Bild: dpa/Jan Woitas
Im neuen Bafög-Bericht wird das Thema bewusst ignoriert.

Am Mittwoch hat die Bundesregierung ihren neuen Bafög-Bericht veröffentlicht – mit fast zwei Jahren Verspätung. Der Bericht schlüsselt auf, wie viel Bafög in den Jahren 2012 bis 2016 ausgezahlt wurde und wie die Studenten damit klarkommen. (Hier kannst du ihn lesen)

Außerdem geht es in dem Bericht um die Frage: Soll das Bafög erhöht werden?
Die Antwort: 
Nein, nicht wirklich. Zumindest jetzt nicht.

Das war nicht immer so. Die Autoren des Berichts hatten ursprünglich geschrieben, "dass eine Anhebung der Bedarfssätze und Freibeträge sowie der Höchstbeträge bei den Sozialpauschalen notwendig wird". (SPIEGEL ONLINE)

In der nun veröffentlichten Fassung ist von dieser Dringlichkeit nichts mehr übrig geblieben. Stattdessen steht da so wenig konkret wie möglich, "dass eine mögliche Neufestlegung der Bedarfssätze und Freibeträge sowie der Höchstbeträge bei den Sozialpauschalen eine Aufgabe der künftigen Bundesregierung ist". 

Was außerdem noch im Bericht steht:
Es werden immer weniger Studenten staatlich unterstützt. 2012 waren es noch 28 Prozent, 2016 nur noch 22,1 Prozent, also etwa 377.000 Studenten.
Auch Schüler werden seltener gefördert. 2012 waren es noch rund 190.000, 2016 nur noch 150.000 Schüler.
Was anstieg: der Förderbetrag. Im Schnitt gab es 2012 448 Euro im Monat, mittlerweile sind es 464 Euro. Der Höchstsatz liegt aktuell bei 735 Euro.
Insgesamt hat die Bundesregierung 2016 2,8 Milliarden Euro für Bafög-Zahlungen ausgegeben – und Rückzahlungen und Zinseinnahmen von 617 Millionen Euro erhalten.
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Gerechtigkeit

Was junge Palästinenser in Deutschland über Juden denken – und woher sie es haben

Seit ein paar Tagen tobt der Nahostkonflikt mitten in Berlin: Es ist Dienstagabend in der Hauptstadt, auf dem Platz vor dem weihnachtlich erleuchteten Hauptbahnhof. Eine kleine Frau drängt in ein Meer aus Palästinaflaggen, sie schreit: "Stoppt den Mord, stoppt den Krieg – Intifada bis zum Sieg!" Hunderte wiederholen den Reim, dann jubelt sie. Intifada ist Arabisch, es bedeutet Aufstand. 

Wenige Straßen weiter wird zur gleichen Zeit feierlich die erste Kerze des Chanukka-Leuchters am Brandenburger Tor erleuchtet – unter Polizeischutz. Man feiert hier das jüdische Lichterfest. Es ist ein wichtiger religiöser Feiertag (bento). Es wäre auch ein wichtiger Tag für alle anderen in Deutschland, um gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde zu feiern, um zu zeigen, wie ernst dieses Land seine Verantwortung nimmt.