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Warum das kein Zeichen von Versagen ist.

Jeder vierte Lehrling bricht seine Ausbildung ab – und das ist gut so. 

Laut dem aktuellen Berufsbildungsbericht wurden 2017 insgesamt 146.000 Ausbildungen abgebrochen, eine Quote von 25 Prozent.  

Das ist ein gutes und wichtiges Signal: Wenn die tägliche Arbeit jemanden unglücklich macht, sollte man an der Situation etwas verändern können – ohne gesellschaftlich geächtet zu werden. 

Jetzt lässt sich einwenden: Man muss ja nicht gleich kündigen. Nein, auch Gespräche mit Vorgesetzten können sinnvoll sein. Vielleicht die Versetzung in eine andere Abteilung. Aber trotzdem bleiben tausende Fälle übrig, in denen sich die Lehrlinge einfach nicht wohlfühlen in ihrem Job. 

  • Weil es nicht die Arbeit ist, die sie in Zukunft ausüben wollen. 
  • Weil sie über- oder unterfordert sind. 
  • Weil Überstunden oder Schichtdienst sie kaputt machen. 

Dann ist es vollkommen okay, den Vertrag aufzulösen – ohne sich Sprüche anhören zu müssen wie: "Denk doch mal daran, wie das in deinem Lebenslauf aussieht", "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", "Man muss Dinge auch mal durchziehen". 

Man muss nichts durchziehen, was einen belastet und nachts nicht schlafen lässt. 

Genau das ist die Message, die uns die Abbrecher-Quote sagen sollte.

Die hohe Quote bedeutet sogar etwas Gutes: Sie macht die Ausbildung besser. 

Etwa 70 Prozent der Azubis geben in den meisten Erhebungen an, dass betriebliche Gründe zum Abbruch führten. Gemeint sind: schlechte Pausensituationen, Überstunden, Leistungs- und Zeitdruck, Probleme mit Vorgesetzten und die Belastung im Schichtdienst. Dabei sind die Ausbildungsbetriebe immer stärker auf die Azubis angewiesen. In Deutschland herrscht Fachkräftemangel, immer mehr junge Leute gehen studieren, immer weniger machen eine Ausbildung. 

Brechen die Lehrlinge nun aber vermehrt aus betrieblichen Gründen ab, treibt das die Unternehmen im besten Fall dazu, die Überstunden von Lehrlingen zu reduzieren, Fortbildungen zu organisieren, die Ausbildung abwechslungsreich zu gestalten. Wer das als Arbeitgeber nicht umsetzt, darf sich nicht wundern, wenn immer mehr Stellen immer länger unbesetzt bleiben – und das Unternehmen in Schwierigkeiten gerät.

Auch Bildungsministerin Anja Karliczek sagte bei der Vorstellung des Berichts, dass die Abbrüche keine wirklichen Abbrüche sind – sondern die Azubis sich oft einfach um neue Stellen bemüht haben. "Die Quote der echten Ausbildungsabbrüche liegt vielmehr bei etwa 12 bis 13 Prozent und damit deutlich unter der Quote im Hochschulbereich", sagt Karliczek.

Eine Ausbildung abgebrochen zu haben bedeutet auch nicht, dass die vergangenen eineinhalb Jahre in der Restaurantküche, im Büro, in der Werkstatt umsonst waren. 

Oder wie Lia in unseren Protokollen mit Ausbildungsabbrechern treffend schildert: Der Abbruch ist eine Chance, keine Niederlage. Die Chance, etwas Neues auszuprobieren. Etwas, das besser passt und weniger belastet.  


Grün

Forscher haben aus Versehen ein Enzym entdeckt, das Plastikflaschen zersetzen kann
Ist das die Lösung im Kampf gegen Plastikmüll?

Plastik gehört zum schädlichsten Müll auf unserem Planeten. Es ist biologisch kaum abbaubar, die Zersetzung kann mehrere Jahrhunderte dauern. Vor allem im Meer stellt Plastikmüll eine große Gefahr dar. Fische und Vögel verenden oft qualvoll an den unverdaulichen Stoffen im Magen. (bento)

Nun haben Forscher zufällig eine neue Methode gefunden, Plastik schnell loszuwerden.

Bereits vor einigen Jahren wurde ein Bakterium entdeckt, das anscheinend Plastik fressen kann. Forscher wollten es näher untersuchen – und schufen dabei ein Enzym, dass den Plastikstoff Polyethylenterephthalat (PET) besonders leistungsfähig aufspalten kann. (FAZ/The Guardian)