Diese Bilder zeigen, was ein Tag Arbeit mit uns macht.

Am Ende des Tages sind vielleicht die Haare zerzaust, der Lippenstift verblasst – und vielleicht sehen die Falten im Gesicht ein bisschen tiefer aus als morgens, kurz nach dem Aufstehen. 

Die meisten von uns verbringen mehr Zeit auf der Arbeit als mit dem Partner oder der Familie. Manche lieben ihren Job, andere wünschen sich nichts mehr als einen anderen. Doch was machen die Berufe mit denen, die sie ausführen? Wie verändern sie sich im Laufe der Stunden?

Wir haben Menschen vor und nach ihrem Arbeitstag getroffen und sie fotografiert. 

Sie erzählten uns von ihrem Beruf und wie viel Zeit sie im Büro, Krankenhaus oder auf dem Hausdach verbringen. Die Bilder und Geschichten zeigen: Wir gehen unterschiedlich mit der Tatsache um, dass wir fast alle arbeiten müssen, um leben zu können.

Alina, 28, Sängerin – Arbeitszeit: 13 bis 17 Uhr
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"Ich bin Sängerin in der kölschen Karnevalsband 'La Mäng'. In der Session treten wir häufig auf, teilweise bis zu viermal am Tag. Je nachdem, wie oft wir gebucht werden.

Wir treffen uns meistens zuerst mit unserem Techniker im Studio und werden dann von unserem Fahrer zu der jeweiligen Eventlocation gefahren. Oft wissen wir nicht, was uns erwartet. Es kann ein Geburtstag in einem Vereinshaus sein oder eine große Karnevalssitzung. Mittlerweile bin ich vor einem Auftritt nicht mehr so aufgeregt, aber ich freue immer, auf der Bühne zu stehen. Außerhalb der Karnevalszeit schreiben wir neue Songtexte und organisieren alles drumherum."

Ayla, 24, Kellnerin im Café – Arbeitszeit: 15 bis 20 Uhr
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"Wir arbeiten in verschiedenen Schichten, so dass ich meist zu Beginn meines Arbeitstages mitten ins Getummel geworfen werde. Ich muss dann die Situation einschätzen und schauen, wo Hilfe gebraucht wird. Bestellungen aufnehmen, hinter der Theke stehen, Kuchen servieren oder in der Küche aushelfen.

Ich bin immer da, wo ich am meisten gebraucht werde. Generell arbeite ich sehr gern, nur sonntags wird es stressig, da trifft sich die ganze Stadt hier."

Dennis, 35, Schornsteinfeger – Arbeitszeit: 6 bis 16 Uhr
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"Ich arbeite nun schon über 15 Jahre als Schornsteinfeger, meine Mutter hat mir das damals vorgeschlagen. Daraufhin machte ich ein Schulpraktikum und wusste sofort, dass das der richtige Beruf für mich ist.

Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich und ich habe viel Kundenkontakt. Im Sommer müssen alle Schornsteine gefegt werden, da komme ich teilweise auf 400 Schornsteine pro Tag. Ich bin anschließend zwar körperlich sehr erschöpft, doch ich merke, dass ich richtig gearbeitet und etwas geschafft habe.

Außerdem finde ich es immer wieder schön, wie Fremde auf mich reagieren. Auf der Straße kommen häufig Menschen auf mich zu, um an meinem Knopf zu drehen oder mir ein Küsschen zu geben."

Karolin, 32, Tierpflegerin – Arbeitszeit: 8 bis 18 Uhr
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"In der neunten Klasse machte ich ein Praktikum im Zoo. Es gefiel mir, und ich hing eine Lehre als Zootierpflegerin dran. Nun arbeite ich noch immer hier und liebe meinen Beruf.

Ich bin zuständig für Huftiere, also Giraffen, Kamele und Zebras. Ich miste die Ställe aus, mache Futter fertig und gebe es Tieren. Ich bin den ganzen Tag im Kontakt mit Dreck und Schmutz und viel an der frischen Luft, egal bei welchem Wetter. Das ist sehr anstrengend – und ich freue mich abends auf eine warme Dusche und das Sofa."

