Bild: dpa / Greenpeace

Der Waliser James Howells wäre eigentlich ein reicher Mann – hätte er nicht seine Festplatte mit 7500 Bitcoins 2013 bei einem Umzug aus Versehen entsorgt. Der Datenträger liegt dort immer noch auf einer Müllhalde – der Informatiker darf aber nicht danach suchen.

James Howells Bitcoins sind umgerechnet rund 100 Millionen Euro wert. In den vergangenen Tagen stieg der Wert der Kryptowährung auf Rekordwerte an, heute ist ein Bitcoin rund 12.527 Euro wert. (Bitcoin.de

Wie ist Howells an die Bitcoins gekommen?

Der 32-Jährige war 2009 einer der ersten Investoren: Das bedeutet, dass er damals seinen Computer zum Konfigurieren der Blockchain frei gab. So war sein Rechner Teil des dezentralen Netzwerks, welches damals die Bitcoins herstellte. (The Telegraph)

Wie Bitcoins und Blockchain funktionieren, steht hier:

So funktioniert die Blockchain:

Jeder Bitcoin und jede Transaktion ist eine Ansammlung von Daten. Sie werden blockweise in einer Datenkette festgehalten – der Blockchain.
Jeder Block baut auf den anderen auf. Wollte man einen ändern, bräche die Kette in sich zusammen ...
... als würde man einen Holzscheit aus einem Jenga-Turm ziehen.
Das verhindert, dass Bitcoin kopiert oder mehrfach ausgegeben werden...
... und es schafft Transparenz, weil genau nachverfolgt werden kann, wann und wie ein Bitcoin den Besitzer gewechselt hat.
Werden neue Daten generiert – ein Bitcoin wechselt den Besitzer – müssen alle Teilnehmer der Kette dieser Aktion zustimmen.
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Der Lohn: Howells erhielt für seine Initiative ingesamt 7500 Bitcoins, die er auf seiner PC-Festplatte speicherte. Damals waren die Bitcoins noch nicht viel wert, der Informatiker vergaß seine Wertanlage. Als sein Computer kaputt ging, baute er die Festplatte mit den Bitcoins aus, sie landete in einer Schublade – vermeintlich sicher. 

Denn 2013 warf James Howells den wertvollen Datenträger beim Aufräumen doch weg, sie landete auf der Müllkippe seines Heimatortes Newport. 

Aktuell jagt ein Bitcoin-Rekordwert den nächsten – am Donnerstagmorgen knackte er die 14.000-Dollar-Marke. 

Je höher der Wert der Bitcoins, desto größer Howells Ärger: Der Gedanke an die Festplatte lässt ihn nicht los. 

Und warum darf der IT-ler die Müllhalde nicht nach der Festplatte durchsuchen?

Trotz mehrmaliger Anfrage erlaubt die walisische Stadt Newport ihm nicht, die Müllkippe nach seiner verschollenen Wertanlage zu durchforsten. Beim Umgraben der Halde könnten gefährliche Gase austreten oder gar ein Brand entstehen. Des Weiteren hat noch nie zuvor jemand eine Müllhalde durchsucht, dementsprechend gebe es keine gesetzlichen Grundlagen für ein solches Unterfangen. (The Telegraph)

Außerdem sei die Festplatte wahrscheinlich sowieso schon durch die Witterung und Gase zerstört. (Wales Online)

Bitter: Alle Versuche, die Stadt dazu zu überreden, ihn doch nach der Festplatte suchen zu lassen, scheiterten bisher. Aber Howells gibt nicht auf.

Er hat jetzt auf Twitter vorgeschlagen, bei der nächsten Ratswahl zu kandidieren. Sein Wahlversprechen: Der Stadt Newport die Hälfte seines Bitcoin-Vermögens geben – wenn er es denn wieder findet: 

Bei all dem Ärger – Howells hat erneut in Bitcoins investiert. Vielleicht wird er sie dieses Mal besser im Auge behalten. 

Du willst tiefer in die Materie Bitcoin steigen? Hier haben wir erklärt, was Kryptowährungen sind:


Gerechtigkeit

Was es für einen Flüchtling bedeutet, wenn die CDU Abschiebungen nach Syrien diskutiert

Die Union streitet, ob syrische Flüchtlinge wieder in ihre Heimat abgeschoben werden sollen. Am Donnerstag startet die Innenministerkonferenz in Leipzig. Dann treffen sich die Innenminister aller Bundesländer von Deutschland – und reden über Sicherheitsfragen und Integration.

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