Bild: Luicella's
Wir haben mit "Luicella's Icecream"-Gründer Markus Deibler gesprochen.

Endlich ist der Frühling da! In den letzten Tagen und Wochen wurden wir für #stayhome bereits fleißig mit Sonne belohnt. Und die löst bei uns nicht nur Vitamin-D-Produktion und gebräunte Haut aus, sondern auch Lust auf Eis. Wir haben mit Luicella's Icecream-Gründer Markus Deibler gesprochen, wie wir zu Hause selbst leckeres Eis machen können.

Markus und Luisa haben mittlerweile fünf Eisläden.

(Bild: Luicella's)

Den Entschluss, eigenes Eis herzustellen, hat Markus Deibler 2012 gemeinsam mit seiner guten Freundin Luisa Mentele getroffen. Luisa kam damals aus ihrem Auslandssemester aus Italien zurück – und berichtete, dass man Eis auch anders denken kann, als es damals in Hamburg der Fall war: Mit frischen Zutaten und ungewöhnlicheren Sorten als Stracciatella, Schoko und Vanille. 2013 eröffneten sie ihren ersten Laden auf St. Pauli. Mittlerweile haben sie fünf Läden in Hamburg, einen in Lübeck und vertreiben ihr Eis und ihre Eismischungen in ihrem Onlineshop und im Einzelhandel deutschlandweit.

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Drei Optionen für Einsteiger

"Ob man unbedingt eine Eismaschine benötigt, kann man nicht so einfach beantworten. Im Grunde gibt es drei Möglichkeiten, Eis zu Hause herzustellen: Ohne Eismaschine, mit Eismaschine ohne Kompressor oder mit Eismaschine mit Kompressor“, sagt Markus, "Jede Variante hat natürlich ihre Vor- und Nachteile."

Ohne Eismaschine kann man quasi sofort loslegen und hat keine zusätzliche Anschaffung. Allerdings ist das die zeitintensivste Methode. "Nachdem die Eiscreme zusammengerührt wurde, muss sie für etwa neun Stunden ins Gefrierfach und im besten Fall alle zwei Stunden umgerührt werden, damit das Eis auch schön cremig wird. Das geht dann also auch nicht über Nacht, außer man will sich unbedingt alle zwei Stunden einen Wecker stellen", erklärt Markus.

Eine weitere Option ist eine Eismaschine ohne Kompressor. "Die Eismaschinen sind oft schon für wenig Geld zu bekommen. Das Gefäß der Eismaschine muss allerdings vorher einige Zeit im Gefrierschrank gekühlt werden, bevor der Motor auf das Gefäß gesteckt wird und das Eis beim Rühren runterkühlen kann. Bei dieser Option benötigt man also etwas Vorlaufzeit und es können keine zwei Sorten nacheinander gemacht werden", sagt Markus. 

Die dritte und teuerste Möglichkeit, Eis selbst zu Hause zu machen, ist die Eismaschine mit Kompressor, die selbst Kälte erzeugt. "Eismaschinen mit Kompressor starten preislich bei 200 Euro und sind natürlich auch etwas größer – da ist die Frage, ob man in der Küche überhaupt noch Platz für ein weiteres Gerät hat. Allerdings ist das die bequemste aller Methoden: Das Eis kann sofort zubereitet werden. Auch Gemische, die aufgekocht werden müssen, können sofort in der Eismaschine weiterverarbeitet werden und müssen nicht erst abkühlen", sagt Markus. "Bei einigen Rezepten ist es sinnvoll, die Eismasse einmal aufzukochen – zum Beispiel, wenn Vanille oder Kakao verwendet wird, damit sich die einzelnen Zutaten besser verbinden", sagt er. 

"Im Internet gibt es natürlich auch noch wahnsinnig viele Rezepte, bei denen gefrorene Früchte oder Bananen mit Joghurt und Zucker im Mixer vermengt werden – da kommt dann auch eine kalte, eisähnliche Masse heraus. Mit klassischem Eis hat das aber nicht wirklich viel zu tun", sagt Markus. 

Hier findest du eine Eismaschine ohne Kompressor von 🛒Rommelsbacher, hier eine von 🛒PerfektMix. Und hier findest du zwei Eismaschinen mit Kompressor: die 🛒"Eismaschine Emma" von Springlane und die 🛒"UNOLD Eismaschine" von Schuhbeck.