Balthasar, 30, Koch – Arbeitszeit: 6 bis 14.30 Uhr
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"Da ich bei einer Zeitarbeitsfirma arbeite, wechseln mein Arbeitsplatz und Aufgabenbereich häufig. Meist bin ich in Kantinen. Dort habe ich einen geregelten Arbeitsalltag, von montags bis freitags und tagsüber.

Als Koch im Restaurant müsste ich immer dann arbeiten, wenn andere Menschen frei haben. Natürlich ist das Kochen in einer Kantine nicht so spannend und anspruchsvoll wie in einem Sterne-Restaurant, aber das ist okay für mich. Ich erledige lieber meinen Job und probiere später neue Gerichte für mich und meine Freundin aus – in meiner eigenen Freizeit."

Lucia, 29, Ärztin in der Chirurgie – 8 bis 8 Uhr
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"Morgens haben wir eine Besprechung, in der wir die Patienten durchgehen, die am Tag operiert werden. Danach gehen wir auf Visite und sprechen mit den Patienten, wie es ihnen geht. Über den Tag verteilt habe ich geplante und ungeplante Operationen. 

Ungefähr vier- bis fünfmal im Monat arbeite ich in einer 24-Stunden-Schicht. Der Tag verläuft dann wie jeder andere, allerdings bleibe ich über Nacht, um in der Notaufnahme zu arbeiten. Heute war es so. Doch es war ruhig, ich konnte drei Stunden schlafen. Wenn ich nach Hause komme, frühstücke ich erst mal. Dann gehe ich ins Bett."

Christian, 31, Rettungssanitäter – Arbeitszeit: 7 bis 19 Uhr
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"Ich arbeite im Schichtdienst. Häufig habe ich eine Zwölf-Stunden-Schicht, von morgens sieben bis abends 19 Uhr. Mein Arbeitstag ist immer sehr unterschiedlich anstrengend, je nachdem, zu welchen Einsätzen wir gerufen werden. 

Als Rettungssanitäter kommen wir meist als erstes zum Unfallort, müssen die Situation einschätzen und erste Hilfe leisten, bis der Notarzt kommt. Ich bin gern Rettungssanitäter, wir haben jeden Tag die Chance, Menschen zu helfen. Doch manchmal ist es schwer, die Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen. Besonders Kindernotfälle und Verkehrsunfälle sind sehr heftig."

Pola, 27, Flugbegleiterin – Arbeitszeit: 10 bis 10 Uhr 
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"Mein Beruf ist abwechslungsreich und schnelllebig. Ich muss mich ständig auf neue Personen, Situationen, Orte und Kulturen einstellen. Da ich in vielen Ländern bin und jedes Mal mit anderen Kollegen arbeite, komme ich manchmal nicht hinterher und vergesse, wo ich vor zwei Wochen mit wem war. 

Zwar habe ich nie viel Zeit vor Ort, aber ich kann bei jedem Besuch eine Sehenswürdigkeit anschauen oder einen Teil der Stadt entdecken. Jetzt gerade komme ich aus New York City, übermorgen geht es nach Kanada. Ich bin überdreht – gleich kommt die Müdigkeit."

Von morgens bis abends – die Fotos im Schnelldurchlauf:
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Alle Fotos: Annika Eliane Krause. Besuche ihre Webseite, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren.


Gerechtigkeit

Türkische Soldaten töten seit Wochen in Syrien, jetzt reagiert Merkel
"Das verurteilen wir auf das Schärfste."

Seit mehr als sechs Wochen kämpft die türkische Armee in Syrien. Gemeinsam mit syrischen Milizen und Panzern aus Deutschland rückt sie im Land vor. Nun hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Vorgehen erstmals deutlich verurteilt. 

Im Rahmen ihrer Regierungserklärung sagte sie am Mittwoch: 

"Bei allen berechtigten Sicherheitsinteressen der Türkei ist es inakzeptabel, was in Afrin passiert, wo tausende und abertausende von Zivilisten verfolgt sind, zu Tode kommen oder flüchten müssen."

Afrin ist eine größere mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt in Nordsyrien. Die Türkei bezeichnet die kurdischen Kräfte dort als "Terrorgruppe" – am Sonntag haben sie Afrin eingenommen. Mehr als 200.000 Menschen sollen geflohen sein.

Merkel sagte nun: "Das verurteilen wir auf das Schärfste."