Restaurants, Cafés und Bars haben geschlossen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Supermärkten kommen kaum dazu, Produkte in den Regalen nachzufüllen. Wir befinden uns in einer Situation, die einige Menschen dazu bringt, sich eine Schutzburg aus Konserven, Mehl und Klopapier bauen zu wollen. Aber auch alle Nicht-Hamsterkäufer müssen sich gerade umstellen: Auch wenn die Lieferdienste weiterhin ihr Bestes geben (Support your local!), kann man die gewonnene Zeit zu Hause auch nutzen, das Kochen für sich zu entdecken.

Marcus Golembiewski

Marcus Golembiewski aus Hamburg hat bereits mit acht Jahren bei seinen Großeltern angefangen zu kochen – oder eher: dabei zu helfen. Schnell war klar, dass er nichts mehr anderes machen und Koch werden will. Nach Stationen im Elysée, dem Bayerischen Hof und in einem Hamburger Familienbetrieb mit 17 Punkten im Michelin-Guide kam er 2017 zu Kev’s Kitchen, und ist dort mittlerweile die rechte Hand des Chefs. 

"Um zu kochen, braucht es nicht viel. Ich könnte locker auf 70 Prozent meiner Küchenutensilien verzichten und immer noch gut kochen“, sagt Marcus. Uns hat er Tools, Tipps und Tricks für die Ausstattung deiner WG-Küche verraten, damit du auch nach der Quarantäne zu Hause gut kochen kannst.

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Drei Töpfe, zwei Schüsseln, eine Pfanne

Klar, eine gewisse Grundausstattung muss da sein, denn ohne Topf lässt sich nicht mal eine Dosensuppe zubereiten. Aber wer glaubt, Hunderte Euro zu benötigen, um die Küchenschränke zu füllen, irrt. "Drei Töpfe, ein kleiner, ein mittlerer und ein großer Topf, dazu eine gut beschichtete Pfanne. Das reicht vollkommen für den privaten Gebrauch aus", sagt Marcus. 

Extras wie Reiskocher oder Wok sind seiner Meinung nach überflüssig: "Sich einen Wok für zu Hause zuzulegen, ist unsinnig. Wir kochen zu Hause ja nicht auf einer offenen Flamme oder Gas, wie es viele asiatische Restaurants tun. Auf einer normalen Herdplatte nehmen sich Wok und Pfanne überhaupt nichts." Und auch der Reiskocher muss nicht sein. "Reis funktioniert auch ganz normal im Topf. Grundsätzlich gilt: zwei Teile Wasser auf einen Teil Reis. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Arten von Reis, da lohnt es sich manchmal auch einfach, der angegebenen Zubereitung auf der Packung zu vertrauen", sagt er.

Marcus nutzt gerne 🛒Pfannen von Le Creuset, die sind allerdings etwas teurer. Etwas günstiger ist 🛒diese hier von Stoneline oder diese 🛒Pfanne von Tefal.

Auch Töpfe nutzt Marcus am liebsten 🛒die von Le Creuset. Günstiger ist 🛒das Topfset von WMF oder das von 🛒Amazon Basics.

Wer zu seinen drei Töpfen und der Pfanne noch zwei große Schüsseln und ein Brett kauft, der hat alles, was er braucht, um loszulegen. "Ich habe zu Hause auch keine drei verschiedenen Bretter für Gemüse, Fisch und Fleisch. Wichtig ist nur, dass man es, nachdem man darauf Fleisch geschnitten hat, gut säubert. Dafür wische ich das Brett einmal ab und streue etwas Salz darauf. Nachdem der Fleischsaft eingezogen ist, schrubbe ich es gründlich mit viel Wasser. Danach kann es weiterverwendet werden", sagt Marcus.

Edelstahlschüsseln in unterschiedlichen Größen gibt es 🛒im Set von WMF, Harvestfly bietet bunte 🛒Emaille-Schüsseln an. Navaris hat 🛒Edelstahlschüsseln mit Deckel.

🛒Dieses Schneidebrett ist aus Bio-Bambus, 🛒das Brett von Cleenbo hat eine integrierte Auffangschale. Exitoso bietet ein 🛒Set aus drei Kunststoff-Schneidebrettern an.

"Für Knoblauch gibt es tausend Hacks im Internet" 

Marcus rät, lieber in ein paar scharfe Messer zu investieren: "Es ist auf jeden Fall sinnvoll, ein Sägemesser zu besitzen, damit kann man gut Brot schneiden, da man weder abrutscht noch das Brot zerdrückt." Neben dem Sägemesser empfiehlt er noch ein, zwei "Officemesser" – das sind kleinere Messer, beispielsweise um Zwiebeln zu schälen und zu schneiden. Und ein großes Fleisch- und Gemüsemesser mit einer Klinge von 15 bis 18 cm. Für stumpfe (nicht allzu teure) Messer hat Marcus noch einen Tipp: "Nehmt die Unterseite einer Porzellantasse oder eines -Tellers und streicht das Messer entlang der Klinge darüber. Danach ist das Messer wieder scharf, ganz ohne Schleifstein." 

Auch die Knoblauchpresse ist nur ein weiteres Tool, was Geld kostet und die Schublade unnötig füllt. "Für Knoblauch gibt es tausend Hacks im Internet, so wie bei vielen anderen Dingen auch", sagt er. Auch Gemüse-Nudeln lassen sich beispielsweise einfach mit dem Sparschäler schneiden, statt sich dafür extra einen Spiralschneider zuzulegen. 

