Tabellen und am Telefon, sagt Anna. Einmal habe sie bei einer mobilen Teststraße mitgeholfen. 400 Menschen seien in ihren Autos auf den Parkplatz des Tirschenreuther Gymnasiums gefahren, ein Arzt habe am Autofenster den Abstrich vorgenommen. Sie habe, in Schutzmontur, kontrolliert, dass niemand auftauchte, der nicht einbestellt worden war und sich trotzdem testen lassen wollte.

Auch Saskia Stegmüller ist eine qualifizierte Helferin. Die 26-Jährige studiert im achten Semester Medizin und hat zuvor drei Jahre lang hauptberuflich als Rettungsassistentin in ihrer Heimatstadt Bruchsal gearbeitet, in den Ferien steigt sie immer noch regelmäßig in den Rettungswagen. "An dem Tag, an dem ich erfahren habe, dass meine Uni wegen Corona schließt, habe ich meinen Chef angerufen", sagt sie, "am nächsten Tag kam die Bestätigung, dass mein Vertrag fertig ist und ich schon im Dienstplan stehe."

Am Sonntag soll Saskia anfangen mit der Arbeit, die für sie altbekannt und zugleich völlig neu ist. "Wie informiere ich die Klinik, wenn ich einen Verdachtsfall transportiere? Wie desinfiziere ich danach den Rettungswagen? Welche Regeln gelten im Umgang mit den Kollegen? In all dem muss ich mich erst mal schulen lassen", sagt sie. Derzeit arbeite sie auf einer internen Onlineplattform des Roten Kreuzes die aktuellen Dienstanweisungen durch.

Eltern aus der Risikogruppe

Saskia studiert in Innsbruck, in Bruchsal wohnt sie bei ihren Eltern. Aber sie plant, ihnen in den nächsten Wochen und Monaten so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen. Die meiste Zeit in ihrem Zimmer zu verbringen, möglichst wenig im Haus anzufassen, möglichst oft auf der Wache statt zuhause zu essen. "Wir haben glücklicherweise zwei Bäder", sagt sie, "eines davon werde nur noch ich benutzen." Denn ihre Eltern hätten beide Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gehörten also zur Risikogruppe. Am Abend bevor sie ihren Vertrag unterschrieben habe, hätten sie sich nach dem Essen ins Wohnzimmer gesetzt und über das Risiko gesprochen, das Saskias Arbeit für die Eltern bedeuten würde. Trotz aller Sorgen, sagt Saskia, hätten ihre Eltern zugestimmt: Sie könne Menschen helfen, also solle sie das auch tun.

Wie viele Studierende, auch Nicht-Mediziner, helfen wollen, zeigt sich nicht nur in Amandeep Grewals Facebook-Gruppe, es zeigt sich auch auf der Website des Robert Koch-Instituts. Das stellte am 20. März eine Stellenausschreibung online, darin suchte es sogenannte Containment Scouts, die im nächsten halben Jahr in Vollzeit Covid-19-Erkrankte zu möglichen Kontaktpersonen befragen und diese kontaktieren sollen. Die Ausschreibung richtete sich "vor allem an Studierende, die bereit sind, ein Urlaubssemester einzulegen". Nach drei Tagen war sie wieder offline, obwohl die Bewerbungsfrist noch längst nicht abgelaufen war. "Über das Wochenende haben uns knapp 10.000 Bewerbungen erreicht", heißt es nun auf der Website. Leider könne man keine weiteren annehmen.

An willigen Helfern und Helferinnen mangelt es also nicht im deutschen Gesundheitssystem. Die Schwierigkeit ist derzeit offenbar eher, die vielen Bewerbungen zu koordinieren. Die LMU, sagt Karl-Walter Jauch, arbeite gerade an einem IT-System, das Bewerberinnen automatisiert den passendsten Bereichen zuordnen soll. Und Amandeep Grewals Team hat am Donnerstag in Kooperation mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden ein neues Angebot online gestellt: Auf "match4healthcare" können sich Studierende und Menschen aus anderen Gesundheitsberufen eintragen – und Kliniken können mit einem Filtersystem nach passenden Arbeitskräften suchen. Die bisherige Website, auf der das Team jede Klinik händisch eintrug, verlinkt jetzt auf die neue. Amandeep hofft, dass er nun bald endlich Zeit findet, selbst in einer Klinik auszuhelfen.

Eine kürzere Version dieses Textes ist in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL erschienen.