Hier findest du zwei Eismaschinen, die du direkt bei Luciella's bekommst: Einmal die "Gelatissimo Exclusive" und hier die Nemox-Eismaschine "Dolce Vita".

(Bild: Luicella's)

"Wenn du nur Mist in dein Eis reinpackst, kann die Eismaschine auch nur Mist umrühren" 

Wen wundert es: Wie bei den meisten anderen Rezepten, kommt es auch bei selbst gemachtem Eis vor allem auf die Qualität der Zutaten an. "Wenn du nur Mist in dein Eis reinpackst, kann die Eismaschine auch nur Mist umrühren. Daraus wird dann einfach kein leckeres Eis, egal, wie gut das Rezept oder wie teuer die Eismaschine war", sagt Markus. Für seine Eisdielen bezieht er deshalb Milch und Sahne immer direkt vom Bauern und auch die anderen Zutaten werden immer frisch eingekauft.

"Das Basis-Rezept für Milch- oder Fruchteis ist eigentlich total einfach und man benötigt wenige Zutaten", sagt Markus. Für Milcheis sind es lediglich fünf: Vollmilch, Sahne, Zucker, etwas Salz und ein natürliches Bindemittel. "Bei Luicella's nutzen wir 🛒Johannisbrotkern- und 🛒Guarkernmehl als Bindemittel. Zu Hause ist das allerdings nicht so leicht. Man muss da sehr genau mit der Menge sein – etwa ein Gramm – sonst wird das Eis später schnell zu Gummi", sagt er. Als Alternative kann man zu Hause Ei oder Stärke zum Binden verwenden. Ein Sorbet, also Fruchteis, funktioniert ähnlich einfach: mit Wasser, Frucht, Zucker und ebenfalls einem Bindemittel.

(Bild: Luicella's)

"Die Rezepte können dann natürlich beliebig abgeändert werden. Zum Milcheis-Rezept kann ich zum Beispiel frische Vanille dazugeben und 40 Milliliter Milch durch 40 Milliliter Whisky ersetzen – dann habe ich ein extrem leckeres Vanille-Whisky-Eis. Obwohl ich Whisky so eigentlich gar nicht mag", sagt Markus. Für eine vegane Alternative eignet sich am besten ein Milchersatz mit hohem Fettanteil, damit das Eis trotzdem schön cremig wird. Und die Sahne lässt sich zum Beispiel gut mit Kokosmilch ersetzen, da diese ebenfalls einen hohen Fettanteil besitzt.

"Am besten ist es natürlich, wenn dein Eis so lecker ist, dass es gar nicht so lange in deinem Gefrierschrank überlebt"

Im Grunde hält das selbst gemachte Eis natürlich ewig. "Eis wird in einem Jahr nicht schlecht. Das Einzige, was passieren kann, ist, dass es irgendwann an Geschmack oder Konsistenz verliert", sagt Markus. "Wichtig dabei ist natürlich, dass das Eis nicht ständig rausgeholt wird, komplett auftaut und dann wieder eingefroren wird." 

Um so lange wie möglich Freude am Eis zu haben, sollte das Gefäß, in dem es gelagert wird, nicht viel größer als die Eismasse sein. "Wenn man viel Luft mit einfriert, setzt sich die Luftfeuchtigkeit beim Gefrieren auf dem Eis ab – das ist dann diese weiße Schicht, die keiner haben will", sagt er. Wer kein genau passendes Gefäß hat, legt am besten eine Frischhaltefolie vorsichtig auf die Eisschicht, dann ist das Eis von der restlichen Luft im Gefäß getrennt. "Aber am besten ist es natürlich, wenn dein Eis so lecker ist, dass es gar nicht so lange in deinem Gefrierschrank überlebt", sagt Markus.

Und wer nicht genügend Gefrierboxen zu Hause hat, findet 🛒hier oder hier welche. 


Fühlen

Freuzeit: Endlich mal wieder alte Freunde anrufen
Der beste Nebeneffekt: Man merkt, zu wem man keinen Kontakt mehr hat, weil er oder sie einfach langweilig ist.