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Wo es die größten Unterschiede gibt

Endlich eigenes Geld verdienen - darauf freuen sich jedes Jahr Hunderttausende Auszubildende, die in einen Lehrberuf starten. Aber natürlich ist Ausbildung nicht gleich Ausbildung. Zwischen den Branchen gibt es große Unterschiede beim Monatsgehalt. Und auch der Wohnort entscheidet, wie viel auf dem Konto landet. Für die gleiche Tätigkeit zahlt man Lehrlingen in manchen Regionen mehrere Hundert Euro mehr - pro Monat.

So verdient ein Azubi im Kfz-Gewerbe im dritten Lehrjahr in Baden-Württemberg 956 Euro pro Monat und in Brandenburg nur 660 Euro, also 296 Euro weniger. Das zeigt eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, für die 16 Branchen untersucht wurden, in denen die Ausbildungsvergütung per Tarifvertrag geregelt ist.

Bundeseinheitliche Tarifreglungen zu Ausbildungsvergütungen gibt es nur in wenigen Branchen, etwa bei Banken und Versicherungen, dem öffentlichen Dienst oder der Druckindustrie. In den anderen Branchen gibt es große regionale Unterschiede - je nach Tarifgebiet. Und Firmen, die nicht tarifgebunden sind, zahlen ihren Azubis teilweise noch niedrigere Löhne.

Zwar kosten Mieten, Essen und Nahverkehr im Osten Deutschlands weniger als im Westen. Allerdings lässt sich kaum sagen, was dies tatsächlich ausmacht. Regionale Unterschiede in den Lebenshaltungskosten werden seit Jahren von keiner amtlichen Statistik mehr erfasst.

Hier siehst du, wo die Unterschiede in der Azubi-Vergütung besonders deutlich werden:

In der chemischen Industrie können die Abstände im dritten Ausbildungsjahr bis zu 89 Euro pro Monat betragen. Im Osten werden 1030 Euro gezahlt, im Bezirk Nordrhein bis zu 1117 Euro.
In der Metall- und Elektroindustrie betragen die regionalen Unterschiede bis zu 97 Euro im dritten Lehrjahr, mit 1102 Euro in Nordrhein-Westfalen und bis zu 1199 Euro in Baden-Württemberg.
In der Süßwarenindustrie verdienen Auszubildende im dritten Lehrjahr in Rheinland-Pfalz 964 Euro und in West-Berlin 1119 Euro - ein Unterschied von 155 Euro pro Monat.
In der Textilindustrie reichen die Ausbildungsvergütungen von 845 Euro im Osten bis zu 1063 Euro in Hessen
Im Hotel- und Gaststättengewerbe liegen die regionalen Abstände im dritten Jahr der Ausbildung bei insgesamt 250 Euro. In Sachsen-Anhalt gibt es 750 Euro, in Hessen 1000 Euro.
Bei den gewerblichen Auszubildenden im Bauhauptgewerbe erreichen die Unterschiede 285 Euro: 1475 Euro im Westen, 1190 Euro im Osten.
Am größten sind die regionalen Unterschiede mit 296 Euro im Kfz-Handwerk, wo in Baden-Württemberg 956 Euro und in Brandenburg 660 Euro gezahlt werden.
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Über alle Branchen hinweg reicht die Spanne der Verdienstmöglichkeiten im ersten Ausbildungsjahr von einem Monatslohn von 610 Euro im Kfz-Gewerbe in Thüringen bis zu 1037 Euro in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg.

Auch unabhängig von der Region bietet die Metall- und Elektroindustrie die höchsten Azubi-Gehälter: Schon im ersten Ausbildungsjahr verdienen Lehrlinge in dieser Branche so gut wie überall mehr als 1000 Euro pro Monat.

Lehrlinge im Bauhauptgewerbe - also zum Beispiel angehende Straßenbauer, Maurer oder Zimmerer - können sich über die höchsten Gehaltssteigerungen während der Ausbildung freuen: Im ersten Ausbildungsjahr starten sie in Westdeutschland mit 850 Euro pro Monat - und im dritten Ausbildungsjahr kriegen sie mit 1475 Euro schon 625 Euro pro Monat mehr.

Im Osten fällt die Gehaltssteigerung im Bauhauptgewerbe etwas geringer aus - von 765 Euro im ersten Lehrjahr auf 1190 Euro im dritten Lehrjahr - ist aber immer noch höher als in anderen Branchen. So steigt beispielsweise der Monatslohn im Versicherungsgewerbe zwischen erstem und drittem Lehrjahr nur um 159 Euro.

Hier siehst du die Ausbildungsvergütungen im ersten und dritten Lehrjahr in ausgewählten Berufen nach Tarif:

Im ersten Ausbildungsjahr:

(Bild: www.spiegel.de)

Im dritten Ausbildungsjahr: 

(Bild: www.spiegel.de)

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