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Jeder vierte Lehrling wirft hin.

So viele junge Menschen haben seit den 1990er Jahren nicht mehr ihre Ausbildung abgebrochen: Jeder vierte Lehrling bricht im Schnitt ab, berichtet die Süddeutsche Zeitung. 2016 waren das rund 146.000 Ausbildungsverträge, die vorzeitig aufgelöst wurden. Die Zahl stammt aus dem Entwurf für den Berufsbildungsbericht 2018, den das Bildungsministerium jedes Jahr veröffentlicht.

Woran liegt das?

In dem Bericht werden mehrere Gründe genannt: Konflikte mit Vorgesetzten, mangelnde Ausbildungsqualität, schlechte Arbeitsbedingungen oder falsche Berufsvorstellungen.

Einer der wichtigsten Gründe aber ist offenbar das Geld. "Dort wo die Vergütung besonders niedrig ist, sind die Abbrecherquoten extrem hoch", sagt Elke Hannack, Vizechefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). "Viele steigen vorher aus, da sie mit der kargen Vergütung nicht über die Runden kommen."

  • Am höchsten ist der Anteil bei angehenden Sicherheits-Fachkräften – jeder Zweite bricht diese Ausbildung ab.
  • Am ehesten ziehen Fachangestellte in der Verwaltung die Lehre durch. Nur 4 Prozent brechen hier ab.

Hannack fordert die Regierung daher auf, die geplante Mindestvergütung für Azubis schnell umzusetzen. Laut Koalitionsvertrag soll sie erst 2020 in Kraft treten. Wirtschaftsverbände lehnen das als Eingriff in die Tarifautonomie ab.

Was steht noch in dem Bericht?

Ingesamt bewertet das Bildungsministerium die Lage am Ausbildungsmarkt "leicht positiv". Die Zahl der abgeschlossenen Verträge sei gestiegen. Auch Flüchtlinge kommen zunehmend hier unter: 2017 begannen laut Bundesagentur für Arbeit 9.500 Geflüchtete mit einer Ausbildung.

Allerdings wächst die Zahl der unbesetzten Stellen so stark wie seit Mitte der 1990er nicht mehr – um fast 13 Prozent. Trotzdem bleiben fast 24.000 Bewerber ohne Ausbildungsplatz. 


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Nach dem Abitur wollte ich Ärztin werden. Ich bin aber leider an dem sehr hohen NC gescheitert.