Darauf achten Studierende bei ihrer Arbeitgeberwahl.

Was erwarten junge Studierende von ihrem Traumarbeitgeber, und wo möchten sie am liebsten arbeiten? Mit diesen Fragen hat sich das "Absolventenbarometer" beschäftigt – eine Untersuchung die das Berliner Beratungsunternehmen Trendence jährlich herausgibt. Studierende der Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften wurden dafür zu ihren Lieblingsarbeitgebern, ihren Auswahlfaktoren und ihren No-Gos befragt. Ein Ergebnis: Faires Gehalt, persönliche Entwicklung und attraktive Aufgaben sind Studierenden bei der Auswahl des Arbeitgebers besonders wichtig. 

Wir haben uns die Ergebnisse genauer angeschaut und junge Studierende gefragt, wie sie ihre Auswahl treffen.

Die beliebtesten Arbeitgeber bei den Studierenden der Wirtschaftswissenschaften sind Daimler, BMW und Audi. 

Das Beratungsunternehmen fragte, welchen Arbeitgeber Studierende als potenziellen Arbeitgeber für besonders attraktiv halten. Also bei welchem Arbeitgeber sie sich am ehesten bewerben würden. Die Prozentangaben stehen für den Anteil der Absolventen, die die jeweilige Firma zum Toparbeitgeber gewählt haben. Die ersten drei Lieblingsarbeitgeber gehören zur Automobilbranche. 

Das ist die Top Ten der Lieblingsarbeitgeber bei Studierenden der Wirtschaftswissenschaften:

  1. Daimler / Mercedes Benz (11,8 Prozent)
  2. BMW (10,8 Prozent)
  3. Audi (9,1 Prozent)
  4. Adidas (8,5 Prozent)
  5. Porsche (7,8 Prozent)
  6. Lufthansa (7,7 Prozent)
  7. Google (7,2 Prozent)
  8. Bosch (6,7 Prozent)
  9. PwC (5,6 Prozent)
  10. Apple (5,4 Prozent)

Den größten Stimmenzuwachs in Prozentpunkten erhielten der Dm-Drogeriemarkt, L´Oréal, ProSiebenSat1, Fresenius und Adidas. Zu den Neueinsteigern gehören Aldi Nord auf Platz 55 und Capgemini, ein Beratungs- und IT-Unternehmen auf Platz 98.

Die beliebtesten Arbeitgeber bei angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren sind ebenfalls die drei Automobilkonzerne. 

Das sind die Top Ten der Lieblingsarbeitgeber der Ingenieurwissenschaftlerinnen und Ingenieurwissenschaftlern:

  1. Audi (15,8 Prozent)
  2. Daimler (15,0 Prozent)
  3. BMW (14,3 Prozent)
  4. Porsche (12,9 Prozent)
  5. Bosch (10,8 Prozent)
  6. Airbus (10,1 Prozent)
  7. Siemens (10,1 Prozent)
  8. VW (6,2 Prozent)
  9. Fraunhofer-Gesellschaft (5,3 Prozent)
  10. Lufthansa Technik (5,2 Prozent)

Den größten Stimmenzuwachs in Prozentpunkten erhielten die Europäische Weltraumorganisation ESA, das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR, die Fraunhofer-Gesellschaft, Züblin und das Pharma- und Medizinbedarfs-Unternehmen B.Braun. Neueinsteiger ist TÜV Nord auf Platz 63.

Die Studierenden gaben auch an, wann sie ein Jobangebot sofort ablehnen würden. Das größte No-Go bei einem Arbeitgeber ist Mobbing. 61 Prozent der Studierenden der Wirtschaftswissenschaften und 57,5 Prozent bei den Ingenieurwissenschaften gaben an, bei diesem Aspekt ein Jobangebot abzulehnen. Zu niedriges Gehalt nannten 47 Prozent der Wirtschaftswissenschaftlern und 45,8 Prozent der Ingenieure. Auf Platz drei der No-Gos landet "Keine Entwicklungsmöglichkeiten".

Die Ergebnisse zeigen: Es gibt Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Auswahl eines Arbeitgebers.

Während über 90 Prozent der angehenden Wirtschaftswissenschaftlerinnen eine gute Work-Life-Balance wichtig finden, gilt das nur für 80 Prozent der männlichen Studenten. Beim Faktor Diversity und Chancengleichheit ist der Unterschied noch deutlicher: 87 Prozent der Studentinnen geben an, dass das ein Faktor sei, auf den sie achten. Bei den Männern sind es nur  rund 60 Prozent.

Wir haben bei drei Studierenden der Wirtschaftswissenschaften nachgefragt: Worauf achtet ihr bei der Arbeitgeberwahl?

Ann-Cathrin, 24, studiert Wirtschaftsinformatik an der Uni Münster

(Bild: Privat)

"Für mich ist das Team, mit dem ich zusammenarbeiten werde, am wichtigsten – wichtiger als die konkrete Tätigkeit bei einem Arbeitgeber.

Für ein Uni-Projekt haben wir mit einem internationalen Handelsunternehmen zusammengearbeitet. Dabei konnte ich mich auf meine Kolleginnen und Kollegen verlassen, sie haben mir auch nach der Arbeit noch Fragen beantwortet, meine Arbeit wertgeschätzt.

Ein Problem hätte ich mit unfreundlichen Chefinnen und Chefs. Ich will mich nicht anbrüllen lassen und auf Augenhöhe behandelt werden. Wenn etwas an meiner Arbeit kritisiert wird, ist mir wichtig, dass das konstruktiv passiert und nicht wegen einer Kleinigkeit.

