Bild: Privat
Das erzählt er in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?"

Schon in der Gaststätte seiner Eltern hatte Philip Spaß daran, Menschen zu bedienen. Später arbeitete er als Sommelier in der Gastronomie und fand so zu seinem heutigen Traumjob. 

Philip Pollak, 29, ist Butler.

Wie wird man Butler?

Viele Butler sind Quereinsteiger. Sie kommen oftmals aus der Gastronomie oder Hotellerie, also bereits aus einem Serviceberuf. (career-account.de)

Zum Butler kann man sich aber auch an einer Butlerschule ausbilden lassen, etwa an der "International Butler Academy" in den Niederlanden oder "School for Butlers & Hospitality" in Belgien, um nur zwei Beispiele zu nennen. 

Die Ausbildungsprogramme dauern von mehreren Tagen bis zu zehn Wochen und kosten in der Regel mehrere tausend Euro. Das Training an der Butler Academy in den Niederlanden kostet beispielsweise für zehn Wochen 14.500 Euro, inklusive Verpflegung. Sie endet mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung. 

Zuletzt kümmerte er sich in einem Luxus Chalet in Österreich um die reichsten Familien der Welt – sogar Königsfamilien hat er dort umsorgt. Nun wird er bald seinen ersten Job in einem Privathaushalt antreten. Sein Ziel ist es, die Wünsche seiner Gäste zu erfüllen, bevor sie diese überhaupt geäußert haben. 

  • Wie innig ist die Beziehung zu den Familien, für die er arbeitet?
  • Wie geht er damit um, wenn er abschätzig behandelt wird?
  • Und können seine Arbeitgeber von ihm als Butler alles verlangen – oder gibt es Grenzen?

Das erzählt Philip in "Und was machst du so?", dem Job-Podcast von bento:

„Sobald meine Sicherheit oder die des Teams gefährdet ist, muss man sagen: Halt, stop.“
Philip Pollak, Butler

Worum geht's im Podcast?

Wir wollen heute anders arbeiten als unsere Eltern. Wir wollen nicht blind die Karriereleiter hochklettern, sondern einen Job, der uns erfüllt. Dafür sind wir bereit, uns zu verausgaben. Im Mitarbeitergespräch fragen wir unsere Chefs eher nach einem Sabbatical als einer Gehaltserhöhung.

Carolina Torres und Sarah Klößer sprechen in unserem Job-Podcast "Und was machst du so?" abwechselnd mit jungen Menschen über ihre Berufe. Was motiviert sie? Was bedeutet Erfolg für sie? Und wie wichtig ist ihnen ihre Work-Life-Balance?

Du kannst unseren Podcast kostenlos hören, wo und wann du willst. Du findest ihn auf bento und auf Plattformen wie Apple Podcasts und iTunesSpotifyDeezerSoundcloud oder Google Podcasts. Wenn du den Podcast abonnierst, verpasst du keine Folge mehr. 

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Du hast Fragen? Lob? Oder Kritik? Vielleicht möchtest du auch selbst mit uns über deinen Beruf sprechen? Dann maile uns an undwasmachstduso@bento.de. Oder schreib uns gerne eine Podcast-Review auf iTunes!


Gerechtigkeit

Das Anti-Ankunfts-Gesetz: Unser Asylrecht hindert junge Menschen an der Integration
Vor einem Jahr wurde das Migrationspaket auf den Weg gebracht. Geholfen hat es nichts. Ein Kommentar

In Deutschland gilt das Asylrecht, eigentlich. Menschen in Not können hier Zuflucht finden und sich eventuell eine neue Existenz aufbauen. Zugleich ist Deutschland ein Einwanderungsland, eigentlich. Unsere älter werdende Gesellschaft braucht den Zuzug von jungen Menschen aus aller Welt.

Die Politik trug dem jedoch lange Zeit keine Rechnung: ein Einwanderungsgesetz gab es nicht, das Asylrecht hingegen wurde über die Jahre immer weiter verschärft. Vergangenes Jahr wollte Innenminister Horst Seehofer (CSU) dieses Problem endlich anpacken und stellte das Migrationspaket vor. Im Paket stecken sieben Gesetze, die die deutsche Asylpolitik neu regeln sollten – von der Abschiebung bis zum Zuzug, von neuen Duldungsregelungen bis zu geänderten Asylleistungsrechten. Seehofer nannte es "eine Zäsur in unserer Migrationspolitik" – im Regelwerk würden nun "Ordnung und Humanität" Eingang finden (CDU/CSU-Fraktion).

"Stöcke in die Reifen" der Integration

In arabischen Asylgruppen auf Facebook wurde es kritischer diskutiert. Eine Amira fragt, wie man nun noch Zeit haben soll, die Sprache zu lernen. Ein Abu Mahmud fürchtet, es gehe jetzt nur noch darum, Geflüchtete "immer in Bewegung" zu halten, nicht mehr, sie ankommen zu lassen. Und ein Muhammad kommentiert schlicht, das Migrationspaket werde für die Integration so sinnvoll sein wie "Stöcke in Reifen zu stecken". 

Jetzt, ein Jahr später zeigt sich, dass die Vorahnungen aus den Facebook-Gruppen eintreffen: Von Seehofers versprochenem Humanismus ist nichts übrig, die Ordnung im Migrationspaket funktioniert auch nicht.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz aus dem Paket sollte die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sichern, das sogenannte "Geordnete-Rückkehr-Gesetz" sollte gleichzeitig für eine deutliche Verschärfung des Asylrechts sorgen. Dieses Gesetz, von Kritikerinnen und Kritikern damals "Hau-ab-Gesetz" geschimpft, trat am 21. August vergangenen Jahres als erstes in Kraft. Es folgten andere Gesetze, die die Rechte von Asylsuchenden beschränken. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz startete erst deutlich später – im März 2020.

Das "Geordnete-Rückkehr-Gesetz" torpediert das Teilhaben an der deutschen Gesellschaft

Seither ist eine Schieflage entstanden, die viele Integrationsbemühungen Schutzsuchender torpediert. Abschiebungen laufen mitnichten einfacher, seit es das "Geordnete-Rückkehr-Gesetz" gibt – das Ankommen und Teilhaben an der deutschen Gesellschaft, läuft aber für viele Asylsuchende deutlich schwerer. 

Neben der Duldung gibt es künftig eine "Duldung light", die es Asylsuchenden verbietet, zu arbeiten und Asylleistungen kürzt. Asylbewerberinnen und Asylbewerber dürfen nun bis zu 18 Monate in einer Massenunterkunft wie den umstrittenen "Ankerzentren" untergebracht werden. Medizinische Atteste für Abschiebeverbote sind deutlich schwerer zu bekommen, Ausreisepflichtige dürfen in regulären Gefängnissen in Abschiebehaft.