Bild: Patrick Pleul/dpa

Ein Recht auf Teilzeit – das soll es in Deutschland ab dem kommenden Jahr geben. Doch was heißt genau das? 

Wer in Vollzeit arbeitet soll dann für eine befristete Zeit weniger arbeiten dürfen. Danach sollen die Betroffenen wieder zu ihrer vollen Stelle zurückkehren dürfen. Diese sogenannte Brückenteilzeit soll für ein bis fünf Jahre gelten. Das soll vor allem Frauen helfen, die oft aus familiären Gründen eine Zeit lang weniger arbeiten möchten – oder müssen. 

Für wen bringt die Brückenteilzeit Vorteile?

  • Zehneinhalb Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in Teilzeit.
  • Das kam im Sommer durch eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag heraus.
  • Viele von ihne würden aber gerne in Vollzeit arbeiten.
  • In Ostdeutschland etwa arbeitet jeder vierte Beschäftigte unfreiwillig in Teilzeit, weil sie in ihrem Betrieb nicht in Vollzeit arbeiten können. (BR24)

Frauen trifft das besonders häufig: 2016 hatten 40 Prozent der weiblichen Beschäftigten einen Teilzeitjob (Wirtschaftswoche). "Wir beenden die Teilzeitfalle für viele Frauen", sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Mast der Deutschen Presse-Agentur.

Welche Probleme gibt es noch mit der Brückenteilzeit?

Die Regelung gilt nur für Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten, faber nur mit Einschränkungen. Erst bei großen Unternehmen mit mehr als 200 Arbeitnehmern gibt es keine Einschränkungen mehr. Das bedeutet, dass mehr als 14 Millionen Menschen von der Brückenteilzeit ausgeschlossen sind, weil ihr Arbeitgeber zu klein ist. (BR24)

Deshalb gibt es auch Kritik an dem Gesetz: "70 Prozent der erwerbstätigen Mütter haben nichts von dem Gesetz und sind gezwungen, weiterhin familienbedingt ihre Arbeitszeit zu reduzieren", sagte die linke Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl. Gerade Frauen in Niedriglohnjobs, denen die Brückenteilzeit zugute käme, arbeiten häufig in kleinen Unternehmen.

Auch Arbeitgeber sehen das Gesetz kritisch: "Das Gesetz hilft niemandem, belastet aber erneut die Wirtschaft", sagte Rainer Dulger, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Nur eine verbesserte Kinderbetreuung ermöglicht Müttern die Rückkehr in Vollzeit." Das Gesetz werde den Unternehmen die Personalplanung deutlich erschweren.

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Saudi-Arabiens bekanntester Journalist soll von seiner Regierung umgebracht worden sein
Er verschwand im Konsulat in Istanbul – was wir bisher wissen

Die Geschichte klingt wie ein Agententhriller. Und sie wird für einige mächtige Menschen zunehmend zu einem Problem: Der saudische Journalist Jamal Khashoggi wird vermisst. Er wurde möglicherweise in Istanbul ermordet. Das vermuten zumindest die türkische Polizei und der Geheimdienst. 

Der Fall sorgt international für Aufregung, denn hinter dem mutmaßlichen Auftragsmord könnte die saudi-arabische Königsfamilie stecken. Jamal Khashoggi galt seit etwa zwei Jahren als Kritiker des autoritären Königshauses.