Die Entwicklungsmöglichkeiten spielen ebenfalls eine Rolle. Ich möchte gefordert werden. Ein Traumarbeitgeber ermöglicht es mir zum Beispiel, im Laufe meiner Karriere andere Länder zu sehen und arbeitet in einem internationalen Umfeld. Ich könnte mir vorstellen, einige Jahre im Ausland zu arbeiten.

Auch wenn es für die nächsten drei Jahre noch nicht wichtig ist, frage ich mich bei einem Arbeitgeber, inwieweit er Mütter im Betrieb fördert. Ist es möglich, weniger zu arbeiten und trotzdem Verantwortung zu übernehmen, wenn ich Kinder habe? Oder ist meine Karriere dann beendet? Auf die Chancengleichheit werde ich bei der Auswahl auf jeden Fall achten."

Jannik, 24, studiert den Master in Management in Mannheim

(Bild: Privat)

"Ich möchte eine Position finden, bei der ich nach Feierabend sagen kann: Es ergibt Sinn, was ich hier tue.

Ich könnte zum Beispiel niemals im Marketing einer Fast-Food-Kette arbeiten. Es wäre für mich ein No-Go, den Menschen etwas anzudrehen, was sie vielleicht sogar krank macht. Ich engagierte mich seit zwei Jahren in einer Studierendeninitiative, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt und über Vorträge und Workshops an der Uni ein Bewusstsein dafür schaffen will. Bei meinem künftigen Arbeitgeber lege ich viel Wert darauf, dass er nachhaltig wirtschaftet.

Wenn ich von einem Arbeitgeber weiß, dass er beispielsweise Menschen im Ausland unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen beschäftigt, würde ich mich nicht wohlfühlen und würde nicht für ihn arbeiten wollen.

Das Gehalt spielt auf jeden Fall eine Rolle, da ich einen Master gemacht und drei weitere Jahre in meine Bildung investiert habe. Die Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten sind mir wichtiger – aber es gibt eine Schmerzgrenze. Wenn das Gehalt zu niedrig ist, bringt mir der tollste Job nichts. 

Bei Praktika habe ich gemerkt, was mir im Umgang miteinander wichtig ist: Kann man offen mit dem Chef reden, oder herrscht eher eine ängstliche Stimmung in der Abteilung? Ich habe schon beides erlebt und weiß daher, dass es mir wichtig ist, dass man ehrlich miteinander kommunizieren kann – dazu gehört auch eine gewisse Fehlerkultur."

Cristina, 21, studiert den Master in Management in Mannheim

(Bild: Privat)

"Ich möchte im Bereich E-Commerce arbeiten. Dabei lege ich einerseits Wert auf das Image der Firma – keine Kinderarbeit und Ausbeutung –, andererseits spielt auch die Firmengröße eine Rolle.

In einem Startup zu arbeiten, wäre mir zu unsicher. Von einem größeren Konzern erwarte ich mir eine sichere Anstellung, attraktives Gehalt und bessere Aufstiegsmöglichkeiten. Ich habe bereits bei mehreren großen Konzernen gearbeitet und weiß daher, dass es auch dort eine familiäre Atmosphäre geben kann.

Ich habe mich auch schon bei Startups beworben, aber am Gehalt ist es dann gescheitert. Für einen Werkstudentenjob wurde mir der Mindestlohn geboten. Bei anderen Arbeitgebern sind allerdings meist 12 Euro die Stunde üblich. Mein Studium in Mannheim ist anspruchsvoll, das sollte auch entlohnt werden. An drei Tagen die Woche bin ich an der Uni in Vorlesungen. Nachmittags oder am Abend lerne ich täglich zwei bis drei Stunden. In der Klausurphase ist es deutlich mehr. 

Auch eine gute Work-Life-Balance ist ein Argument für mich. Ich spiele seit 17 Jahren Klavier und nehme immer noch Klavierunterricht, treibe mehrmals in der Woche Sport und verbringe Zeit mit Familie und Freunden. Ich möchte neben dem Job nicht ganz auf meine Hobbies verzichten müssen, auch wenn mir bewusst ist, dass ich weniger Zeit haben werde.

Bei Porsche hat es mir zum Beispiel sehr gut gefallen, dort möchte ich später arbeiten. Beiersdorf, Allianz und Daimler sind aber auch ganz weit oben auf meiner Traumarbeitgeberliste."

bento per WhatsApp oder Telegram


Streaming

"Game of Thrones": So endet die Serie – wenn es nach euch geht
Die Auswertung unseres großen Tippspiels

Das Spiel der Throne neigt sich dem Ende: In der Nacht vom 19. auf den 20. Mai wird weltweit die voraussichtlich letzte Episode der Serie ausgestrahlt. Seit Jahren spekulieren Fans, wer die Mord- und Totschlag-lastige Sendung am Ende nicht nur überleben, sondern für sich entscheiden wird. 

Es fühlt sich durch den globalen Hype ein wenig so an wie das Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Nur noch wenige Teams sind übrig, jedes hat eifernde Fans und ausgemachte Erzfeinde. Unsere Autorin Hanna wünscht sich etwa, dass Jon Schnee bitte bald sterben darf. (bento

Wir dachten uns daher: Wenn man auf Sportereignisse tippen kann … warum nicht auch auf "Game of Thrones"? 

Zur fairen Vergleichbarkeit aller Antworten haben wir pünktlich (eine Minute vor der US-Premiere der ersten Folge) unser Tippspiel geschlossen. An 33 Punkten haben wir euch abgefragt, wie die Serie nun ausgehen wird. Wer sitzt auf den Thron? Wer stirbt? Was passiert mit den Weißen Wanderern, welche Rolle spielt Bran? 

3375 unserer Leserinnen und Leser haben wirklich alle der hochgradig spekulativen Fragen beantwortet  – großartig!