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…und trotzdem ganz viel experimentieren kannst.

Wenn jemand in der Wirtschaft Karriere machen will, dann sieht man ihm das dem Klischee zufolge schon im Studium an. Er oder sie studiert dann nämlich BWL oder mindestens Jura und kommt – statt mit Rucksack oder Jutetüte – mit Aktentasche in die Vorlesung. Physiker, Mathematiker, Informatiker und so weiter fallen in der Regel nicht in diese Kategorie. Die kommen gemäß ihres höchst eigenen Stereotyps in Trekkingsandalen zur Uni, die Haare zerzaust wie bei Einstein, im Kopf nur Formeln und Theorie.

Ist ja okay, gibt solche und solche, könnte man sagen. Ist aber Quatsch. Denn in Wirklichkeit sind heutzutage gerade Wissenschaftler, also Physiker, Mathematiker, Informatiker etc., in der Wirtschaft gefragt. Wegen der Digitalisierung ändert sich dort im Moment nämlich alles. Vom Siegeszug der künstlichen Intelligenz bis hin zum weltumfassenden Internet der Dinge gibt es jeden Tag neue, hochkomplexe Herausforderungen zu lösen, für die es zu allererst eines braucht: analytisches Können. Und das haben vor allem was für Leute? Richtig: Wissenschaftler!

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Darum entscheiden sich immer mehr MINT-Studierende gegen eine akademische Laufbahn und für eine Karriere in der Wirtschaft, wo Jobs leichter zu haben und Gehälter höher sind; wo man Tag für Tag Lösungen für praktische Probleme liefert und sich also nie fragen muss, wofür man morgens eigentlich aufsteht.

Wenn es dich auch in die Wirtschaft zieht, haben wir hier ein paar Tipps für dich, wie der Einstieg am besten gelingt.

Sammle Praxiserfahrung 

Wer nach dem Abschluss nicht an der Uni bleiben will, sollte auch während des Studiums mal rauskommen. Darum macht es Sinn, wenn du dich so oft wie möglich um Praktika in Wirtschaftsunternehmen bewirbst oder schon mal als Werksstudent Erfahrungen in diese Richtung sammelst. Außerdem kann es nicht schaden, wenn du dich auch ganz allgemein in der Branche auskennst. Wer hin und wieder durch den Wirtschaftsteil der Zeitung blättert, steht beim Small Talk vor dem Bewerbungsgespräch deutlich besser da.

2

Knüpfe Kontakte

In der Wirtschaft ist es wie überall: Wenn du wen kennst, der wen kennt, bist du im Vorteil. Darum kann es helfen, wenn du hin und wieder auf Jobmessen gehst oder deine Abschlussarbeit schon mal bei einem Wirtschaftsunternehmen schreibst. Und wenn sonst nichts hilft, kannst du ja die BWLer aus deiner Uni zur WG-Party einladen. Feiern können die angeblich sehr gut.

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Verstelle dich nicht

Wirtschaftsunternehmen wollen dich, WEIL du Wissenschaftler bist, nicht OBWOHL. Es gibt darum auch keinen Grund, warum du dich beim Bewerbungsgespräch groß verbiegen solltest. Sei nett, aufgeschlossen und spiele deine Stärken aus: Schließe Wissenslücken mit logischem Denken, zeige deine analytischen Fähigkeiten bei den Qualifikationstests. Ansonsten gilt dasselbe wie beim ersten Date: Interessant sind Menschen, die Interesse zeigen.

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Vermarkte dich!

Authentisch zu bleiben heißt aber nicht, dass du ultra bescheiden sein musst. Du hast wichtige Fähigkeiten. Du kannst Dinge, die dein Gegenüber wahrscheinlich nicht kann. Du bist sehr wertvoll für Unternehmen. Mach dir diese Dinge ruhig bewusst, trete mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein auf und verheimliche deine Stärken auch nicht vor potenziellen Arbeitgebern.

5

Lerne die Sprache

Außenstehende machen sich gern lustig über die denglische Redeweise von Business-Menschen. Und natürlich haben Sie damit auch hin und wieder recht. Fakt ist jedoch auch: Solange du bei Begriffen wie Performance, Compliance, Break-even und ROI immer nur denkst:

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…wirst du es in einem Wirtschaftsunternehmen schwer haben, wirklich anzukommen und Karriere zu machen. Sieh es einfach als eine kulturelle Annäherung, die man auf Reisen ja auch vollzieht: „When in Rome…“ 

6

Bringe dich ein

Das Schöne daran, sein Leben nicht im Labor zu verbringen, ist, dass man ganz viel Kontakt mit Menschen aus anderen Fachrichtungen hat, die unterschiedliche Perspektiven mitbringen. Dem solltest du dich nicht verschließen, ganz im Gegenteil: nur Teamwork über Bereichsgrenzen hinweg bringt Unternehmen und Karrieren nach vorn.

7

Und letztlich noch einmal: Bleibe du selbst!

Es ist dein analytisches Vorgehen und dein Denken in Modellen, dass dich für die Wirtschaft unentbehrlich macht. Darum gilt: Auch wenn du dir die Haare frisierst, deine Sandalen gegen Lederschuhe tauscht und fließend die Sprache von Anzugträgern sprichst – im Herzen darfst und sollst du Wissenschaftler bleiben.

So, und jetzt genug mit der trockenen Theorie: Zeit, so richtig in der Wirtschaft loszulegen!


Kundeninformationen

Als Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft arbeiten wir mit rund 11.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an mehr als 20 Standorten in Deutschland an einer bedeutsamen Schnittstelle von Wirtschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft. Wir begleiten unsere Mandanten in den Bereichen Wirtschaftsprüfung (Audit), Steuer- (Tax) und betriebswirtschaftliche Beratung (Consulting, Deal Advisory oder Financial Services). Bei KPMG ist Deine analytische Denkweise gefragt. Denn erst mit Dir wird Dein interdisziplinäres Team zur perfekten Mischung aus Innovation und Effizienz, aus strukturierter Analyse und pragmatischer Umsetzung. Gemeinsam mit anderen zahlenaffinen Menschen arbeitest Du an den komplexen Herausforderungen unserer Zeit.

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2017 gab es in Deutschland laut dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) 19.000 Studiengänge, das sind 2000 mehr als noch im Jahr 2014. Hinzu kommen Ausbildungen und duale Studiengänge. Die Möglichkeiten sind da, aber ebenso die Unsicherheit. Denn einerseits wollen wir uns in unserem zukünftigen Beruf verwirklichen, andererseits brauchen wir finanzielle Sicherheit. Für viele von uns ist das ein Widerspruch.

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Caro und Chiara erzählen von ihren Ausbildungswegen. Während Caro auf den lukrativen Job setzt, hat sich Chiara für ihre Leidenschaft entschieden. Wie geht es den beiden damit? 

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bento: Nehmen wir an, ich interessiere mich gerade für ein Studium oder eine Ausbildung. Auf der einen Seite bin ich vielleicht eine passionierte Tänzerin, auf der anderen Seite brauche ich aber das Gefühl von finanzieller Sicherheit. Sollte ich mich also lieber für BWL oder Jura entscheiden statt für eine Ausbildung als Tanzlehrerin?

Ragnhild Struss: Finanzieller Erfolg und Selbstfindung schließen sich grundsätzlich nicht aus. Kein Beruf garantiert absolute Sicherheit, vor allem bei mangelnder Leistung. In nahezu jeder Branche gibt es sichere und weniger sichere Jobs – man sollte den Sicherheitsaspekt also nicht auf einen gesamten Berufszweig verallgemeinern.