Bild: Blue Origin

Der Traum vom Weltall für Jedermann ist gerade ein großes Stück näher gerückt: Die Firma "Blue Origin" hat zum ersten Mal zum zweiten Mal eine Rakete ins All geschickt und wieder gelandet. Zum ersten Mal zum zweiten Mal? Bitte was?

Raketen brauchen viel Treibstoff, um ins Weltall katapultiert zu werden. Bislang sind alle Raketen so gebaut, dass sie nach einmaligem Gebrauch abstürzen und nur eine Raumkapsel oder ein Shuttle im Weltall zurückbleibt. Das ist extrem teuer und wenig Ressourcen sparend. Mehrere Unternehmen arbeiten daher daran, Trägerraketen zu bauen, die nach ihrem Flug ins All wieder zur Erde zurückkehren und erneut verwendet werden können.

"Blue Origin", das dem Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, hat so eine Rakete konstruiert: "New Shepard". Im November flog "New Shepard" zum ersten Mal ins All und landete kurz darauf sicher wieder auf der Erde. Nun wurde die gleiche Rakete zum zweiten Mal losgeschickt – und ist damit die erste recyclebare Trägerrakete der Menschheit, die tatsächlich ein zweites Mal verwendet wurde.

So sanft landete "New Shepard":
Und was bringt uns das?

Hat Bezos mit seiner Firma "Blue Origin" Erfolg, wird der Weltraumtransport bald sehr viel günstiger – und könnte sich damit für die Tourismusbranche öffnen. Trägerraketen würden dann regelmäßig zwischen Erde und All pendeln, anstatt zu zerbersten.

2001 bezahlte der US-Unternehmer Dennis Tito noch 20 Millionen US-Dollar, um als erster Weltraumtourist von einer russischen Rakete mit ins All genommen zu werden. Werden nun erneuerbare Raketen Realität, könnten auch bald Normalos ihr Ticket für ein Selfie mit Mond buchen.

Wettrennen um den Weltraum

Bezos hat derzeit einen großen Konkurrenten: Den Green-Solution-Pabst Elon Musk. Musk ist Gründer von Paypal und hat eine Leidenschaft für nachhaltige Technologie. Seine "Tesla"-Autos sind Öko-Rennschlitten, sein "Hyperloop"-Projekt will den ÖPNV revolutionieren. Und mit "SpaceX" tüftelt er wie "Blue Origin" an recycelbaren Trägerraketen.

Erst im Dezember hatte "SpaceX" erstmals eine seiner "Falcon9"-Raketen erfolgreich aus dem All zurückgebracht. Die Trägerrakete hatte Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht und war dann wieder gelandet. Der Flug ins All und zurück dauerte insgesamt nur etwa zehn Minuten. Papa Elon Musk feierte den Erfolg mit einer Langzeitbelichtung:

Ach ja, bitte die "New Shepard" nicht verwechseln:

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