Drei Dinge, auf die Marcus allerdings tatsächlich nicht verzichten will: Einen Stein-Mörser, einen Pürierstab und einen Schneebesen. "Gerade wenn man mit Gewürzen arbeitet oder zum Beispiel sein eigenes Pesto herstellen will, sind ein Mörser und ein Pürierstab echt praktisch", sagt er. Ein Schneebesen ist zum Vermengen sehr hilfreich – egal ob bei leichten Teigen oder Soßen. Der ersetzt dann auch locker eine Küchenmaschine.

Marcus nutzt die Messer von Fissler: Hier gibt es einen 🛒Magnetmesserblock 5-teilig, hier ist ein etwas günstigerer 🛒Messerblock 8-teilig.

Hier findest du einen 🛒Stein-Mörser von Jamie Oliver, einen 🛒Granit-Mörser von Zwilling und einen Stabmixer von 🛒BoschWas ebenfalls nicht fehlen darf: ein Schneebesen. Hier ist das Modell 🛒"Rührblitz" von WMF, hier ein 🛒Scheebesen von Fackelmann.

Planen statt hamstern

Statt panisch in den Supermarkt zu rennen und nach allem zu greifen, was übermorgen noch nicht ungenießbar ist oder wonach gerade der Magen knurrt, rät Marcus lieber gut zu planen. "Gerade für eine WG ist ein wöchentlicher Einkauf und Essensplan optimal", sagt er. Zusätzlich kann man darauf achten, dass einige länger haltbare Lebensmittel immer zu Hause sind ­– natürlich ohne zu hamstern. Bei Marcus findet man immer Reis, Nudeln oder Bohnen im Schrank. Daraus lassen sich schnell einfache und leckere Gerichte kochen. Außerdem hat er immer Zwiebeln und Knoblauch im Haus. Und was man von einem Koch vielleicht nicht direkt erwarten würde: Heinz-Ketchup. "Mit Ketchup kann man einfach und gut Soßen würzen, zum Beispiel bei Gulasch", sagt Marcus.

Zum Braten greift Marcus oft zur klassischen Butter, die gibt ihm am meisten Geschmack. "Mein Rührei mache ich immer mit Butter, das habe ich einfach so gelernt", sagt er. Für alles andere nutzt er einfaches Oliven-, Raps- oder Sonnenblumenöl. "Wer noch etwas mehr Abwechslung im Geschmack haben will, der kann sich noch ein Erdnussöl zulegen", empfiehlt er. 

So einfach wie er es beim Öl hält, ist es laut Marcus auch bei den Gewürzen: "Gewürzmischungen sind praktisch, aber auch teuer. Für die meisten Gerichte reicht eine Auswahl an fünf verschiedenen Gewürzen: Salz, Pfeffer, Paprika Edelsüß, Kurkuma und Kreuzkümmel."

Eine große Ladung Heinz-Tomatenketchup gibt es 🛒hier.

Lebensmittel richtig lagern

In Deutschland landen jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll und daran sind nicht nur Supermärkte und Restaurants schuld. Auch im Haushalt werden extrem viele Lebensmittel weggeworfen, durchschnittlich sollen es über 85 Kilo pro Person im Jahr sein. Dabei kann der Lebensmittelmüll einfach verringert werden: durch einen guten Einkaufsplan zum Beispiel. Und die richtige Lagerung von Lebensmitteln. "Kartoffeln, Rüben und alles, was aus der Erde kommt, muss dunkel gelagert werden. Kartoffeln packe ich zum Beispiel sogar in einer Kiste voller Erde auf den Balkon, dort halten sie sich am längsten. Und sollten Karotten dann doch schon etwas weicher sein, kann man diese für eine Stunde in kaltes Wasser legen. Danach sind sie wieder knackig", sagt Marcus. 

Wenn bei Gemüse nichts mehr geht, geht immer noch Brühe. "Ich benutze eigentlich nie Trockenbrühe, da ich meine Brühe immer selbst mache. Dafür nehme ich entweder den Schälabfall oder Gemüse, was wirklich zwei, drei Tage drüber ist", sagt er.

Bei allem anderen gilt das, was Oma schon gesagt hat: Probieren. Dass das Mindesthaltbarkeitsdatum Quatsch ist, muss man hoffentlich niemandem mehr erklären. Solang sich also der Joghurt nicht wölbt oder Schimmel in der Marmelade ist, einfach testen – der Geschmack wird es einem schon verraten. 


Gerechtigkeit

Immun, was nun?
Wo könnten Menschen, die eine Covid-19-Viruserkrankung hinter sich haben, am besten helfen?

Sie könnten extrem wertvoll für unsere Gesellschaft werden: Menschen, die gegen Covid-19 immun sind, weil sie die Krankheit schon hatten.

Laut SPIEGEL-Informationen wird derzeit eine große Studie vorbereitet, die aufklären soll, wie viele Menschen die Krankheit bereits hatten – teils, ohne es zu merken.  

Forscher gehen davon aus, dass Covid-19 in mindestens 80 Prozent der Fälle sehr mild verläuft, mit Halsschmerzen, Husten, leichtem Fieber oder auch komplett ohne Symptome. Gerade Jüngere haben oft einen leichten Verlauf. Viele junge Menschen haben sich also wahrscheinlich infiziert und sind immun, ohne es zu wissen.